Posts Tagged ‘Black Friday’

Subject:Poker verlässt uns. Diamond Flush Poker übernimmt

Montag, Februar 6th, 2012

Logo von Subject:Poker auf TwitterKurz nachdem sich im April letzten Jahres mit Black Friday der Onlinepokerhimmel für US-Bürger verdunkelte, ging mit Subject:Poker – Poker News Done Right (S:P) ein Magazin an den Start, das schnell zu einer vielzitierten Kapazität in Sachen gut recherchierter Berichterstattung und Kommentare aufstieg, speziell über den Verlauf der Full Tilt Affäre und die Kriminalisierung der Onlinepokerrooms in den USA. Am Freitag nun schrieb Chefradakteur Noah Stephens-Davidowitz ein letztes Editorial: Es wird keine weiteren Artikel auf Subject:Poker mehr geben. Er und Co-Gründer Thomas sehen sich aus ethischen Gründen veranlasst, ihre Arbeit an dem Magazin aufzugeben, da sie sonst das Grundprinzip der unabhängigen Berichterstattung auf dieser Seite verletzen würden – sie haben soeben gemeinsam eine Consulting-Firma für Onlinepoker-Sicherheit gegründet.

Das letzte Thema von S:P vor dem Aus war eine Bericht über die weitgehende Entkräftung einer Sammelklage gegen Full Tilt Poker. 13 namentlich genannte Angeklagte, Ray Bitar, Nelson Burtnick, Howard Lederer, Phil Ivey, Chris Ferguson, John Juanda, Jennifer Harman-Traniello, Phil Gordon (schon früh offiziell entlastet), Erick Lindgren, Erik Seidel, Andy Bloch, Mike Matusow, Gus Hansen, Allen Cunningham und Patrik Antonius und neun Full Tilt-assoziierte Firmen sowie 100 „John Does“ („Platzhalter“ für künftig zu ergänzende Namen von Individuen und Firmen) sollten sich laut Klageschrift durch die Anwälte Wolf Haldenstein Adler Freeman & Herz LLC der Korruption und Bestechung schuldig gemacht haben – was zur Beschlagnahmung der Website und zum Einfrieren der Spielergelder durch das Department of Justice (DoJ) geführt habe. Richter Leonard Sand vom Southern District of New York entlastete letzte Woche die meisten Genannten: Abgesehen von den Vorwürfen gegen Ray Bitar, Nelson Burtnick und die Firmen Pocket Kings, Vantage und Filco liefere die Sammelklage nicht genügend Material, um jedem Einzelnen wissentliche (Mit-)Täterschaft zu unterstellen. Allerdings bleibe es den Anwälten, die Klage „im Namen aller US-Spieler, die am 15. April 2011 Geld auf Full Tilt Poker liegen hatten“ zu modifizieren und neu einzureichen. Tatsächlich war sie vor sieben Monaten eingereicht worden, lange bevor das DoJ im September selbst Zivilklage erhob.

Header Diamond Flush PokerS:P ist also Geschichte, aber sein Geist lebt weiter: Diamond Flush, einer der Autoren von S:P, hat sich „bereiterklärt, eine Seite zu lancieren, die die News fortführt“. Auch er, so sein „Mission Statement“, habe sich der unabhängigen Berichterstattung in Sachen Poker verschrieben. Und Subject:Poker bleibt – wenn auch ohne Aktualisierung – immerhin als Archiv online.

USA: Onlinepoker steht nun vor Gericht

Freitag, Dezember 2nd, 2011

im US-BundesgerichtVerstößt die Zahlungsabwicklung für Onlinepoker-Anbieter gegen die Gesetze der USA oder nicht? Seit mehreren Jahren sorgt diese Streitfrage für Auseinandersetzungen zwischen dem US Department of Justice auf der einen und Pokerseiten/Zahlungsprozessoren auf der anderen Seite. Letzter (und für die Onlinepokerwelt traumatischer) Höhepunkt war die Beschlagnahmung der US-Domains mehrerer auf dem amerikanischen Markt agierender Onlinepokerrooms, darunter die der Branchenriesen PokerStars und Full Tilt Poker, am 15. April („Black Friday“) und in den Wochen danach. Gestern ging es in die nächste Runde: Vor einem Bundesgericht in Manhattan trafen sich mehrere US-Bundesstaatsanwälte zu einem Hearing, um die Anklagen gegen zwei Beschuldigte zu erörtern, die an finanziellen Transaktionen der Onlinepoker-Industrie beteiligt waren.

