Archive für die ‘WSOP 2007’ Kategorie

Good Bye & Auf Wiedersehen

19. Juli 2007

Dies ist mein letzter Blog-Eintrag aus dem sonnigen US-Bundesstaat Nevada. Die WSOP hat am Dienstag ihr Ende gefunden und wieder einmal konnte sich beim Main Event ein Rookie durchsetzen und den großen Pott mit nach Hause nehmen. Leider war die Luft bei uns im Haus etwas raus nachdem Nick ausgeschieden war, aber ich ließ es mir dann doch nicht nehmen pünktlich zur Mittagszeit den PPV des Final Tables über Direct TV (so direkt wie es sich auch anhört) auf meinen Zimmer-Fernseher zu holen…Ich konnte also das sehr risikoreiche, aber im Endeffekt erfolgreiche Spiel von Jerry Yang, dem letztendlichen Gewinner studieren, sowie das Talent zum Überleben, was vom Russen Kravchenko dageboten wurde. Rain Khan hatte mit seiner Mischung aus Robot und Monster sicherlich die beste Szene an diesem Tag…Leider schien er (für meinen Geschmack) etwas zu früh aus. Nunja…Wer gewonnen hat, ist bekannt, wie es dazu kam ebenfalls!

Ich möchte deshalb diesen Blogeintrag nutzen, um ein Fazit zu Amerika, Las Vegas, Live-Poker und last but not least zur WSOP zu ziehen:

Die WSOP hat auch dieses Jahr wieder zahlreiche Spieler angelockt und das trotz der ganzen fehlenden Onlinequalifikanten, die seit diesem Jahr ihre Sitze nicht mehr direkt, sondern in Form von Cash, gewonnen haben. Ein großer Erfolg war in jedem Fall das Abschneiden der deutschen Spieler…Allein zwei Bracelets gingen an uns und zahlreiche Leute cashten in sowohl kleinen, als auch großen Events. Glückwunsch hier noch einmal an Michael Keiner, Katja Thater (die beiden Bracelet-Gewinner), Niklas Heinecker (Platz 80 und somit bester Deutscher im Main Event) und Andreas Krause, der die meisten Cashes (6) aus deutscher Sicht sammelte. Positiv war für mich persönlich sicher auch die Erkenntnis, dass auch an Live-Cashgame-Tischen die Leute nur mit Wasser kochen…Sprich: Alles andere als Sharks sind. Die meisten Leute gegen die ich im Mirage, Venetian und Palms gespielt habe, waren entweder schlechter als ich oder aber nicht unbedingt besser. Dadurch dass ich allerdings nicht allzuviel Zeit zum Spielen, aber einen Abend lang leider genug Zeit zum Tilten hatte, sieht meine Bilanz eher rot aus. Nunja, das Ergebnis lässt sich aber eben auch kaum einordnen und ist mit Vorsicht zu betrachten. Die Stadt Las Vegas an sich ist wirklich verrückt und einfach surreal…Neben dem Strip ist da ganz schnell gar nichts mehr und es geht schnell in trockene Wüstenteile über, in die hin und wieder ein amtliches Haus wie unseres gesetzt wurde. Das Essen hier war wie zu erwarten sehr Fast Food-lastig und so gern ich Burger auch esse und so gut sie hier auch schmecken mögen: Irgendwann reicht es dann auch und man freut sich nur noch auf ordentliches, gehaltvolles Essen. Natürlich gibt es auch Alternativen, z.B. an den zahlreichen Buffets in den Hotels, doch dazu kam ich leider meist nicht. Einmal war ich am World Carnival Buffet und die Auswahl war riesig und das, was da aufgeboten wurde, sah durchaus “delicious” aus und schmeckte auch dementsprechend gut. Die Stimmung hier im Haus war grandios und man konnte eine Menge Spaß mit den Jungs haben, obwohl man es als Low-Roller doch teilweise schwer hatte bei den High-Stakes-Games mitzuhalten…Aber allein das Dabeisein war schon großartig!

