Archive für Oktober, 2008

Weekend Report

27. Oktober 2008

Wer in letzter Zeit die NL Hold’em Cash Games auf Full Tilt Poker beobachtet hat, weiß wie krass die Top Spieler an den $1000 BB Tischen zur Sache gehen. Von daher kam die Nachricht nicht sonderlich überraschend, dass der Rekord für den höchsten jemals im Internet ausgespielten Pot am letzten Wochenende gleich viermal gebrochen wurde. Die beiden sechser Tische Rail- und Gusheaven waren wiedermal prominent besetzt. So waren z.B. Tom “Durrr” Dwan, John Juanda und Phil Ivey mit dabei. Der erste Rekordpot des Abends ging an Dwan. Mit A9 traf er Top Two Pair und callte damit ein All-in des Finnen “LarsLuzak”. Lusak hatte seinen Straight Draw verpasst und versucht den Pot am River durch einen massiven All-in Bluff klarzumachen. Für Dwan ein leichter Call und der $617.968 große Pot wanderte zu ihm. Auch beim nächsten Rekord war ”Durrr” beteiligt. In einer Pre Flop Raise Reraise Schlacht wanderten die Stacks von ihm und John Juanda in die Mitte. In der brutalsten Situation, in die man pre Flop geraten kann, war Juanda mit KK eigentlich klarer Außenseiter gegen die Asse von Dwan. Der dritte König auf dem River brachte Juanda allerdings den Sieg und den $678.069 Pot. Lange konnte sich Juanda aber nicht über den Gewinn freuen. Gerademahl eine Minuten später verlor er mit einem gebusteten Flush Draw gegen ein Set Zehner von Phil Ivey schlappe $687.024. Das es damit immer noch nicht getan war, lag an der Wiederholung der Ereignisse. Wieder kam es zum Duell AA gegen KK. Wieder war Dwan beteilgt. Diesmal hielt er allerdings die Könige. “Urindanger” hatte die Asse, welche auch am River noch die beste Hand waren. Satte $723.938 wanderten zum kleinen Bruder von Hac Dang. So wie in letzter Zeit die Post an den High Stakes Online Tischen abgeht, ist nicht davon auszugehen, dass dieser Rekord allzu lange halten wird. Wir dürfen jedenfalls gespannt sein, wann das erste mal die Millionen Grenze geknackt wird.

Während Online die Rekorde purzelten, ging gestern auch das WPT Festa al Lago Turnier im Bellagio zu Ende. Den Sieg und die $1.411.015 Prämie sicherte sich Team PokerStars Pro Bertrand “ElkY” Grospellier. Zweiter wurde Nam Le, der $943.215 mit nach Hause nehmen konnte. Für den Franzosen Grospellier war es nach seinem Sieg beim PokerStars Caribbean Adventure im Januar bereits der zweite große Turnierssieg in diesem Jahr. Auch Online bei der WCOOP lief es für “ElkY” wie am Schnürchen, sodass er allein in 2008 bisher rund $4. Millionen gewinnen konnte.

Neues in Sachen Multi-Accounts

24. Oktober 2008

Wieder wurden zwei bekannte Pros mit Multi-Accounts bzw. beim Account Sharing erwischt. Letzte Woche gab PokerStars bekannt, dass man den Account von Sorel Mizzi vorerst gesperrt habe. Während eines Events der WCOOP wurde festgestellt, dass Mizzi nacheinander von zwei verschiedenen IP-Adressen eingeloggt war. Angeblich musste er während des Turniers dringend den Flieger nach London bekommen und bat deswegen einen Freund von dessen Rechner für ihn weiterzuspielen. Das so ein Vorgehen nicht erlaubt ist, hätte dem guten Sorel allerdings bekannt sein müssen. Schließlich wurde sein Full-Tilt Account erst im letzten Jahr gesperrt, nachdem er den Account von Chris Vaughn kurz vor dem Final-Table eines $1. Million Guaranteed übernommen hatte und das Turnier zu Ende spielte.

