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Buchbesprechung - ToP - Kapitel 3

 
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madmat3001
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BeitragVerfasst am: 23.04.2007, 20:53    Titel: Buchbesprechung - ToP - Kapitel 3 Antworten mit Zitat

Pik Inhaltsverzeichnis Pik

Das dritte Kapitel behandelt das "Fundamental Theorem of Poker" (FTOP). In meinen Augen ist es relativ einleuchtend, jedoch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass nicht jeder es sofort versteht, da es schwierig sein kann, einzusehen, dass es ein "Fehler" (im Sinne des Theorems) sein kann mit einem Straight Flush All-In zu gehen.

Fangen wir aber mit dem Theorem an sich an:

Kreuz The Fundamental Theorem of Poker
D. Sklansky, S. 17 hat Folgendes geschrieben:
Every time you play a hand differently from the way you would have played it if you could see all your opponents' cards, they gain; and every time you play your hand the same way you would have played it if you could see all their cards, they lose. COnversely, every time opponents play their hands differently from the way they would have if they could see all your cards, you gain; and every time they play their hands the same way they would have played if they could see all your cards, you lose.

Im weiteren erläutert Sklansky, dass dieses Theorem in allen Heads-Up Situationen uneingeschränkt gültig ist. Weiter hinten im dritten Kapitel geht er dann auf die wenigen Multi-Way Pots ein, in denen das Theorem ausnahmsweise nicht gilt.

Kreuz FTOP in Multiway-Way Pots
D. Sklansky, S. 25 hat Folgendes geschrieben:
The reason we qualify multi-way pot is that there are certain situations with two or more opponents when you actually want one or more of them to play as they would if they knew what you had, Let's say that with cards still to come, you have a 30 percent chance of winning a pot. Opponent A has a 50 percent chance, and Opponent B has a 20 percent chance. If you bet, you might not mind Opponent A's raising with the best hand to force Opponent B out. A's chances of winning may now increase to 60 percent, but yours increase to 40 percent.

Offensichtlich ist diese Einschränkung sehr speziell, sollte aber dennoch Erwähnung finden.

Das FTOP lässt sich relativ leicht auf den Punkt bringen, ist aber in seiner Anwendung dennoch sehr komplex. Ich würde mich sehr freuen, wenn jeder, der in diesem Thread antwortet, mindestens eine Hand History postet (bitte konvertiert) in der er oder sein Gegner einen Fehler im Sinne des FTOP gemacht hat. (Die "Streber" unter uns können auch zusätzlich ein Beispiel für die "Multi-Way Pot Ausnahme" posten. Very Happy)
Ich hoffe, dass wir eine lebhafte Diskussion zustande bekommen, die allen Beteiligten und Mitlesern ermöglicht, das FTOP in seiner Ganzheit zu begreifen.
Schließen möchte ich mit Sklansky's eigener Zusammenfassung des Theorems:

Kreuz FTOP Zusammenfassung
D. Sklansky, S. 26 hat Folgendes geschrieben:
The Fundamental Theorem of Poker states that the best way for players to play is the way they would play if they knew their opponent's cards. Anytime a player sees an opponent's cards when the hand is over and says, "Oh, if I'd known that's what he had, I would have played differently," that player has cost himself money and made (or saved) money for his opponents.




Bitte denkt daran hier nur Antworten direkt zu diesem Kapitel zu posten.
Allgemeine Kritiken und Anregungen bitte hier posten.
Zitate direkt aus dem Buch bitte mit dem folgenden Tag einbinden:
Code:
[quote="D. Sklansky, S. X"]...text...[/quote]
X steht dabei für Seitenzahl auf der das Zitat zu finden ist.
Danke.
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Gorilla
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BeitragVerfasst am: 24.04.2007, 00:15    Titel: Antworten mit Zitat

mag sein, dass ich das theorem nicht 100%ig verstanden habe, aber eines ist klar: ein theorem bezieht sich ja stets auf das ganze objekt (in diesem falle poker), sonst wäre es kein theorem. oder differenziert slansky innerhalb des objektes poker noch?

es geht um folgendes:

es gibt spiele, die ich anders gespielt hätte, wenn ich die hand des gegners gewusst hätte, aber dann weniger geld verdient hätte. das liegt einfach an den spielern in den mikro-limits.

ist das theorem darauf nicht übertragbar oder beinhaltet es auch, dass ich mich auf die idiotie meines gegners einstellen muss, obwohl ich ihn nicht kenne?

oder muss man einfach mal vorraussetzen, dass slansky sich auf der ebene von "wirklichem" poker bewegt oder betreibe ich hier nur rabulistik?
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Gorilla
The Great White


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BeitragVerfasst am: 24.04.2007, 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

was folgert slansky aus dem theorem? ich meine, da man nie behaupten kann, man KENNE die karten des gegners, wird das theorem ja luft.
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Norbert
Stone Face


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Beiträge: 338
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BeitragVerfasst am: 25.04.2007, 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

Gorilla hat Folgendes geschrieben:
was folgert slansky aus dem theorem? ich meine, da man nie behaupten kann, man KENNE die karten des gegners, wird das theorem ja luft.