Ein großer Negativpunkt war sicherlich die Art und Weise wie Harrah’s bzw. die WSOP mit den Medien und den Zuschauern umgegangen ist. Ich hatte ja bereits ausgiebig davon berichtet, wie es mir ergangen ist, also möchte ich das jetzt nicht noch einmal wiederholen. Nur eins noch: Sollte sich die Freundlichkeit gegenüber Fans oder Repräsentanten des Events im kommenden Jahr nicht deutlich verbessern, werden Events wie die EPT oder die WPT der WSOP schneller den Rang ablaufen als man denken könnte…Na klar ist es die Weltmeisterschaft, aber wer bekommt davon mit, wenn niemand mehr davon berichtet, weil er die Schnauze voll hat von Richtlinien und Schikanen? Wen interessiert sie noch, wenn die Zuschauer ihre Stars nicht “anfassen” dürfen, sie nicht beim Spielen beobachten können? Niemand will, dass die WSOP einen Schaden davon trägt, also sollte dementsprechend gehandelt werden und nicht mit völliger Versteifung auf maximalen finanziellen Nutzen. Etwas verbesserungswürdig war auch die Ordnung in unserem Haus…Gut, wir hatten eine Putzkolonne die zwei Mal die Woche hier erscheinen und Wege freischaufeln durfte, aber trotzdem war leider alles immer sehr zugemüllt mit Essensresten, leeren Getränkedosen und Flaschen, sowie Klamotten, Spielkarten und Spielzeug, welches von einem der Hausbewohner immer mal wieder für horrende Summen für kurzes Vergnügen eingekauft wurde. Wie dem auch sei, nach ein paar Tagen hatte man sich daran gewöhnt und irgendwie hat es ja auch was Gutes: Die sechsköpfige mexikanische Familie hatte eine Arbeit, die wir ihnen nicht schlecht bezahlten und die Jungs mussten sich nicht um ihren Dreck kümmern, sondern konnten sich voll auf’s Pokern oder Relaxen konzentrieren.

Alles in Allem war es eine tolle Zeit hier und ich hoffe, dass ich euch den Lifestyle der jungen Poker-Profis nahe bringen konnte und ihr Spaß am Lesen hattet!

Nächstes Jahr wird es dann hoffentlich mehr Coverage auch vom Event selbst geben, sowie Videos und dergleichen, was sich alleine mit einem Haufen wildgewordener Zocker einfach nicht so gut realisieren ließ.

Mit den letzten Grüßen aus Vegas, Baby,

DÄFF

PS: Natürlich konnte ich nicht widerstehen und musste mir die Bose Quiet Comfort 3 Kopfhörer zulegen und sie sind wirklich sehr geil…Wie heißt es doch so schön: Man gönnt sich ja sonst nichts! ;)

Bester Deutscher im WSOP Main Event 2007

16. Juli 2007

 Nick

Der stolze Gewinner mit zwei $50,000-Bricks

 Der beste Deutsche beim diesjährigen Main Event der WSOP kommt aus unserem Haus: Nick hat gestern nach 5 Tagen mit dem 80. Platz abgeschlossen und cashte somit für über 100k. Doch nicht nur er war trotz seines Ausscheidens glücklich über diese Platzierung: Auch alle per Share an ihm beteiligten Hausbewohner hatten einen Grund zum Feiern.

Ich habe für euch mit ihm ein exklusives Interview geführt:

DÄFF: Hallo Nick! Zu erst einmal herzlichen Glückwunsch zum hervorragenden Ergebnis im diesjährigen Main Event! Stell dich doch unseren Lesern erst einmal vor…

Nick: Thanks, bro! Mein voller Name lautet Sven Niklas Heinecker (Rufname: Niklas, nicht Sven wie überall aufgeführt). Ich bin 23 Jahre alt und stamme aus Hamburg. Momentan studiere ich Wirtschaftsmathematik in Marburg.

DÄFF: Erzähl uns doch kurz etwas darüber, wie du überhaupt zum Pokern gekommen bist!

Nick: Das erste Mal bin ich vor etwa zweieinhalb Jahren mit Poker in Berührung gekommen. Kumpels meinten: Das macht Spaß! Damals lief das Ganze aber noch ziemlich einseitig ab. Ich habe immer mal wieder 50€ eingezahlt (damals noch bei betandwin), um sie dann auf viel zu hohen Limits zu verdonken. Als ich dann Ende 2005 insgesamt ungefähr 850€ verloren hatte, kam die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen konnte…Wie jeder Pokerspieler war ich der Ansicht massives Talent zu haben - nur fehlten mir noch einige Grundlagen. Zu dieser Zeit bekam ich den Tipp PokerStrategy auszuprobieren und die damaligen $5 Startkapital einzuheimsen. Der Content stellte sich als äußerst nützlich heraus und so konnte ich mein Spiel recht schnell verbessern.

DÄFF: Mittlerweile arbeitest du selbst für PokerStrategy…Wie bist du an diesen Job gekommen und was genau machst du?