Noch ungeschickter verhielt sich Eli Elezra während der TV Show Poker After Dark. Während eines Gesprächs mit Patrik Antonius, sagte Elezra vor laufenden Kameras, dass er insgesamt 17 Accounts auf Full Tilt Poker habe. Da er unter seinem richtigen Namen nicht immer genügend Gegner finden würde, müsste er ständig unter anderen Screennames spielen. Dummerweise saß bei der Runde auch Howard Lederer mit am Tisch, der Mitbegründer und Anteilseigner von FTP ist. Ob und welche Konsequenzen Elezras Aussagen haben werden, ist bisher nocht nicht bekannt.

Erster Pokererfolg für Michael Phelps

21. Oktober 2008

Der achtfache Medaillengewinner von Peking Michael Phelps gönnt sich nach vier Jahren harten Trainings eine Pause vom Schwimmen und versucht sich in der Zeit  am Pokertisch. Bei der Caesars Pallace Classic in Las Vegas konnte er in Event Nr. 2, einem $1.500 No-Limit Hold’em Turnier den neunten Platz belegen und kassierte dafür $5.213. Auch wenn Phelps neu im Turnierzirkus ist, ist er kein Poker Anfänger. Seit Jahren spielt er im Internet und live in diversen Casinos. Schwimmkollegen berichten, dass er auch während der Olympiade permanent Online Poker gespielt habe. Für das nächste Jahr plant Phelps die Teilnahme an den Aussie Millions. Ob er im Sommer auch bei der WSOP mitspielen wird, ist noch nicht sicher. Fest steht, dass Phelps wohl für alle Online Pokerräume der perfekte Repräsentant wäre. Von daher wäre es keine große Überraschung, wenn er demnächst von einem der Großen der Branche gesponsert würde.

Glen Witmer gewinnt NAPC

17. Oktober 2008

Der Sieg bei der WPT North American Poker Championship geht an den Lokalmatador Glen Witmer. Der 67-jährige Kanadier konnte sich im Heads-up gegen Gavin Smith durchsetzen und kassierte eine Siegprämie von $1.090.589. Runner-up Smith konnte $532.545 mit nach Hause nehmen. Ein Coin-Flip entschied am Ende ein spannendes Finale. Witmer callte ein All-in seines Kontrahenten mit AK. Smith hielt Pocket Fives, die auch bis zum Turn gut waren. Der River brachte allerdings ein As und damit den Sieg für Witmer.

Kathy Liebert war die einzige Amerikanerin am Final-Table. Obwohl sie quasi die ganze Zeit shortstacked war, schaffte sie es einen starken drittten Platz zu erreichen. Vierter wurde Ryan Fisler. Marc Karam belegt den fünften Platz vor James Trenholm, der als erster im Finale die Segel streichen musste.

Die deutsche Hoffnung Sebastian Ruthenberg erwischte es leider auf dem 31. Platz (ca. $26.000). Auch wenn es diesmal nicht für den ganz großen Wurf gereicht hat, so hat Ruthenberg mit diesem Cash doch wiedermal bewiesen, dass er im Turnierpoker definitiv zu den Besten der Szene gehört.

Hier die Auszahlungen der Finalisten:

  1. Glen Witmer - $1.090.589
  2. Gavin Smith - $532.545
  3. Kathy Liebert - $277.684
  4. Ryan Fisler - $228.234
  5. Marc Karam - $171.175
  6. James Trenholm - $133.137