John Campos,  ehemaliger Vizepräsident des Aufsichtsrats einer Bank in Utah, und Chad Elie, Chef eines Zahlungsprozessors, die der Geldwäsche und des Bankbetrugs angeklagt sind, hatten sich gegen diese Vorwürfe gewehrt und beantragt, die von Bundesstaatsanwalt Preet Bharara gegen sie erhobenen Anklagen sollten fallengelassen werden. Nach Beobachtungen des Business-Magazines Forbes ist der Vorsitzende Bundesrichter Lewis Kaplan allerdings mitnichten gewillt, der Argumentationslinie der Anwälte von Campos und Elie Gehör zu schenken, die im Wesentlichen bestreiten, mit der Abwicklung von finanziellen Transaktionen für Pokerrooms gegen den im Jahr 2006 in Kraft getretenen Unlawful Internet Gaming Enhancement Acts (UIGEA) verstoßen zu haben. Richter Kaplan habe klar zu erkennen gegeben, dass er bereits jetzt, im Vorfeld der anstehenden Serie von Prozessen gegen die Beschuldigten des Black Friday, klar auf Seiten der durch Bharara und Assistant U.S. Attorney Arlo Devlin-Brown stehe. So räumt das Wirtschaftsmagazin denn auch der Chance, die Anklage können ganz oder im Wesentlichen fallen gelassen werden, keine Chance ein. Die Aufnahme des Prozesses gegen Campos und Elie wurde für März 2012 angesetzt.

Bemerkung aus dem Randgeschehen: Der republikanische Kongressabgeordnete und federführende Onlinepoker-Lobbyist Joe Barton beabsichtigt seine Bill zur Legalisierung des Spiels im Internet in diesem Sommer zur Abstimmung in den Kongress zu bringen. „Wenn wir es bis zur Abstimmung bringen …, dann kriegen wir sie auch durch“, zitierte ihn The iGaming Post.

Full Tilt-Highroller werden kontaktiert. Tony G kritisiert AGCC. Fertitta Interactive wieder mit Kurs auf Online Poker

Donnerstag, Oktober 27th, 2011

LivePokerEhemalige Highroller auf Full Tilt Poker, deren Bankrolls dort seit Black Friday noch eingefroren sind, wurden in den letzten Tagen vom französischen Pokermagazin LivePoker angerufen und unter Anderem gefragt, welche Auszahlungsoptionen – den gesamten Betrag auf einmal mit einer entsprechend hohen Bearbeitungsgebühr, über ein Jahr verteilte Auszahlungen mit geringen Gebühren oder in Form von Anteilen an der Firma. Herausgeber von LifePoker ist George Djen, der Gründer von FullFun.  Dieses Unternehmen gehört zur Groupe Bernard Tapie, die seit etwa einem Monat als künftiger Besitzer von Full Tilt Poker gilt.

Angeblich soll Full Tilt Poker innerhalb der nächsten Wochen wieder online gehen, wie einer der angesprochenen Spieler im Laufe des Telefonats erfahren haben will und im Forum TwoPlusTwo.com berichtete. Zunächst waren anscheinend nur spanische High Roller angesprochen worden, doch inzwischen berichteten auch Highroller anderer Nationen, darunter Deutschland, von einem Anruf dieser Art. Nun wird natürlich spekuliert, was es zu bedeuten hat, dass die Groupe Tapie anscheinend bereits mit den Daten der Full Tilt-Kunden operieren kann.

