Buchbesprechung - ToP - Kapitel 2
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madmat3001 Site Admin

Anmeldedatum: 08.03.2006 Beiträge: 2826 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 17.04.2007, 22:21 Titel: Buchbesprechung - ToP - Kapitel 2 |
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Inhaltsverzeichnis
So, kommen wir zum zweiten Kapitel. Es geht im Wesentlichen um die Gewinnerwartung und bietet in meinen Augen nicht all zuviel Diskussionsstoff, aber ihr könnt mir gerne das Gegenteil beweisen.
Hier also die aus meiner Sicht interessantesten Passagen:
Mathematical Expectation - Kann man gewinnen ohne zu gewinnen?
| D. Sklansky, S. 9 hat Folgendes geschrieben: |
| [...]let's say some imbecile is willing to bet $2 to your $1 on the flip of a coin. Suddenly you have a positive expectation of 50 cents per bet. Why 50 cents? On the average you will win one bet for every bet you lose. You wager your first dollar and lose $1; you wager your second and win $2. You have wagered $1 twice, and you are $1 ahead. Each of thes $1 bets has earned 50 cents. |
Soviel zur Definition des mathematischen Erwartungswertes. Interessant wird es hier:
| D. Sklansky, S. 10 hat Folgendes geschrieben: |
| Anytime you make a bet with the best of it, where the odds are in your favor, you have earned something on that bet, whether you actually win or lose the bet. By the same token, when you make a bet with the worst of it, where the odds are not in your favor, you have lost something, whether you actually win or lose the bet. |
Eine der Aussagen von Sklansky, die in meinen Augen keinen Raum für Diskussion lässt, aber von den meisten Pokerspielern dennoch in keiner Weise verstanden wird. Das Verständnis dieser Aussage ist aber die Voraussetzung für das Verständnis nahezu aller weiteren Konzepte.
Bezugnehmend auf eine (wiedermal) aktuelle Diskussion im Forum: Ja, es ist korrekt vor dem Flop selbst 9 All-Ins mit AA zu callen, selbst wenn man dann evtl. öfter verliert als man gewinnt, weil die Odds positiv sind. Der mathematische Erwartungswert ist positiv.
Zur Anwendung der mathematischen Erwartung auf Poker gibt Sklansky auf den Seiten 12 und 13 nun ein paar Beispiele aus 5 Card Draw und 7 Card Stud. Evtl. hat jemand Lust sich ein Paar Beispiele aus Texas Hold'em auszudenken, um das Ganze zu festigen?
Hourly Rate - Wie ermitteln wir sie? Wozu ist sie gut?
| D. Sklansky, S. 15 hat Folgendes geschrieben: |
| Once you have decided what your hourly rate is, you should realize that what you are doing is earning. You are no longer gambling in the traditional sense. You should no longer be anxious to have a good day or upset when you have a bad day. |
Abgesehen, dass diese Einsicht bei der Tilt-Kontrolle helfen kann, wie ermittelt man überhaupt seine Hourly Rate? Programme wie PO oder PT helfen dabei, aber ab wie vielen Händen ist auf den Wert verlass? Kann man bei dieser Handanzahl nicht davon ausgehen, dass man sich von der ersten Hand bis heute nicht weiterentwickelt hat, oder wird die aktuelle Hourly Rate zwangsläufig höher sein, als die ermittelte, weil man sich verbessert hat? Wie macht man Up- und Downswings ausfindig, die die HR verzerrt haben könnten?
| D. Sklansky, S. 15 hat Folgendes geschrieben: |
| If you have estimated your hourly rate correctly, your eventual winnings will approximate your projected hourly rate multiplied by the total hours played. Your edge comes not from holding better cards, but from play in Situations where your opponents would play incorrectly if they had your hand and you had theirs. |
Hier wird nochmal sehr deutlich, warum Poker kein Glücksspiel in dem Sinne ist. Der Gewinn hängt auf Dauer nicht vom Zufall ab, sondern davon, dass man weniger Fehler macht als sein Gegenüber.
Mit Absicht mathematisch falsch spielen?
| D. Sklansky, S. 16 hat Folgendes geschrieben: |
| [...]it is sometimes correct to play incorrectly! You may, for example, purposely make an inferior play to gain in a future hand or future round of betting. You also may play less than optimally against weak opponents who have only a limited amount to lose or when you yourself are on a short bankroll. In these cases it is not correct to push small edges. [...]Why give weaker players any chance to get lucky and quit big winners or get lucky and bust you if you are on a short bankroll? You'll still get the money playing less than optimally. It will just take a few more hours. |
Von diesem Rat halte ich nicht viel. Die sogenannten "Image-Plays" sind Online relativ zwecklos, da die Spieler zumindest in den niedrigen Stakes gar nicht wirklich auf ihre Gegner achten und man nicht lange genug mit den sleben Gegnern an einem Tisch sitzt, falls sie doch mal auf einen achten sollten.
Das mit der short Bankroll kann ich noch weniger nachvollziehen. Wenn meine BR so klein ist, dass ich mein Spiel in eine unrentable Richtung verändern müsste, dann suche ich mir ein niedrigeres Limit.
Ich denke jedoch, dass die berüchtigte Short Stack Strategie hier ihren Ursprung nahm. Von der halte ich aber auch nix!
Bitte denkt daran hier nur Antworten direkt zu diesem Kapitel zu posten.
Allgemeine Kritiken und Anregungen bitte hier posten.
Zitate direkt aus dem Buch bitte mit dem folgenden Tag einbinden:
| Code: |
| [quote="D. Sklansky, S. X"]...text...[/quote] |
X steht dabei für Seitenzahl auf der das Zitat zu finden ist.
Danke. |
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Norbert Stone Face