Ruthenberg bei der NAPC in Lauerstellung

15. Oktober 2008

Gestern wurde bei der WPT North American Poker Championship in Niagara Falls der zweite Tag gespielt. Insgesamt hatten sich an den Startagen 1A-C 454 Spieler angemeldet, sodass bei einem Buy-in von $10.000 CAD ein Preispool von $4.37 Millionen CAD zusammen kam. Allein der Sieger darf sich auf eine Prämie von $1.220.352 CAD freuen. 275 Spieler hatten sich für Tag 2 qualifiziert, von denen 99 heute zu Tag 3 wieder an den Start gehen werden. Chipleader ist der Kanadier Gavin Smith mit 405.900 Chips. Auf Platz 2 folgt Matt Matros mit 383.800 vor dem Dritten Vivek Rajkumar, der 342.100 Chips hält. Besonders erfreulich aus deutscher Sicht ist der bisherige Turnierverlauf von Sebastian Ruthenberg. Mit 257.600 Chips liegt er auf dem 12. Platz in Lauerstellung auf die Spitzengruppe. Nach seinem Bracelet Gewinn im Sommer und dem Sieg bei der EPT Barcelona, hat der 24jährige Hamburger nun die Chance Geschichte zu schreiben. Sollte es ihm auch noch gelingen einen WPT Titel zu gewinnen, wäre er der erste Spieler, dem es gelingt drei Siege bei den wichtigsten Turnierserien der Welt in einem Jahr einzufahren. Außerdem wäre er nach Gavin Griffin überhaupt erst der zweite Spieler,  der ein WSOP, EPT und WPT Turnier gewinnen konnte. Nun heißt es erstmal Daumen drücken, dass Ruthenberg zumindest schon mal den Final-Table erreicht.

Poker After Dark Cash Game

14. Oktober 2008

Wem das Warten auf die fünfte Staffel von High Stakes Poker zu lang wird, kann sich heute seine Dosis Live Cash Game bei der neusten Folge von Poker After Dark abholen. Im Gegensatz zum normalen SNG Modus mit $20k Buy-in, wird diese Woche Cash Game mit einem mindest Einsatz von $100k gespielt. Die Blinds werden bei $200/$400 liegen. Da das erste Cash Game  vor einigen Monaten ein  großer Erfolg war, hat sich das Produzenten Team dazu entschlossen, das Ganze zu wiederholen. Am Tisch sitzen werden z.B. Doyle Brunson, Patrik Antonius, Howard Lederer und Eli Elezra. Da man bei Poker After Dark ungeschnitten alle gespielten Hände sieht, darf man mehr als gespannt sein auf die nächsten Folgen. Bis einschließlich Samstag wird das Cash Game täglich gesendet. Sonntag folgt dann in einem Directors Cut die Zusammenfassung der Woche. Für alle, die kein NBC empfangen können, werden die Sendungen auf You- oder PokerTube zu sehen sein.

North American Poker Championship gestartet

12. Oktober 2008

Nachdem der Pokerzirkus seine Zelte in London nach der EPT abgebaut hat, traf sich die Pokerelite gestern zu Tag 1A der WPT North American Pokerchampionship in Niagara Falls. Insgesamt sind drei erste Tage geplant. Dienstag wird das Feld dann erstmals gemeinsam an den Start gehen. 125 Spieler waren gestern bereit den Buy-in von $10.000 CDN zu bezahlen. Stolze 76 schafften es sich für den zweiten Tag zu qualifizieren. Dank der großartigen Struktur, mit einem Startingstack von 30.000 Chips, geriet keiner der Teilnehmer frühzeitig unter Druck, sodass man sehr geduldig spielen konnte. Trotz alledem mussten einige bekannte Pros schon die Segel streichen. So wurden z.B. Shaun Deeb, Nenad Medic, Isaac Baron und Annette Obrestad frühzeitig an die Rails geschickt. Viel besser lief es dagegen für J.C. Tran, der den Tag als Chipleader mit 159.300 Chips beenden konnte.

Michael Martin gewinnt EPT London

6. Oktober 2008

Der 24-jährige Amerikaner Michael Martin hat das EPT Event in London gewonnen. Für den ersten großen Sieg seiner Karriere konnte er eine Siegprämie von einer Million britischen Pfund einstreichen. Allerdings war es kein leichter Weg, den Martin auf seinem Weg zum Sieg zurücklegen musste. Bei vier verbleibenden Spielern war er auf gerade mal 100.000 Chips zurückgefallen. Die Blinds lagen zu dem Zeitpunkt bei 40.000/80.000 und  5.000 Ante. Doch Martin hatte Fortuna auf seiner Seite und schaffte es schon 45 Minuten nach seinem beinah Ausscheiden das Turnier zu gewinnen. Im Heads-up setzte er sich gegen den Schweden Michael Tureniec durch, der für seinen zweiten Platz 525.314 Pfund bekam. Bester Deutscher wurde Johannes Strassmann, der wiedermal bewies, wie gut ihm die EPT Events liegen. Nach drei Final-Tischen in der letzten Saison kam er auch dieses Mal wieder in das Finale. Leider fehlte ihm wieder das nötige Quäntchen Glück, um so einen Event dann auch zu gewinnen. Mit einem Coinflip JJ gegen KQ musste er sich auf Platz 7 verabschieden.