Kurzmeldungen

PokerPro Tony G, mit bürgerlichen Namen Antanas Gouga, gibt  der Alderney Gambling Control Commission Mitschuld am Full Tilt Desaster. Der britische Sender BBC sendete ein Interview Mit Tony G, in dem er erklärte, die Kommission sei ihren Verpflichtungen den Spielern gegenüber nicht wirklich nachgekommen: „ (Sie) ist ja eigentlich da, um junge und verletzbare Menschen zu schützen, und meiner Meinung nach hat sie da versagt.“

Glücksspielriese Fertitta Interactive, die unter Anderem 45 Prozent der Station Casinos in Las Vegas besitzen, gaben den Aufkauf der Gaming-Software Entwicklerfirma CyberArts bekannt. Bis Mai hatte sich Fertitta in einer „strategischen Allianz“ mit Full Tilt Poker in Richtung US Onlinepoker-Markt bewegen wollen, die Ereignisse des Black Friday jedoch hatten zum schlagartigen Ende dier projektierten Zusammenarbeit geführt. Mit dem Erwerb von CyberArts steht Fertitta Interactive nun wieder in den Startlöchern, sollten sich die USA wie vielefach spekuliert für legalisertes Internetgaming öffnen.

Poker News: Full Tilt Deal geplatzt? Doyle‘s Room verkauft. Carina Gollwig neue Pokermeisterin im Norden

Dienstag, Oktober 11th, 2011

Full Tilt LogoFull Tilt Deal geplatzt? Wie die iGamingPost gestern in einer kurzen, seltsamerweise von nur wenigen Medien aufgegriffenen Nachricht wissen lässt, wurde die Redaktion von „vertrauenswürdiger Seite… informiert, dass der mögliche Aufkauf von Tiltware (Full Tilt Poker) durch die Groupe Bernard Tapie praktisch Geschichte ist – und zwar ziemlich sicher mit dem Ausgang NO DEAL“. Als Grund wird die mangelnde Kooperation der Full Tilt-Führungsspitze, insbesondere Ray Bitars, genannt. Letzterer sei ohnehin viel zu sehr damit beschäftigt, seine privaten, auf Veranlassung des US Department of Justice eingefrorenen Gelder wieder freizubekommen, als dass er sich um die Zukunft des Rooms kümmern könne.

Boyle Brunsons Augen und HutbandDoyle‘s Room verkauft. Americas CardRoom (ACR), einer der Pioniere unter den Onlinepokerrrooms, hat Doyle‘s Room aufgekauft. Erst kürzlich hatte sich ACR nach einer Onlinepoker-Auszeit dem Yatahay Network angeschlossen. Dort wartete Doyle‘s Room bereits – sozusagen fertig verpackt und abholbereit, hatte doch Gründer Doyle Brunson deprimiert von den Ereignissen des Black Friday, seinen Weggang verkündet und verlangt, dass sein Name nicht mehr als Markenzeichen verwendet würde. Der seit 2001 bestehende Americas CardRoom verfügt selbst über ein starkes Branding. Ein Unternehmenssprecher erklärte jetzt: „Wir sind sehr begeistert über den Erwerb von Doyle‘s Room und die damit einhergehende Ausweitung unserer Marke.“ Gleichzeitig versicherte er Spielern und Affiliates, dass ihre Funds „sicher sind und Americas CardRoom alle mit Doyle’s Room bestehenden Vereinbarungen einhalten wird.“ Erste große Aktionen werden ab dem 1. November ein $ 65.000 Rake Race und die Americas CardRoom Online Super Series (ACROSS) sein. Ebenfalls in Vorbereitung ist laut gambling911.com ein “innovatives Loyalty-Programm”.

Logo Casino TravemündeCarina Gollnik neue Pokermeisterin im Norden. 105 Teilnehmer spielten am Wochenendeim im Casino Travemünde  um die 4. Schleswig-Holsteinische Pokermeisterschaft und um einen Preispool in Höhe von € 57.750. Nur vier Frauen nahmen Teil – eine von ihnen, die 28jährige Carina Gollnik konnte am zweiten Turniertag nach 15 Stunden  den Titel, den Pokal und € 15.750 € Siegprämie für sich verbuchen.