Anmeldedatum: 30.10.2006 Beiträge: 338 Wohnort: Terra incognita
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Verfasst am: 20.04.2007, 22:14 Titel: Re: Buchbesprechung - ToP - Kapitel 2 |
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| madmat3001 hat Folgendes geschrieben: |
Interessant wird es hier:
| D. Sklansky, S. 10 hat Folgendes geschrieben: |
| Anytime you make a bet with the best of it, where the odds are in your favor, you have earned something on that bet, whether you actually win or lose the bet. By the same token, when you make a bet with the worst of it, where the odds are not in your favor, you have lost something, whether you actually win or lose the bet. |
Eine der Aussagen von Sklansky, die in meinen Augen keinen Raum für Diskussion lässt, aber von den meisten Pokerspielern dennoch in keiner Weise verstanden wird. Das Verständnis dieser Aussage ist aber die Voraussetzung für das Verständnis nahezu aller weiteren Konzepte.
Bezugnehmend auf eine (wiedermal) aktuelle Diskussion im Forum: Ja, es ist korrekt vor dem Flop selbst 9 All-Ins mit AA zu callen, selbst wenn man dann evtl. öfter verliert als man gewinnt, weil die Odds positiv sind. Der mathematische Erwartungswert ist positiv.
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Etwas weiter unten erklärt er es:
| D. Sklansky, S. 10 hat Folgendes geschrieben: |
| What does it mean to have the odds in your favor? It means winning more on a result than the true odds warrant. |
_________________
Lady Fingers: You raised his tens with a lousy three-flush?
The Man: Gets down to what it's all about, doesn't it? Making the wrong move at the right time!
Cincinnati Kid: Is that what it's all about?
The Man: Like life, I guess. You're good, kid, but as long as I'm around you're second best. You might as well learn to live with it. |
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Norbert Stone Face

Anmeldedatum: 30.10.2006 Beiträge: 338 Wohnort: Terra incognita
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Verfasst am: 20.04.2007, 22:31 Titel: Re: Buchbesprechung - ToP - Kapitel 2 |
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| madmat3001 hat Folgendes geschrieben: |
Mit Absicht mathematisch falsch spielen?
| D. Sklansky, S. 16 hat Folgendes geschrieben: |
| [...]it is sometimes correct to play incorrectly! You may, for example, purposely make an inferior play to gain in a future hand or future round of betting. You also may play less than optimally against weak opponents who have only a limited amount to lose or when you yourself are on a short bankroll. In these cases it is not correct to push small edges. [...]Why give weaker players any chance to get lucky and quit big winners or get lucky and bust you if you are on a short bankroll? You'll still get the money playing less than optimally. It will just take a few more hours. |
Von diesem Rat halte ich nicht viel. Die sogenannten "Image-Plays" sind Online relativ zwecklos, da die Spieler zumindest in den niedrigen Stakes gar nicht wirklich auf ihre Gegner achten und man nicht lange genug mit den sleben Gegnern an einem Tisch sitzt, falls sie doch mal auf einen achten sollten.
Das mit der short Bankroll kann ich noch weniger nachvollziehen. Wenn meine BR so klein ist, dass ich mein Spiel in eine unrentable Richtung verändern müsste, dann suche ich mir ein niedrigeres Limit.
Ich denke jedoch, dass die berüchtigte Short Stack Strategie hier ihren Ursprung nahm. Von der halte ich aber auch nix!
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Das sehe ich auch so. Es gibt mittlerweile einige strategische Artikel von Fachleuten, die aufzeigen, dass die Verluste solcher "Imageplays" größer sind als das, was man dadurch während des späteren Spielverlaufs profitiert. Ich halte wesentlich mehr von der Strategie, die Bob Ciaffone in seinem Buch "Improve your Poker" propagiert, nämlich dem genauen Gegenteil. Das Image des gefährlich-intelligenten tight/aggressiv spielenden Gegners, der seine Aktionen genau überlegt, ist am Pokertisch wesentlich mehr wert als das eines verrückten Maniacs.
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Lady Fingers: You raised his tens with a lousy three-flush?
The Man: Gets down to what it's all about, doesn't it? Making the wrong move at the right time!
Cincinnati Kid: Is that what it's all about?
The Man: Like life, I guess. You're good, kid, but as long as I'm around you're second best. You might as well learn to live with it. |
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