Hier die Auszahlungen der Finalisten:

  1. Michael Martin - 1.000.000 Pfund
  2. Michael Tureniec - 525.314 Pfund
  3. Marcin Horecki - 303.439 Pfund
  4. Eric Liu - 234.920 Pfund
  5. Philippe D`Auteil - 195.766 Pfund
  6. Alan Smurfit - 153.351 Pfund
  7. Johannes Strassmann - 120.723 Pfund
  8. Anthony Lellouche - 81.569 Pfund

Viertes Bracelet für John Juanda

3. Oktober 2008

Nach einem rekordverdächtigen Heads-up von über acht Stunden und insgesamt 243 gespielten Händen, konnte John Juanda heute morgen das Main-Event der WSOPE gewinnen. Als letzten Gegner eliminierte er den Russen Stanislav Alekhin und kassierte die Siegprämie von 868.800 britischen Pfund. Der Runner-up konnte sich immerhin mit stolzen 533.950 Pfund trösten. Für Juanda war das Heads-up eine wahre Achterbahnfahrt. Als deutlicher Chipleader gestartet, gab er nach und nach Chips ab, bis Alekhin sich klar abgesetzt hatte. Doch nach langem hin und her gelang es Juanda sich die Führung zurückzuholen. In der entscheidenden Hand callte er ein All-in des Russen mit K6. Dessen A9 lag zwar in Führung, doch bereits der Flop sorgte mit 662 für die Entscheidung. Am River machte Juanda sogar noch Quads und gewann am Ende verdient sein insgesamt viertes Bracelet.

Dritter wurde das “November Nine” Mitglied Ivan Demidov, der schon in fünf Woche einen weiteren Anlauf auf den Gewinn eines Bracelets nehmen kann. Auf Platz Vier landete der als Shortstack gestartete Bengt Sonnert, vor Publikumsfavorit Daniel Negreanu.

Hier die Auszahlungen der letzten Fünf:

  1. John Juanda - 868.800
  2. Stanislav Alekhin - 533.950
  3. Ivan Demidov - 334.850
  4. Bengt Sonnert - 271.500
  5. Daniel Negreanu - 217.200

WSOPE Main-Event

2. Oktober 2008

Bei der WSOPE läuft zur Zeit der Final-Tabel des Main-Events. Fünf Spieler sind noch im Rennen um die Siegprämie von 868.800 britischen Pfund. Auch wenn mit Daniel Negreanu und John Juanda zwei absolute Schwergewichte der Pokerszene noch mit dabei sind, liegt das Augenmerk doch auf dem Russen Ivan Demidov. Als Mitglied der “November Nine” hatte er schon im Sommer den Final-Tabel des WSOP Main Events in Las Vegas erreicht. Das er nun auch beim europäischen Ableger der WSOP in das Finale gekommen ist, ist gelinde gesagt eine Überraschung. Vor dem Sommer war der Russe in der Pokerszene noch ein völlig unbeschriebenes Blatt. Wenn ihm nun allerdings das Kunststück gelingen sollte zumindest eines der beiden Events zu gewinnen, könnte er Geschichte schreiben. Momentan ist er mit 2.3 Millionen Chips nahezu gleichauf mit Chipleader Stanislav Alekhin. Juanda liegt mit gut einer Million Chips weniger auf dem dritten Platz, Negreanu folgt mit 900.000 auf Platz Vier. Fünfter und letzter im Bunde ist Shortstack Bengt Sonnert mit einer halben Million. Scott Fischman, der bereits zwei Armbänder bei der WSOP gewinnen konnte ist vor kurzem als Sechster ausgeschieden. Wer das Turnier gewonnen hat und sich das begehrte Armband umbinden durfte, werden wir morgen berichten.