Onlinepoker in Bewegung

Samstag, September 24th, 2011

„Der Held der Story hat auch betrogen. Und das ist einfach nicht … Poker Heroes betrügen einfach nicht.“ Mit dieser Sentenz endet der neue Teaser der großen Pokerdokumentation „All In: The Poker Movie“, die im Februar 2012 in die Kinos kommen soll. Aparterweise spricht Howard Lederer den Satz – und die Produktionsfirma 4th Row Films hatte den Teaser am Donnerstag, mitten in den Medienrummel um die neuen Anklagen des Department of Justice gegen die Führungsriege von Full Tilt Poker und die Beschlagnahme der Vermögen von Lederer, Ferguson und Anderen hinein, auf You Tube hochgeladen.

Teaser  zu "All In: The Poker Movie"

Howard Lederer in All In: The Poker Movie
Kompletter Teaser auf http://www.youtube.com/watch?v=Mgukwet01Bo

Ähnlich wie in dem ebenfalls für Anfang 2012 angekündigten „BOOM – The Incredible True Story of Onlinepoker“ aus dem Hause 918 Films geht es in „All In“ um den Verlauf des Pokerbooms seit seinem Beginn in der Ära Moneymaker bis zum bösen Erwachen am Black Friday im April diesen Jahres und dessen Folgen. Die Onlinepokerszene ist allerdings in den letzten Monaten so heftig in Bewegung geraten, dass man sich fragt, ob die beiden großen Dokumentarfilme über Online auch nur den Hauch einer Chance haben, bei ihrem Erscheinen nicht bereits völlig von den Ereignissen überrollt zu sein. Andererseits könnte natürlich auch genau das den etwas makabren Charme solcher Dokumentationen ausmachen: Angesichts all der Auf und Abs, die Onlinepokerräume und –spieler innerhalb von weniger als sechs Monaten durchmachten, und die sicher noch lange nicht vorbei sind, hilft es sicher beim Wahren des Überblicks, wenn wir hin und wieder mit Bestandsaufnahmen versorgt werden, die längere Zeiträume abdecken.

Teaser zu BOOM

Chris Moneymaker’s Triumph bei der WSOP 2003
in BOOM – The Incredible True Story of Online Poker
Kompletter Teaser auf http://www.youtube.com/watch?v=4noS7EmKqNM

Auch aktuelle „kleinere“ Meldungen, die wie viele andere zur Zeit mehr oder weniger im Full Tilt-Wirrwarr untergegangen sind, sind charakteristisch für die Umbrüche, die zur Zeit in der Onlinepokerszene stattfinden: Anfang dieser Woche beispielsweise verkündete Bodog Poker, es Trackingseiten wie Sharkscope und PokerTableRatings (PTR) künftig noch schwerer machen zu wollen, Datamining auf der Seite zu betreiben und Hand Histories zu verkaufen. Im Wesentlichen geht es dem Management darum Hobbyspieler zu schützen, deren Abwanderung man befürchtet, wenn sie zu häufig von Regulars zur Kasse gebeten werden.

Derweil befindet sich PokerTableRatings.com seit Mittwoch unter heftigem Beschuss durch eine DDoS (Distributed Denial of Service)-Attacke. DDoS besteht aus einer oder mehreren Angriffswellen, die von vielen verschiedenen Servern aus erfolgen. Dabei wird das Ziel beispielsweise ständig mit fehlerhaften IP-Paketen bombardiert und ist binnen Kurzem nicht mehr erreichbar, was natürlich fatal für Seiten ist, die wie PTR Dienstleitungen in Form aktuellster Informationen verkaufen.

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Turbo News: Wieder Spielerstreik bei PartyPoker geplant. PokerView geht zu Merge. Team America vs. Team Europe im Caesars Cup.

Dienstag, September 13th, 2011

Logo Party PokerNeuer Spielerstreik bei PartyPoker geplant. Wie pokerfuse.com berichtet, formieren sich auf PartyPoker wieder Spieler für eine Protestaktion. Beim „Sitout“, der am 15. September um 00:00 ET (= 6h morgens MEZ) beginnt, werden die Protestler Plätze an so vielen Tischen wie möglich besetzen und dann jede Action verweigern. Ähnlich wie beim „Sitzstreik“ im August geht es auch diesmal um die Änderungen, die PartyPoker beim Rake einführte. Das Management hatte die geplanten Änderungen der Rakestrukturen daraufhin fallengelassen, an der Einführung der Rakeberechnung via weighted contribution aber festgehalten. Gegen sie richtet sich die neue Protestaktion.

