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kaypel Spammer

Anmeldedatum: 28.08.2006 Beiträge: 3097 Wohnort: berlin
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Verfasst am: 14.03.2007, 15:32 Titel: Bankroll-Management |
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version 1.0 – 14.03.07 – Diskussionsthread
Das Startkapital
Zu Beginn einer jeden Pokerkarriere steht wohl die Frage: "Wie viel soll ich einzahlen?". Um diese Frage zu beantworten muss man sich vorher noch im Klaren darüber sein, was man eigentlich erreichen möchte: Will man nur aus Spaß an der Freude spielen oder möchte man sein investiertes Geld sogar vermehren?
Ich denke, dass ein Großteil der Leser an der Vermehrung ihres eingesetzten Kapitals interessiert ist.
Der Rest bricht an dieser Stelle einfach ab. Ihr macht nichts falsch solange eure neue Freizeitbeschäftigung nicht eure finanzielle Existenz bedroht.
Wenn man mal davon absieht, dass es gar nicht nötig ist eigenes Geld einzuzahlen – es gibt genügend Affiliates, die einem Startkapital zur Verfügung stellen – reichen $50 vollkommen aus. Eigentlich möchte ich sogar jedem von höheren Investitionen abraten, doch dazu später mehr.
Die Erhaltung des Kapitals
Ihr verfügt nun über ein Guthaben bei dem Pokerraum eures Vertrauens. Allen, die jetzt Glauben, dass die erste Million in greifbarer Nähe liegt, möchte ich den Film "Rounders" ans Herz legen: Der Protagonist, ein offenkundig erfahrener Spieler, verliert in einer einzigen Hand seine komplette Bankroll.
Da ihr euer Geld einsetzen müsst um daraus mehr machen zu können setzt ihr es kurzfristig gewissen Risiken aus. Diese Risiken sind zum Beispiel schlechte Starthände, teure, sich nicht materialisierende Draws und eben auch Bad-Beats. Das ist natürlich nicht alles, vor allem als Anfänger wird man oft mit schwierigen Entscheidungen konfrontiert – es ist nicht möglich jede Hand zu gewinnen!
Anmerkung: Der Begriff kurzzeitig ist ein dehnbarer Begriff; Er kann zehn, aber auch zehntausend Hände bezeichnen.
Besonderem Interesse gilt also der Kapitalerhaltung. Gemeint ist damit die Schaffung von Rücklagen und einer persönlichen Komfortzone.
Dies ist jedoch wertlos, wenn die Dummheit siegt und man mit Einsätzen spielt, die schnell das Ende für eure Bankroll bedeuten können. Bankroll-Management und Disziplin gehen einher.
Ich schreibe hier aus eigener Erfahrung: Gleich zu Beginn meiner Pokerkarriere konnte ich gute Erfolge verbuchen und fand es sei eine ganz hervorragende Idee ein Limit zu überspringen um schneller mehr Geld zu machen.
Einige Tage später war ich schlauer – und wieder ganz am Anfang. Denn nicht nur meine Rücklagen, auch meine Spielstärke erwies sich für dieses Limit als nicht nicht ausreichend.
Finden des richtigen Limits
Ich möchte jedem Anfänger empfehlen auf dem untersten Limit zu beginnen. Für ein höheres würden die Eingangs erwähnten $50 sowieso nicht ausreichen.
Wieso? Das spielbare Limit hängt vorrangig, wie mein Beispiel verdeutlicht, von dem uns zur Verfügung stehendem Kapital ab. An dieser Stelle müssen wir zwischen den grundlegenden Varianten des Pokerspiels unterscheiden:
Zum einen gibt es da die Variante Limit, bei der man maximal 12 Big-Bets in einer Hand verlieren, oder sagen wir besser einsetzen, kann. Daraus schlussfolgern wir auch gleich, dass wir mindestens 12 Big-Bets am Tisch zur Verfügung haben sollten.
Andererseits gibt es dann noch (Pot-)/No-Limit; Bei dieser Variante ist es möglich das gesamte Geld, mit dem man sich an den Tisch eingekauft hat einzusetzen.
Dieser Unterschied macht es notwendig für die Varianten eigene Richtlinien festzulegen.
Limit: Um ein gewisses Limit spielen zu können sollten euch Rücklagen in Höhe von 300 Big-Bets zur Verfügung stehen. Mit einem Startkapital von $50 ist es also möglich Tische zu spielen, bei denen eine Big-Bet maximal 17 Cent beträgt. Da es solche Tische normalerweise nicht gibt empfehle ich das nächstniedrigere Limit, wenn nicht sogar das niedrigste um erste Erfahrungen mit dem Spiel um echtes Geld zu machen.
(Pot-)/No-Limit: Geht man davon aus, dass man sich mit einem kompletten Stack, das entspricht 100 Big-Blinds, an einen Tisch einkauft sollten einem für das jeweilige Limit rund 20 stacks zur Verfügung haben. Dies würde bedeuten, dass man einem Startkapital von $50 NL2 spielen kann.
Da dieses Limit oft nicht angeboten wird ist es moeglich die so genannte Short-Stack-Strategie zu spielen. Dabei kauft man sich an einen Tisch mit 20 Big-Blinds ein. Dies ermöglicht den direkten Start auf NL10 mit 30 Short-Stacks.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich die Short-Stack- und die Big-Stack-Strategie spielerisch erheblich unterscheiden.
Diese Richtlinien sind natürlich nicht starr; Weiter oben habe ich bereits die Komfortzone angesprochen. Die Wahl des richtigen Limits ist neben den zur Verfügung stehenden Geldmitteln immer auch eine persönliche Entscheidung.
Wechsel des Limits
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Situationen in denen das Limit gewechselt werden sollte/kann: Ihr schlagt das derzeitige Limit nachhaltig und euch stehen genügend Geldmittel für das nächsthöhere zur Verfügung oder aber ihr macht auf dem derzeitigen Limit Verluste und die Rücklagen schmelzen dahin.
Die erste angesprochene Situation ist selbstverständlich die angenehmere; Ihr könnt nun mit dem Gedanken spielen aufzusteigen. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass die Spielstärke und vor allem die Aggressivität ansteigen werden. Macht eure ersten Gehversuche und stellt selbst fest ob ihr euch beim Spielen wohl fühlt. Ist dies nicht der Fall, ist es keine Schande wieder abzusteigen.
Der Limitabstieg ist übrigens die schwierigste Entscheidung, die ein Pokerspieler zu treffen hat; Man hat richtig mit dem eigenen Ego zu kämpfen. Allerdings sollte man sich vor Augen führen, dass man ohne die nötigen Rücklagen mehr oder weniger schutzlos natürlichen Schwankungen ausgeliefert ist.
Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass es eine gute Idee ist die Regeln in den Microlimits (Limit: bis $0,5/$1; No-Limit: bis NL50) zu erweichen und in höheren Limits konservativer zu agieren. _________________ *madapez |
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