Ich glaube, hier liegt ein Verständnisproblem dieses Theorems vor. Dieses "you gain" oder "you lose" bezieht sich auf den Gewinn eines Vorteils bzw. auf den Erhalt eines Nachteils im Spiel der betreffenden Hand Damit ist nun nicht gemeint, dass man unbedingt die Hand gewinnt oder verliert. Es bezieht sich auf den statistischen Vor- bzw. Nachteil im Spiel, der sich aus der immer wiederkehrenden Situation ergeben würde.

Nur mal als Beispiel, selbst wenn man die Karten seines Gegners genau kennt und weiß, dass man auf dem Flop und auf dem Turn noch im Vorteil ist und diese Hand spielt, kann es dennoch passieren, dass auf dem River plötzlich der Gegner vorne liegt weil er seine "Wunderkarte" getroffen hat. Man hat also nach dem Theorem alles richtig gemacht und trotzdem verloren. Hätte man bereits von Anfang an auch die Karten gewußt, die auf dem Board erscheinen, hätte man seine Hand natürlich bereits vor dem Flop weggeworfen, selbst wenn es zwei Asse gewesen wären. Sowas nennt man auch einen "bad beat", also eine statistisch sehr unwahrscheinliche Situation, wo man am River mit der deutlich besseren Starthand von einem Gegner noch überholt wird.


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Gorilla
The Great White


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BeitragVerfasst am: 25.04.2007, 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

klar geworden, danke.

ps: nettes avatar
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Skyandra
Mr.PotOdd


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Wohnort: Preetz

BeitragVerfasst am: 25.04.2007, 19:29    Titel: Antworten mit Zitat

Sklansky meint schon den Geld-Gewinn auf lange Sicht.

Zu Deutsch:
Immer, wenn man genau so spielt, als kenne man die Karten seines Gegners (und wisse somit auch genau, wie die Odds sind!), hat man bei der Hand den bestmöglichen Erwartungswert!
Man gewinnt, Gegner verliert auf lange Sicht!
Wenn man eine Hand anders spielt, als man es getan hätte, wenn man die Karten seines Gegners gekannt hätte, verliert man und der Gegner gewinnt!


Dieses "Every time [...] they gain [...] and they lose", heißt nicht, dass damit jede Hand mit ihrem absoluten Pot als Gewinn oder Verlust zu werten ist, sondern der theoretische Erwartungswert der dahinter steckt!


Als Beispiel zur Verdeutlichung:

Online 10er SnG, noch 3 Spieler dabei, also alle schon ITM. Blinds sind 400/800.
Man ist Chipleader mit 4000 der beiden anderen haben jeweils etwa 3000.
Man sitzt im Big-Blind und bekommt KK!
Der Dealer geht direkt allin!
Der SB foldet.
Das Spiel, dass wahrscheinlich jeder hier machen würde, wäre ein sofortiger call, schließlich geht man von einer 80%igen Siegchance aus!
Der Dealer zeigt aber leider AA!
Flopp kommt K83 rainbow, Turn T, River 2! Man gewinnt diese wichtige Hand mit einem Set Kings!


War diese Hand gut für uns? Ja, wir haben einen wichtigen Pot mit Glück gewonnen und wohl jeder normaler Spieler hätte sie so gespielt!

Wie waren unsere Odds? 4:1 bei Potodds von etwas besser als 1:1!

Hätten wir diesen Call gemacht, wenn wir die Hand unseres Gegners gekannt hätten? NEIN, auf keinen Fall - genau das besagt das Theorem!