Poker ViewPokerView wechselt von Everleaf zu Merge. PokerView.com, das für sich den Titel „First Webcam Poker Site“ in Anspruch nimmt, zieht heute zu Merge Gaming um. Gestartet war der Room im Mai diesen Jahres auf dem Everleaf Poker Network. Demnächst soll ein Turnier mit garantierte $ 4 Millionen an Preisgeldern ins Programm genommen werden, ein Preispool, den es in dieser Höhe zur Zeit nicht bei Merge gibt. PokerView akzeptiert Spieler in den USA, und lässt anders als Merge auch die Eröffnung neuer Accounts von dort zu. Allgemein wird damit gerechnet, dass demnächst wieder Neuzugänge aus den USA bei Merge erlaubt sein werden.

Caesars Cup: Hellmuth Captain für Team America, Grospellier für Team Europe. 2011 Bei der World Series of Poker Europe werden am 19. Oktober die Teams für Amerika und Europa mit den Mannschaftskapitänen Phil Hellmuth und Bertrand Grospellier ins Rennen gehen. Ausgefochten wird der Cup in einer Serie von Heads-up- und Gemeinschaftsmatches. Gewinner ist das Team, das als Erstes drei Siegpunkte erreicht. 2009, im Premierejahr des Caesars Cup, hatte ein junges Team Europe unter Führung von Annette Obrestad Daniel Negreanus starbesetzte America-Mannschaft klar besiegt.

Caesars Cup 2011

Bildquelle: www.wsop.com

Für die diesjährige Revanche hat Phil Hellmuth als möglichen Kombattanten neben Johnny Chan, Tom Dwan, Ben Lamb, Jason Mercier, Daniel Negreanu, Huck Seed und Erik Seidel auch Phil Ivey ins Auge gefasst. Der allerdings ist den Pokertischen seit Black Friday ferngeblieben – seine Rückkehr dorthin als Teammate von Phil Hellmuth wäre natürlich ein echtes Schmankerl  für die ESPN-Übertragung der WSOPE 2011.

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Onlinepoker Traffic Update August

Dienstag, September 6th, 2011

Abakus, historischer "Computer"Kalenderwoche 35 brachte in diesem Jahr nicht das Ende des Onlinepoker-Sommerlochs. Insgesamt gab es sogar einen Rückgang um 0,6 Prozent, wie pokerscout.com berichtet. Trotz der am Sonntag gestarteten WCOOP verzeichnete selbst der ewige Traffic-Spitzenreiter PokerStars ein Minus von 2,4 Prozent gegenüber einem Wachstum 1,8 Prozent zur selben Zeit des Vorjahrs. Auf den Plätzen zwei bis neuen gab es zwar für die meisten ein leichtes Plus von 1,2 %, was aber längst nicht an die bis zu über fünf Prozent von Anfang September 2010 heranreichte. Auf dem zweiten Platz konnte sich auch in der letzten Woche das iPoker Network (mit seinem Flaggschiff Titanpoker) behaupten, dicht gefolgt von PartyPoker. Merge Gaming verlor fünf Prozent und rutschte auf Platz Zwölf, was den Aufstieg von ipoker.it auf Rang Zehn ermöglichte. Damit findet sich zum ersten Mal seit der Woche nach dem Black Friday keine US Spieler-freundliche Seite unter den Top Ten.