Nick: Da ich schon seit längerer Zeit NL1000 erfolgreich spiele, was nicht allzuviele Deutsche von sich behaupten können, und ich außerdem sehr aktiv im Forum von PokerStrategy war, kam man auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte Lehrvideos aufzunehmen und Strategie-Artikel zu schreiben. Das mache ich nun seit etwa einem halben Jahr.

DÄFF: Zurück in die Gegenwart…Du bist ja am gleichen Tag wie ich, also erst relativ spät, in die Villa eingezogen. Wußtet du was dich hier erwartet und wie war dein erster Eindruck?

Nick: Nein. Ich dachte mir schon, dass es sehr cool wird aber das Ganze hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Die Leute verstehen sich hier alle saugut und sind vor allem ganz normale Jungs wie du und ich. Es gibt hier absolut keinen Streit oder so und das bei 15 Leuten auf “engstem” Raum. Die Villa ist natürlich sehr geil und geräumig. Man muss aber auch sagen, dass hier alles sehr verrückt ist…Es vergeht kaum ein Tag, wo es nicht irgendwelche Wetten um hohe Geldbeträge gibt, sei es beim Monopoly, Billard, bei Playstation3-Tennis-Matches oder eben beim “Spiel des Hauses” Chinese Poker.

DÄFF: Wie ist deine Bilanz bei diesen Sidebets?

Nick: Negativ… (lacht) Aber das gehört zum Gambling dazu.

DÄFF: Was hälst du dann von den so genannten “-EV”-Games wie Roulette oder Craps, die du auch ausprobiert hast? A way to make a living?

Nick: Auf keinen Fall. Solche Spiele sollte man nur spielen, wenn man das eingesetzte Geld entbehren kann. Ich spiele diese Spiele auch nicht so oft und bin mir natürlich darüber im Klaren, dass es eigentlich Unsinn ist. Aber hin und wieder macht es eben Spaß und gerade in Vegas kann man da auch mal ein Auge zudrücken.

DÄFF: Kommen wir zum Main Event: Wurdest du gesponsort oder hast du dich qualifiziert?

Nick: Weder noch. Ich habe mich kurzfristig dazu entschieden mich bar einzukaufen.

DÄFF: War es dein erstes Main Event und wenn ja, warst du am Anfang nervös oder hast du einfach in deine Fähigkeiten vertraut?

Nick: Ja, ich war das erste Mal dabei. Ich bin beim live spielen eigentlich immer etwas nervös, gerade auch bei großen Turnieren. Allerdings war es beim Main Event anders…Ich habe mich direkt wohl gefühlt, bin dadurch cool geblieben und hatte sehr viel Spaß. Das Alles hat dazu beigetragen, dass ich klar denken und dementsprechend gute Entscheidungen am Tisch fällen konnte.

DÄFF: In Tag 4 warst du sehr short gestartet, standest aber am Ende des Tages als 10. im Gesamtranking…Wie kam es dazu?

Nick: Ich konnte zweimal mit Assen verdoppeln. Einmal gleich zu Anfang gegen AK und später noch einmal gegen KK. Dazu kam noch, dass ich für mich sehr gute Tische erwischte und durch aggressives aber überlegtes Spiel auch viele kleinere bis mittelgroße Pötte abgreifen konnte.

DÄFF: Am fünften Tag las man am Ticker lange Zeit nichts über dich bis du auf einmal als Shortstack gelistet wurdest…Was war passiert?

Nick: Der Tag lief einfach durchgängig schlecht für mich…Ich war in vier oder fünf größere Pötte involviert, in denen ich jeweils große Teile meinen Stacks abgeben musste. Schließlich habe ich erst einiges mit JJ auf einem KK5XA-Board gegen Queens verloren, wo ich mir nicht sicher war, ob ich wirklich geschlagen war oder mein Gegner auf dem River einen Bluff spielt. Dann bin ich mit Queens gegen Kings gerannt und wurde zum Shortstack. Zwei gewonnene Steals gegen Scotty Nguyen später bin ich dann mit 33 All-In gegangen und werde von Stig Rasmussen mit 77 gecallt. Das Board bringt keine Verbesserung und ich bin raus.

DÄFF: Was war das für ein Gefühl direkt nach dem du raus warst?

Nick: Es war ok…Natürlich war ich enttäuscht aufgrund der guten Vorraussetzungen mit denen ich in den Tag gestartet war. Aber nüchtern betrachtet ist es natürlich ein Riesenerfolg für mich und ich freue mich natürlich auch über die super Platzierung und die Dollars.