IMMER, wenn wir dieses Spiel machen, hat unser Gegner einen positiven Erwartungswert und wir einen deutlich negativen; wir verlieren, er gewinnt Smile
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........und darum müssen wir versuchen aus den Fehlern anderer zu lernen, denn wir leben nicht lange genug, um sie alle selbst zu machen
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Gorilla
The Great White


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BeitragVerfasst am: 25.04.2007, 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

aha, wenn wir das blatt unseres gegners preflop kennen! tun wir aber nie. was bringt uns dieses theorem? welche substanz besitzt es für unser spiel?
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tohu
Moderator


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BeitragVerfasst am: 25.04.2007, 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Norbert hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube, hier liegt ein Verständnisproblem dieses Theorems vor. Dieses "you gain" oder "you lose" bezieht sich auf den Gewinn eines Vorteils bzw. auf den Erhalt eines Nachteils im Spiel der betreffenden Hand Damit ist nun nicht gemeint, dass man unbedingt die Hand gewinnt oder verliert. Es bezieht sich auf den statistischen Vor- bzw. Nachteil im Spiel, der sich aus der immer wiederkehrenden Situation ergeben würde.

Nur mal als Beispiel, selbst wenn man die Karten seines Gegners genau kennt und weiß, dass man auf dem Flop und auf dem Turn noch im Vorteil ist und diese Hand spielt, kann es dennoch passieren, dass auf dem River plötzlich der Gegner vorne liegt weil er seine "Wunderkarte" getroffen hat. Man hat also nach dem Theorem alles richtig gemacht und trotzdem verloren. Hätte man bereits von Anfang an auch die Karten gewußt, die auf dem Board erscheinen, hätte man seine Hand natürlich bereits vor dem Flop weggeworfen, selbst wenn es zwei Asse gewesen wären. Sowas nennt man auch einen "bad beat", also eine statistisch sehr unwahrscheinliche Situation, wo man am River mit der deutlich besseren Starthand von einem Gegner noch überholt wird.


hmm... ich stimme da eher mit skyandra überein.

eigentlich ist das theorem doch nur eine weiterentwicklung der mathematischen erwartung, wie sie in kapitel 2 besprochen wurde. und deshalb bezieht sich "you gain" oder "you lose" tatsächlich auf den gewinn oder verlust, und nicht nur auf einen statistischen vorteil.

um mal dein beispiel mit den assen aufzugreifen. es ist in jedem fall richtig, die asse zu spielen, denn selbst wenn du am river die hand durch einen badbeat verlierst, hast du dennoch gewinn gemacht.
klar wird dies durch slansky beispiel in kapitel 2, in dem er die münze ins spiel bringt. wirf die münze, setze auf kopf. dein gegner gibt dir 2$ wenn du gewinnst, du musst ihm 1$ geben, wenn du verlierst. hierbei ist es vollkommen egal, ob nun kopf kommt oder zahl fällt, du gewinnst bei jedem wurf 50cent. es wäre töricht diese spiel nicht zu spielen, selbst wenn du wüßtest, dass kein kopf kommt.
und genau das ist es, was slansky mit dem theorem meint. vollkommen unabhängig ob der gegner jetzt seinen 2 outer trifft. man selber war im vorteil und hat die hand genauso so gespielt, als ob man die hand des gegners kennen würde (in unserem fall eine schlechtere hand als unsere asse). der gegner hat vollkommen falsch gespielt, weil, wenn er gewußt hätte, dass wir asse haben, hätte er uns nicht auf flop und turn nur für zwei outs bezahlt. wir haben also gewinn gemacht, weil der gegner seine hand anders gespielt hat, als er sie spielen würde, wenn er unsere hand kennen würde.

das theorem selber wird in vielen verschieden varianten eingesetzt. so ist zum beispiel jede art von deception oder bluffs anwendung dieses theorems, weil wir den gegner dazu verleiten wollen, so zu spielen, wie er es nicht tun würde, wenn er unsere karten kennen würde.
hiermit beantwortet sich auch die frage nach der substanz dieses theorems. es ist grund und ursache für unser spiel. wir wollen, dass der gegner anders spielt, als er spielen würden, wenn er unsere karten kennen würde, weil wir damit gewinn machen. und deshalb gibt es überhaupt sowas wie slowplay, checkraise, bluff, semibluff, sonnenbrillen ( Wink ), etc.
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Gorilla
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BeitragVerfasst am: 25.04.2007, 20:28    Titel: Antworten mit Zitat

dass ich als noch-vor-kurzem-kölner mal einer pille danke sage....
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Skyandra
Mr.PotOdd


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BeitragVerfasst am: 25.04.2007, 20:28    Titel: Antworten mit Zitat

Respekt @ tohu

ich war gerade noch am Wortesuchen, aber du hast das schneller und besser hinbekommen Smile