Hauptsächlich verantwortlich für diese Entwicklung ist nach Ansicht von pokerscout.com das US Department of Justice, das mit der Einfrierung von Spielergeldern den Markt ganz deutlich in Richtung Regulierung steuere: „Wenn es dem DoJ tatsächlich um Verbraucherschutz ginge, würde es die Funds nicht länger einbehalten, die die Spieler so dringend brauchen.“ Viele wollen oder können keine Gelder bei anderen Rooms mehr einzahlen. Das DoJ gab unterdessen PokerStars-Gelder auf der luxemburgischen Banque Hapoalim frei – allerdings nicht die dort liegenden $ 5,5 Millionen, die laut Spezifizierung durch PokerStars von Spielern in den USA kamen. Allerdings hatte PokerStars sich ja nach den Ereignissen des Black Friday ja bereits dadurch hervorgetan, dass es die Spielerfunds sehr schnell zurückerstattete.

Weltweit ist der Online Poker Traffic im Vergleich zum letzten Jahr um satte 26 Prozent zurückgegangen, was natürlich im Wesentlichen durch Totalausfall von Full Tilt Poker und das 97prozentige Minus bei Cereus (AP/UB) verursacht wurde. Allerdings floss der in Italien neu geregelte Onlinegamingmarkt nur bedingt in diese Berechnung ein, was eine gewisse Verzerrung bedeutet. Die Abwanderung der italienischen Spieler auf Seiten und Netzwerke, die wie Everest Poker eine .it-Domaine eingerichtet haben, macht sich overall natürlich negativ bei der Mutterseite bemerkbar.

Größte Gewinner waren übers Jahr gesehen 888poker mit einem Plus von 124 Prozent, Merge Gaming Network mit 62 Prozent, Bodog (plus 55 Prozent) sowie das iPoker Network, das einen Anstieg der Spielerzahlen um 22 Prozent verzeichnen konnte.

US-Wirtschaftsmagazin Forbes bringt aktuelles Full Tilt Poker-Statement

Mittwoch, August 31st, 2011

Forbes LogoDie Kommunikationsstrategie (oder wie soll man das nennen?) von Full Tilt Poker bleibt undurchschaubar, auch wenn Hausanwalt Jeff Ifrah die Onlinepokergemeinde seit einigen Tagen über das Pokerforum TwoPlusTwo.com mit so etwas Ähnlichem wie Informationen versorgt. Ausgerechnet vom US-Wirtschaftmagazin Forbes wurde gestern eine nagelneues Statement von Full Tilt Poker veröffentlicht, das nach Auskunft von Ifrah eigentlich bei Pokerstrategy.com hätte landen sollen. Alles klar soweit?

Das Statement:

Wie aus den Nachwirkungen der Ereignisse vom 15. April klar deutlich zu ersehen ist, war Full Tilt Poker nicht auf die weitreichende Dimension vorbereitet, die die verschärften Maßnahmen der US-Regierung am Black Friday zeitigten.

Die Ereignisse des Black Friday folgten vorausgegangenen Aktivitäten von Regierungsseite sowie einem großangelegten Diebstahl. Im Lauf der letzten zwei Jahre vor Black Friday beschlagnahmte die US-Regierung Spielergelder in Höhe von etwa $ 115 Millionen, die auf US-amerikanischen Banken liegen. Während wir davon ausgingen, dass das Angebot von Onlinepoker für Spieler gegen Spieler (im Original: „peer-to-peer“, K.K.) nicht gegen Bundesgesetze verstieße – eine Annahme, die durch viele solide und wohlbegründete Rechtsgutachten gestützt wurde –, nahm das Department of Justice einen anderen Standpunkt ein. Wie allgemein bekannt, stahl darüber hinaus ein wichtiger Zahlungsprozessor Full Tilt Poker etwa $ 42 Millionen*. Bis zum 15. April hatte Full Tilt Poker diese Verluste stets abgedeckt, so dass kein Spieler je davon betroffen wurde. Schlussendlich erlebte Full Tilt Poker von Ende 2010 bis Anfang 2011 noch nie dagewesene Probleme mit den Prozessoren einiger Drittanbieter, was wesentlich zu den finanziellen Problemen beitrug. Während das Unternehmen noch damit beschäftigt war, die durch diese Prozessoren verursachten Probleme zu lösen, hätte Full Tilt Poker sich niemals träumen lassen, dass das DoJ so vorgehen würde wie es das tat – indem es unseren Global Domaine-Namen beschlagnahmte und die Seite weltweit herunterfuhr.