DÄFF: Wird die letzten Tage jetzt noch gefeiert oder spielst du noch Cashgames bzw. Turniere?

Nick: Das kann ich so genau noch nicht sagen…Gestern haben wir auf jeden Fall schon im Light-Club des Bellagios die Schwarte krachen lassen. Ich denke, ich werde jetzt eher noch die Zeit hier genießen und mit den Jungs Spaß haben.

DÄFF: Wie geht es für dich jetzt weiter nach dem Turniererfolg? Sind schon andere Starts geplant oder geht es erst einmal wieder zurück an den Computer?

Nick: Sicherlich werde ich jetzt auch noch andere größere Turniere spielen wie die EPT in Barcelona oder so…Aber Online-Cashgames sind einfach meine Roots und daher werde ich da natürlich weiter am Ball bleiben.

DÄFF: Ok, Nick…Dann bedanke ich mich für das Interview und viel Erfolg in den kommenden Turnieren und Cashgames!

Nick: Kein Problem, Mann…Gern geschehen!

Gestern abend kam Seb und Nick dann noch die Idee in den nahe gelegenen Elektrogroßmarkt zu fahren, um dort eine PlayStation 3 für die Abendunterhaltung zu kaufen…Also wurde kurzerhand Cort geweckt, der bereitwillig als Fahrer fungierte. Im Endeffekt kauften die Jungs eine PlayStation 3, drei extra Controller und 10 Spiele für $1200. Ein guter Einkauf, wenn man bedenkt, dass wir nur noch vier Tage hier sein werden. Hier seht ihr ein paar Bilder vom Einkauf:

Cort, Seb und Nick beim Aussuchen der Spiele

 

Die Beute

 

Seb posed mit neuen Schuhen vor dem Einkauf

 

An der Kasse: Nick und Seb

Nachdem alles im Auto verstaut war, fuhren wir in Richtung Strip und machten noch kurz am legendären “Welcome To Fabulous Las Vegas”-Schild halt und schossen ein paar Fotos. Klaus und ich verbrachten den restlichen Abend noch auf dem Strip und zogen durch die verschiedenen Casinos und ihre Pokerräume, um $1-Chips als Sammlerstücke zu erstehen. Wir waren schon ca. vier Stunden unterwegs als wir plötzlich merkten, dass es schon 2 Uhr war. Durch die immernoch hohen Temperaturen (über 30°C) und die Massen an Menschen auf der Straße hatte unser Zeitgefühl etwas ausgesetzt. Doch nun, da sich unsere Füße bemerkbar machten, beschlossen wir uns ein Taxi zu nehmen und nach Hause zu fahren…Dort angekommen wurde schon fleißig an der PS3 gezockt. Spiel der Wahl war Tennis und es wurde in unterschiedlichen Doppelpaarungen um jeweils $100 pro Match gespielt. Überraschend war sicherlich, dass Tilmann, der erst später vom Cashgame im Wynn nach Hause kam und das Spiel laut eigener Aussage noch nie vorher gespielt hatte, am virtuellen Schläger fast nach Belieben dominierte und ungeübt (gegenüber vier Stunden Vorzocken der anderen) Zweiter im Mini-Turnier gegen Nico, Seri, Seb und Chris wurde. Letzter gewann das Winner-Takes-All-Turnier und den Pott von $500 allerdings.

Heute kam niemand dazu vor 16 Uhr aufzustehen, da entweder bis in die frühen Morgenstunden Party gemacht oder durchgezockt worden war…Gerüchten zufolge soll noch jemand in die Limousine gekotzt haben, die die Partygänger nach Hause gebracht hatte. Seri und Flo spielen gerade noch Online, wobei Flo mir gerade mitteilt, dass er soeben Supernova-Status auf Pokerstars erreicht hat. Nice!

Ich werde mir gleich noch zwei Spiele der NBA Summer League anschauen, die zurzeit im Thomas & Mack Center der University of Las Vegas stattfindet. So eine Gelegenheit darf ich mir als Basketballer nicht entgehen lassen.

Bis die Tage!

Einmal & nie wieder!