Wir reden immer von Odds und Outs, und berechnen unseren EV für aktion X, wenn wir bei einem Gegner Handrange Y vermuten.
Es muss nicht unbedingt ein Fehler sein, gegen seine Potodds zu callen oder sich zu viele Outs zu geben, aber es ist das einzige, was wir mit mathematischer Genauigkeit und unseren mangelnden Informationen sagen können...
Wir callen normalerweise nicht mit einem Flushdraw und zwei overcards, wenn ein Gegner uns sehr miese Odds gibt. Dieser weiß nämlich, dass wir seine Karten nicht kennen! Er kann diesen Move mit any two cards machen und wir würden dann immer richtig handeln, wenn wir callen und immer falsch, wenn wir folden.
Da wir aber aber nur unsere misen odds kennen, folden wir und machen somit einen Fehler, was jeder als "richtigen Fold!" beschreiben würde...
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Norbert
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BeitragVerfasst am: 25.04.2007, 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

tohu hat Folgendes geschrieben:

hmm... ich stimme da eher mit skyandra überein.


Dagegen habe ich nichts einzuwenden denn prinzipiell meinen wir beide das selbe. Natürlich verschafft dir ein statistischer Vorteil auf lange Sicht auch einen finanziellen Gewinn, das steht wohl außer Frage. Was ich nur betonen wollte, ist der Umstand, dass man dadurch aber nicht notwendigerweise eine konkrete Hand gewinnt, die man ansonsten verloren hätte.

Außerdem darf man darf diese Sache alleine auch nicht überbewerten, das ist nur ein kleines Mosaiksteinchen in dem gesamten Bild. Die Kenntnis über die Karten des Gegners alleine nützt einem auch nur entsprechend viel, wenn man auch die Kenntnisse und Fähigkeiten hat, wie man aus dieser Information den größtmöglichen Wert schöpft. Aber das erfahren die Leser dann spätestens im Kapitel 20 (mein Lieblingskapitel Very Happy )


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Skyandra
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BeitragVerfasst am: 27.04.2007, 18:23    Titel: Antworten mit Zitat

Du hast Recht, wir reden echt aneinander vorbei Confused


Fakt ist, dass Sklansky nicht von einem "statistischen Vorteil", sondern ganz klar von "man gewinnt" oder "man verliert", bezogen auf jede einzelne hand, spricht.

Außerdem möchte uns Sklansky damit absolut nicht sagen, dass wir die Karten unseres Gegners kennen müssen (denn das ist - wie schon mehrfach erkannt - einfach nicht möglich)!
Das für jeden Pokerspieler wichtigere ist, dass man selbst so spielen soll, dass der Gegner die eigenen Karten möglichst gar nicht einschätzen kann; denn je mehr er das kann, desto weniger verstößt er gegen die Aussage des Theorem und desto weniger gewinnen wir!
Andersrum: Wenn es uns ein Gegner leicht macht ihn zu durchschauen, kennen wir noch lange nicht seine Karten, aber wir können sie durchaus gut einschätzen und die Hände mit denen wir gegen ihn spielen anpassen.

Gegen einen Rock, der preflopp stark raised, darf man sich nicht wundern mit TT gegen Overcards oder ein Overpair zu laufen!
Gegen einen Maniac ist TT unter Umständen ein Monster...
Also auch, wenn man die genaue Hand des Gegners nie kennt, sitzt man ihn automatisch auf eine gewisse Range und eine Chance, dass er blufft.
Je besser man dies schafft, desto mehr gewinnt man, je schlechter man jemanden liest (oder je besser er in seiner deception ist), desto mehr verliert man in einer gespielten Hand.

Denn es gilt in jeder Hand das Theorem:
Wenn man anders spielt, als man es getan hätte, wenn man die Karten seines Gegners / seiner Gegner gekannt hätte, verliert man.
Wenn man es schafft so zu spielen, wie man gespielt hätte, wenn man die Karten gekannt hätte, gewinnt man.

Es ist außerdem noch zu sagen, dass er mit verlieren/gewinnen nicht meint, dass man mit dieser hand dann im Durchschnitt einen positiven oder negativen Erwartungswert hat, sondern nur, dass man mit dieser hand durchschnittlich mehr gewinnt oder mehr verliert, als man es sonst vielleicht tun würde.
Auch wenn man eine Hand anders spielt, als wenn man die Karten des Gegners gekannt hätte, kann man auf Dauer Gewinn damit machen, aber mit Sicherheit weniger, als wenn man sie gekannt hätte! Smile
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