Seit vier Monaten erkundet Full Tilt Poker aktiv die Möglichkeiten, das Unternehmen mit Hilfe von externen Investoren zu stabilisieren und unsere Spieler auszuzahlen. Mindestens sechs solcher Gruppen, darunter Hedge Fonds, Betreiber von anderen Internetfirmen und Privatinvestoren, sind nach Dublin gekommen um die Angelegenheit in Augenschein zu nehmen. Kürzlich haben wir über eine Investment-Banking-Gruppe einen zusätzlichen Finanzberater beauftragt, uns bei unserer Suche nach einer Bargeldspritze zu unterstützen. Auch soll ein neues Management-Team die Website wiederherstellen und Spielergelder zurückgeben. Während Unternehmungen dieser Art angesichts des aktuellen regulatorischen Umfelds notwendigerweise komplex sind, möchten wir unsere Spieler wissen lassen, dass Full Tilt Poker sich ganz und gar der Rückerstattung ihrer Funds in voller Höhe und der Wiederherstellung des Vertrauens in unsere Aktivitäten widmet.

* Hier dürfte es um die Firma Intabill gehen, deren Inhaber Daniel Tzvetkoff im April 2010 verhaftet worden war und dem DoJ im Zuge eines Deals Details über seine Transaktionen für mehrere große Onlinepokerseiten, darunter auch Full Tilt, geliefert haben soll.

Im Original ist der Artikel zu finden unter http://www.forbes.com/sites/nathanvardi/2011/08/30/full-tilt-poker-makes-its-case-explaining-why-it-has-not-paid-back-players/

Full Tilt LogoDie Medien der Onlinepokerszene sind sich weitgehend einig in der Einschätzung dieses Statements als späten, aber ernsthaften Versuch von Full Tilt Poker, offen mit seinen Kunden zu kommunizieren und zu belegen, dass sich das Unternehmen wirklich um die Auszahlung der Gelder bemüht. Auch die Ankündigung eines neuen Management-Teams wird positiv vermerkt. Mit Sorge allerdings notiert zum Beispiel Wicked Chops Poker, dass Full Tilt „immer noch nicht wieder über eine Lizenz verfügt und nicht agieren kann“. Offensichtlich haben sich ja „sechs potentielle Käufer die Sache angeschaut – und keiner hat die Firma bis jetzt gekauft“. Immerhin sehe es ganz so aus, „als bewege Full Tilt sich in die richtige Richtung. Lasst uns hoffen, dass das nicht zu kleine oder zu späte Schritte sind“.

Poker mediterran: Pokerpro Justin Bonomo über seinen Move nach Malta. Griechische Regierung will Gambling-Steuersünder zur Kasse bitten

Dienstag, August 30th, 2011

Justin Bonomo auf Malta. In einem Interview mit PokerNews.com erläuterte Bonomo seinen Entschluss, ähnlich wie Phil Galfond, Brian Hastings und Vanessa Selbst die Vereinigten Staaten zu verlassen. Ihn allerdings zieht es auf die Mittelmeerinsel Malta, gemeinsam mit seinen Kollegen Isaac Haxton und Steve “MrTimCaum” O’Dwyer. „Vor Black Friday“, erklärt er, „wäre es mir nie in den Sinn gekommen ins Ausland zu gehen“. Ausschließlich Live Poker zu spielen sei für ihn aber keine Alternative, denn das „ist unglaublich langsam, und oft sitzen Leute um mich herum, mit denen ich nichts zu tun haben will. Das ist einfach nichts für eine zynische Person wie mich“. Auch würde er damit wohl nicht sehr viel Geld verdienen können. Auf seinen Accounts bei Full Tilt Poker und Ultimat Bet sei eine insgesamt sechsstellige Summe eingefroren, was einen sehr großen Teil seiner Bankroll ausmache. Er werde in die USA zurückkehren, sobald Onlinepoker dort legalisiert sei. Das ganze Interview ist auf www.pokernews.com nachzulesen.