14. Juli 2007

Gestern wollte ich einen erneuten Anlauf nehmen in Sachen Berichterstattung vom Turnier selbst…Da die Sache mit dem Pass sich aber aufgrund der absoluten Querstellerei und Sturheit seitens der WSOP erledigt hatte, musste ich mich zwangsweise in die Schlange der “Spectators” einreihen. Dazu war ich aber gerne bereit, um für euch von der spannenden Phase des Bubble-Plays berichten zu können…Die ca. 50m lange Schlange war eigentlich recht überschaubar und so hoffte ich relativ schnell Einlaß gewährt zu bekommen, um für sagenhafte 20 Minuten den Featured Table von ESPN begutachten zu dürfen, bevor man dann wieder rausgeschickt wurde. Denkste! Nach 2,5 Stunden war ich endlich vorne an der Schlange angelangt und wartete nur noch darauf hineingelassen zu werden…Ich war mich mit meinen Schlangennachbarn einig, dass sich die WSOP mit solchen Aktionen lächerlich machte und extrem kontraproduktiv arbeitete. Aber es sollte noch besser kommen: Nachdem man uns mitteilte, dass die Spieler in 20 Minuten zum Break gehen und wir danach reingelassen werden würden, vergingen weitere 1,5 Stunden ohne eine weitere Meldungen. Hatte man die mehr als 200 wartenden Zuschauer vor der Tür einfach vergessen? Oder wollte man sich einfach nicht mehr darum kümmern? Wie dem auch sei…Als um 17 Uhr immernoch nichts geschah und zum Bubble-Play selbst akkreditierte Medien Schwierigkeiten damit hatten, Einlaß zu bekommen, verließ ich sauer und gefrustet das Convention Center des Rios. Einziger Höhepunkt war das kurze Auftauchen von ”Prince Of Poker” Scotty Nguyen, der aufgrund seines bisher erfolgreichen Abschneidens sichtlich gut drauf war, wie ihr hier sehen könnt:

Scotty Nguyen

It’s me: Scotty, Baby!

Auch Joe Hachem, Huck Seed und Gus Hansen verirrten sich in der Warteschlange, gaben gut gelaunt Autogramme und ließen sich bereitwillig mit Wartenden ablichten. Dennoch konnte all das nicht über die Verarschung der Zuschauer durch die WSOP hinweghelfen, die sich dafür aber wohl im nächsten Jahr keine Gedanken mehr um die Zuschauer machen muss…Alle waren sichtlich angefressen und kündigten an, nicht mehr herzukommen und Beschwerdebriefe an die WSOP zu schicken. Ob das etwas hilft, bleibt abzuwarten…

Anschließend irrte ich etwas planlos durch die Stadt. Eigentlich wollte ich spielen, aber entweder ich fand kein geeignetes Spiel oder die Warteliste war zu lang. Dafür holte ich mir noch Chips aus dem Bellagio, dem Planet Hollywood, dem MGM Grand und dem Hooters Casino. Im Bellagio erblickte ich neben den üblichen Verdächtigen in Bobby’s Room (Doyle Brunson, Eli Elezra, Brian Townsend…) auch Jamie Gold in einem regulären NL $100/$200-Spiel…Seltsamerweise war gerade für diesen Tisch die Warteliste besonders lang! ;)

Als ich wieder zuhause war, traf ich nur Cort, Nico (der aus dem Main Event ausgeschieden war) und Seb an, die ein Billardturnier spielten für $2000. Alle anderen waren wohl unterwegs. Später kam auch Flo, der im Bellagio $10.000er gebusted ist. Lonesome soldier im Main Event aus unserem Haus ist jetzt am 4. Tag noch Nick, der zwischenzeitlich 700k hielt, wobei er den Tag mit 190k, also sehr short begonnen hatte. Momentan sind es um die 450k.

Das Videointerview verzögert sich leider noch etwas, da es noch Probleme gibt, alle zusammen zu bekommen…Ich gucke aber was ich machen kann!

Tag 2 im Main Event

12. Juli 2007

Am Montagabend habe ich $500 beim Billard verloren…Gegen die Luckbox! Unfassbar! Doch Glück im Unglück für mich: Es war nicht meine Kohle, da ich aufgrund der vorherigen starken Spiele von Tilmann gestaked wurde ($100 für mich im Gewinnfall, Freeroll Baby!). Doch die Niederlage schmerzte schon sehr, da nicht nur ich einen schlechten Abend erwischt hatte: Auch Sebastian zeigte nicht sein sein bestes Spiel und so hätte es für mich eigentlich ein Leichtes sein müssen ihn zu besiegen…Doch er machte seinem Namen alle Ehre und gewann die Mini-Serie. Damn! Tilmann wollte ein Rematch und so spielte er daraufhin selbst um $300 gegen Seb, doch es sollte einfach nicht sein Tag sein: War er vor der Billard-Action mit AJ auf einem AJ6-Board gegen JJ ausgeschieden, so verlor er auch dieses Match. Leicht on tilt, wollte er sich wenigstens $200 im Schnick-Schnack-Schnuck wieder reinholen, doch selbst da behielt Seb die Oberhand und so wechselten insgesamt $1000 ihren Besitzer. Mittlerweile konnte Tilmann durch einen netten Cashgame-Gewinn beim NL1000 im Wynn den Abend aber schon wieder vergessen machen. 

Billard

Seb und Nico spielen um $500

 Im Main Event sind viele unserer Hausbewohner mittlerweile ausgeschieden…Die jüngsten Opfer sind Hans und Cort, der gerade zur Tür reinkommt. Er begann den zweiten Tag aber auch mit nur 19k in Chips sehr short. Hans schied bereits gestern mit JJ gegen AK aus. Noch gut im Business sind Niklas (mit gut 140k) und Nico (mit ca. 90k), die heute ihren zweiten Tag spielen. Morgen wird das Feld dann zusammengeführt und der dritte Tag wird gemeinsam gespielt. Seri hingegen hatte nach seinem Ausscheiden im Main Event trotzdem noch Bock auf Poker und hat gestern im 2-Day-Tournament im Venetian gecasht. Er wurde 16. und kassierte dafür $5000. Als er mit dem Taxi am Haus ankam waren wir gerade aufbruchbereit und wollten bowlen gehen. Also stiegen wir in Taxis und Autos und sage und schreibe 12 Mann machten sich auf den Weg ins große Bowling Center des Gold Coast Casino. Drei Spiele sollten es werden und direkt beim ersten wurde natürlich schon wieder das Geld gezückt. Jeder sollte $100 in den Pott legen und der Gewinner der ersten Runde eben diesen bekommen! Cort war der Glückliche (oder nur der mit der größten Edge als Amerikaner beim Bowling) und so wanderten $900 in seine Richtung. Ab der zweiten Runde begann dann die große Zeit der Sidebets und es wurde darauf gewettet, wer wen in der jeweiligen Runde schlägt. Hätte ich mich bei den Side-Bets beteiligt, so wäre es wohl ein netter Payday geworden, denn ich spielte recht gut und wurde 3. in der Gesamtwertung. Da ich aber ein konservativer Hund bin blieb es bei den Bragging Rights. Danach ging es noch an die nahegelegenen Videospielautomaten, wo ich Niklas im Soulcalibur schlagen konnte (twice!) und Seb noch ein Unentschieden im Speedboat-Racing gegen mich rausholte. Nette Geste: Als wir gehen wollten hatte Seb noch einen Großteil seiner für $50 eingetauschten Chips übrig. Also gab er sie kurzerhand ein paar Kids, die sich sichtlich über die unverhoffte Gelegenheit freuten.

Bowling

v.l.n.r.: Seb am Wurf, Nico, Seri, Chris, Cort

Bowling

Markus, Nico und Seri als Beobachter

Bowling

Got ‘ya: Flo und Nick bei einer Sidebet

Nachdem wir beim Casino-eigenen Chinesen speisen waren, ging es ins Casino und die Jungs hatten sich schnell auf ein Spiel geeinigt: Three Card Poker. Bei diesem Spiel bekommt man nur drei Karten und entscheidet sich ob man spielt oder nicht. Gespielt wird gegen die Bank. Die Bank muss mindestens Queen-high haben um sich zu qualifizieren. Flushes und Straights sind möglich. Ein Flush zahlt 3:1, eine Straight 6:1, ein Drilling 30:1 und ein Straight Flush 40:1. Seri hatte sich als der Rest zum Tisch stieß doch tatsächlich schon zweimal einen Drilling gezogen und war somit nach $1000 Buy-In schon und $100 pro Wette mit $5000 im Plus. Damit verließ er auch den Tisch. Aber auch die anderen Gambler sollten gut abräumen: Nick traf z.B. Pairs, Straights und Flushes hintereinander und Seb luckte sich doch tatsächlich einen Straight Flush zusammen, $100-Wette = $4000 Pay-Out. Auf die Auszahlung musste er allerdings ein paar Minuten warten, da der Floorman sich erst vergewissern musste, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Dafür wurde im Security-Bereich angerufen und die Kameras überprüft. Ausserdem musste Seb noch seinen Reisepass vorzeigen und eine Quittung unterschreiben…Wohl gemerkt: Das alles geschah am Tisch und unterbrach das Spiel, was etwas lächerlich war in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um “nur” $4000 handelte. Aber da die Jungs gut gewannen war man scheinbar skeptisch geworden. Außerdem war das Gold Coast ein kleineres Casino was man auch daran merkte, dass der größte Chips $500 war. Etwas genervt von dieser Aktion tippten die Jungs noch die Dealerin recht großzügig und machten sich dann auf zum Craps-Tisch wo ebenfalls etwas Gewinn eingefahren wurde. Bemerkenswert eigentlich, wo noch keiner das Spiel so 100%ig durchschaut hat.