Die Fahne GriechenlandsDie griechische Regierung hat eine 200 köpfige Sonderheit zur Bekämpfung von Steuerbetrug eingerichtet. Grund dafür ist die Auflage der EU, das gewaltige Ausmaß der Steuerhinterziehung drastisch zu senken, sollte man Wert auf die Gelder aus dem Rettungsfonds legen. 15 Milliarden Euro, so schätzt man, gehen der Staatskasse jährlich durch die Lappen. Neben dubiosen Bank- und Aktiengeschäften liegen den Ermittlern besonders die Einnahmen aus Onlinegambling am Herzen. Christos Papoutsis, Chef des Dezernats zur Bekämpfung von Finanz- und Interkriminalität, schätzt die hier unterschlagene Steuersumme auf zwei Milliarden Euro im Jahr: „Griechische Banken sind unwissentlich Komplizen dabei, denn die Transaktionen werden sämtlich über Kreditkarten abgewickelt.“ Steuerhinterziehung hat sich in Hellas zu einer Art „Way of Life“ entwickelt. Das ist unter Anderem darauf zurückzuführen, dass Kommunikation und Koordination zwischen dem Festland und den 3.000 Inseln (von denen nur 167 ständig bewohnt sind, soweit man weiß) nur bruchstückhaft existieren.

Foto von Bonomo: sports.espn.go.com

Marketingchef Lothar Rentschler verlässt Pocket Kings

Montag, August 22nd, 2011

Full Tilt LogoLothar Rentschler hat seinen Rücktritt als Chief Marketing Officer von Pocket Kings Ltd. (PKL)bekanntgegeben. In einer E-Mail an Medien und Geschäftspartner erklärte er „Nach fast drei Jahren in dieser Firma war das kein leichter Schritt… Jahre mit vielen Herausforderungen und auch viele Erfolgen… Unter den gegebenen Umständen jedoch halte ich es für einen längst überfälligen Schritt in die richtige Richtung.“ Full Tilt-Tochter Pocket Kings Ltd. ist in Dublin/Irland ansässig und fungiert(e) als Dienstleister in Sachen Marketing, IT und Verwaltung für den Pokerroom. Zur Geschäftsführung gehört auch Fult Tilt-Mitbegründer Ray Bitar.

Es kursieren unbestätigte Gerüchte, wonach Rentschlers zum Teil astronomisch hohe Marketingausgaben mitverantwortlich dafür gewesen seien, dass Full Tilt die Spielergelder nicht zurückzuerstatten kann, was zum vorläufigen Entzug der Lizenz des Rooms durch die Alderney Gambling Control Commission beitrug. Die Kündigung von Lothar Rentschler tritt zum 13. September in Kraft, zwei Tage vor dem neuen Termin, der für das nächste Hearing von Full Tilt Poker vor der AGCC angesetzt ist.

In seiner Rücktrittsbotschaft bittet Rentschler die Adressaten seiner Mail um Entschuldigung für all die Unannehmlichkeiten, „die Ihnen sowohl auf persönlicher als auch auf Firmenebene durch die derzeitige Situation bei Pocket Kings entstanden sind. Uns im Marketing waren die Hände gebunden, und am Ende wurde die Kommunikation ganz gestoppt. Ich kann mich nur noch einmal für diese Situation entschuldigen. Die Zukunft wird hoffentlich eine bessere, gut organisierte Struktur und die Rückkehr zum business as usual bringen. Es tut weh, dem Markennamen Full Tilt bei einem derartigen Niedergang zuzusehen.“

Wie quadjacks.com aus bei PKL verifizierten Quellen wissen will, findet bereits seit Black Friday eine Abwanderung der Servicemitarbeiter, insbesondere der höher qualifizierten IT-Fachleute, von Full Tilt zu Paddy Power statt. Der (Internet-)Wett-, Casino- und Pokeranbieter hat seinen  Sitz ebenfall in Dublin. Neben den Anfang August bekannt gewordenen Kündigungen für den Staff in den USA seien auch auf internationaler Ebene etliche Manager entlassen worden. Mitte August hatte der aus Österreich stammende Red Pro Erich Kollmann die Auflösung seines Vertrags mit Full Tilt publik gemacht.

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