Three Card Poker

vl.n.r.:  Nick, Seb, Chris, Seri, Cort (Hintergrund: Markus & Langmanns)

Straight Flush

Hand Of The Day: A Straight Flush

Heute war dann etwas relaxen angesagt und da es erstmals nicht so ultraheiß war konnte man schön im Garten relaxen und den Pool nutzen. Gleich geht es noch in eine Outlet Mall und heute abend werde ich mal das erste Video-Interview für euch an den Start bringen! Denkt daran, dass ihr den Jungs Fragen stellen könnt, indem ihr sie im Forum postet.

 Grüße aus Vegas Baby!

High Stakes Monopoly & Ein ganz normaler Tag

10. Juli 2007

Nachdem wir um 3 Uhr nachts noch eine $50 Bestellung bei Jack In The Box aufgegeben hatten, entschied ich mich vollgestopft mit Fast Food ins Bett zu fallen, während Chris, Seb, Seri und Tillmann noch nicht an Schlaf denken wollten und eine High Stakes Monopoly Partie starteten mit $100 Einsatz pro Person. Chris sollte der glückliche Gewinner sein, obwohl er es durch einen Tausch von Straßen noch einmal spannend machte…Links oben auf dem Bild seht ihr übrigens die mittlerweile zur Pflichtausstattung für jeden Poker Pro gewordenen Bose Quiet Comfort 3 Kopfhörer mit Noise Cancelling Funktion. Ich konnte mich mittlerweile schon selbst von dieser Funktion, bei der Umgebungsgeräusche vom Kopfhörer nahezu völlig ausgeblendet werden, überzeugen und muss sagen, dass dies wirklich sehr angenehm auf lauten Flügen, bei Bahnfahrten oder eben bei großen Pokerturnieren sein kann. Viele nutzen mittlerweile sogar nur noch diese Funktion, ohne dabei Musik zu hören…Mal sehen, ob ich um einen Kauf drum herum kommen werde oder doch meine Shoppinglust siegt.

Monopoly

Am nächsten Morgen wachte ich total fertig auf, da die Klima-Anlage über Nacht ausgefallen war…Außerdem machten sich Fliegen einen Spaß daraus, sich immer wieder auf meinem Gesicht niederzulassen. Also stand ich auf und kühlte mich etwas im Pool ab. Danach hing ich ein wenig mit den Jungs ab, da es keinen Sinn machte zum Main Event zu fahren, um sich dann wieder über Harrah’s aufzuregen. Ben Kang kann mir aber vielleicht die kommenden Tage aushelfen mit einem Pass. Dann macht es eigentlich auch erst Sinn, da sich das Feld dann etwas gelichtet hat und man etwas mehr Überblick bekommt. Aus dem Haus spielen fast alle das Main Event. Seb, Chris, Seri sind aber bereits am ersten Tag ausgeschieden…Den ersten Tag überlebt haben hingegen Nico (Belinho), Flo (Morgoth) und Hans mit jeweils um die 70.000 in Chips. Niklas (Ragen), Tilmann (weyoun) und Cort (der mit §96k schon einen großen Cash im letzten $1500 NL hatte) spielen heute am vierten und letzten Starttag. Gegen Abend machten Markus (G3nius), Niklas, Daniel und ich uns auf zur PartyPoker-WSOP-Party im MGM Grand. Es gab kleine Häppchen und Getränke umsonst. Mit David Markwart von PokerStrategy (der uns den Eintritt ermöglichte, danke nochmals!) unterhielt ich mich noch über die NBA SummerLeague, die momentan in Vegas stattfindet und die wir noch besuchen wollten. Danach wollten wir Steaks essengehen, also fuhren wir mit zwei anderen PartyPoker Spielern in einer Hummer Limousine nach Downtown ins Four Queens, wo wir eigentlich in Hugo’s Cellar speisen wollten, doch die Waitress teilte uns mit, dass die Küche bereits geschlossen habe. Sie verwies uns aber auf Bob’s Steakhouse direkt gegenüber im Fitzgeralds. Also versuchten wir uns da und es wurde ein großes Festmahl…Drei große Scheine wurden danach aus der Tasche geknüllt und wir verließen das Steakhouse voll bis oben hin. Da wir immernoch zu sechst waren, bestellten wir uns wieder die Limo und wollten noch in einen Club. Der Taxifahrer empfahl uns das Light im Bellagio, also ließen wir uns dort absetzen. Nachdem wir Probleme hatten reinzukommen, weil Nick Turnschuhe anhatte löste er das Problem kurzerhand, indem er dem Türsteher ein paar Scheine anbot. Der Dialog lief folgendermaßen ab: “Hey, you mind if I give you 50 bucks to let me in?” <> “Well, I don’t know buddy…With your shoes and everything….” <> “Ok, how about $70?” <> “Well, I don’t know…Let me ask my boss!” Nachdem er zurück kommt: “Alright, I can let you in for $80!” Nick tut so als ob er es sich überlegen müsste und verschwindet hinter den nahe gelegenen Slots um das dicke Bündel Hunderter nicht vor dem Türsteher auszupacken. Als er zurückkommt, wird das Geld per Secret Handshake übergeben und wir sind drin…Fast! Denn der Eintritt kostet auch noch einmal $30 pro Person, die wir bereitwillig auf den Tisch legen. Endlich im Club haben wir ein, zwei Drinks, tanzen ein wenig um dann nach einer Stunde wieder abzuhauen, da Nick einfällt, dass er am nächsten Tag das Main Event spielt. Auf dem Weg aus dem Casino schauen wir noch kurz bei Bobby’s Room vorbei, dem High Stakes Poker Bereich des Bellagios, und treffen dort Phil Ivey und Brian Townsend, sowie Eli Elezra und TJ Cloutier an, die alle bereits aus dem Main Event ausgeschieden sind. Doch schon nach kurzem Railbirding werden wir vom Floor Manager gebeten, nicht dumm in der Gegend rumzustehen und den Raum bitte zu verlassen…Damn! Wir machen uns also auf nach draussen, doch Nick will noch etwas gamblen und holt sich kurzerhand vier schwarze Chips (je $100), die er beim Roulette auf vier Zahlen setzt. PayOut 35:1 im Gewinnfall…Wie es der Zufall will, trifft er die 13 und kassiert schnelle $3500, woraufhin wir direkt den Tisch verlassen. Well played, sir! ;)

Mit dem Taxi geht es dann nach Hause…Der Taxifahrer erzählt uns noch eine Story von einer besoffenen Kundin, die im $100 gab, nur damit er sie mitnimmt und sie durch die Stadt fährt. Ohne Ziel…Irgendwann hätte sie sich dann ausgezogen und zu ihm gemeint ”I’m horny!”. Also hätte er kurz ihre Brüste angefasst, mehr aber nicht, um sich nicht strafbar zu machen, so der Fahrer. Nick und ich waren uns einig: “Yeah, sure…We don’t believe you, sir!” Zuhause angekommen, kam uns schon Sebastian entgegen, der uns stolz seinen Einkauf im Supermarkt präsentierte…In der Tat ein beachtlicher Einkauf, wie man auf den folgenden Bildern, die unsere Küche und den Kühlschrank zeigen, sehen kann:

Küche

Kühlschrank

Heute morgen erblicke ich nach dem Aufstehen Seri beim Billard spielen, worauf hin ich ihn zu einer Partie auffordere…Kurz gesagt: Ich gewann vier aus sechs Spielen gegen ihn, wobei er im Prinzip keine Chance hatte. Zu dumm, dass ich mir für solche Fälle nicht einen Kredit besorgt habe, um wenigstens hier meine Edge auszuspielen und Profit zu machen. Danach spielte er noch ein wenig NL5000 an zwei Tischen, wobei der Traffic nicht sonderlich hoch war…Mit Fives Full Of Nines stackte er in der kurzen Zeit dennoch einen Spieler und zeigte einen guten Read als er ihn bei dem A-high Board auf AT setzte, was der Gegner in der Tat hielt.

Seri

Jetzt gleich geht es für mich mit den anderen ins Rio, die Action dort den Möglichkeiten nach auschecken und danach Bowlen im Lucky Strike Lanes, dem Rio eigenen Bowling Center. Noch kurz in den Pool und ab unter die Dusche.

 Bis später,

DÄFF