Posts Tagged ‘Full Tilt’

“Howard Lederer ist vom Haken”

Montag, Dezember 24th, 2012

"Professor" und DoJ einigen sich

titelten Onlinepoker-Medien jüngst. “The Professor” ist es gelungen, mit dem US Department of Justice eine Einigung zu erzielen, ohne dass er in Zusammenhang mit dem Full Tilt Skandal Schuld hätte eingestehen müssen. Gegen Zahlung einer Geldsumme in nicht bekannter Höhe lassen die Behörden die Zivilklage gegen den Mitbegründer und -geschäftsführer des Pokerrooms fallen.

Bereits im November hatte der einst in gleicher Funktion und zusammen mit Lederer tätige Rafe Furst sich mit dem DoJ einigen können. Zu den behördlichen Auflagen für beide gehört, dass sie künftig “weder für irgend eine Firma arbeiten noch in anderer Weise, direkt oder indirekt, Geld aus der Beteiligung aus Firmen ziehen, die in den USA Mit der Summe, die sich aus der Übereignung von Bankkonten Lederers wie dem bei Lloyds auf der Isle of Man und bei LPL Financial und des Erlöses aus dem Verkauf von einem Oldtimer und drei Immobilien in Las Vegas und Twin Palms ergibt, ist denn auch die in der Aktualisierten Zivilklage vom September 2012 gegen ihn gerichtete Forderung auf 42.5 Millionen Dollar Geschichte.

Wie die Anwälte des 49jährigen betonen, kann “diese Einigung auf keinen Fall als Eingeständnis von schuldhaftem Verhalten, von Schuld oder als Anerkennung von Verpflichtungen auf Seiten Lederers” gesehen werden. Insbesondere beharre er darauf, “dass Full Tilt Poker ein legales Unternehmen war, das seinen Kunden gesetzlich erlaubte Dienstleistungen lieferte” und dass er sich bis zum 15. April keiner ungesetzlichen Aktivitäten bewusst war, auch nicht, dass die Firma zahlungsunfähig war. Nach den Einigungen Lederers und Fursts mit dem DoJ stehen jetzt noch Chris Fergusons und Ray Bitars Verhandlungen auf dem Programm der US-Behörden.

Eddy Scharf verliert Rechtsstreit. Phil Ivey eröffnet Trainingsplattform. Full Tilt mit Playmoney online

Donnerstag, November 1st, 2012
Eddys Avatar

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Bei all den Nachrichten des zum Jahresende hin brechend vollgestopften Turnierkalenders gehen auf den ersten Blick weniger spektakuläre, nicht aber weniger wichtige oder interessante News gerne mal unter. Höchste Zeit da Abhilfe zu schaffen. Kurz gemeldet:

Eddy Scharf muss zahlen. Der 12. Senat des Kölner Finanzgerichts hat unter Vorsitz von Richterin Maria-Elisabeth Wetzels-Böhm entschieden, dass Gewinne aus Pokerspielen steuerpflichtig sind, wenn ein Spieler „über Jahre hinweg erfolgreich an Turnieren teilnimmt“ und gab damit dem Finanzamt Köln Recht, gegen dessen Steuerbescheid der Lufthansa-Flugkapitän und Pokerprofi Scharf geklagt hatte. Damit droht dem am 7. November 59jährigen eine saftige Steuernachzahlung – und zwar in einer Höhe, die ihn nach eigenem Dafürhalten finanziell ruinieren würde.  Mit dem Kölner Urteil ist natürlich das letzte Wort in der Causa Scharf noch nicht gesprochen: Vor dem Bundegerichtshof in München soll es in Revision gehen.

Phil Ivey, Pokertrainer. Zusammen mit Patrik Antonius, Jennifer Harman und, wie es heißt, Greg Merson, dem mittlerweile frischgebackenen WSOP-Champion, will Phil Ivey einen Pokerroom eröffnen, in dem Profis „den Leuten beibringen (sollen), wie sie erfolgreiche Pokerspieler werden“. Wie er in einem ESPN-Interview weiter erklärte, soll der Room kostenlose Trainingsmöglichkeiten „mit den besten Spielern der Welt“ bieten. Anmelden kann man sich dafür jetzt schon auf iveypoker.com, allerdings derzeit nur für eine Mailingliste. Unterdessen ist Iveys ehemaliger Arbeitgeber

Full Tilt Poker wieder online. Zum Ausprobieren vorerst nur, und zwar mit Playmoney. Mit großer Freude stellten viele vom Shutdown des Rooms 2011 arg gebeutelte Spieler fest, dass ihre Bankrolls wieder restauriert sind, auch wenn Cashouts zur Zeit nur für Kundenaus den regulierten Märkten möglich sind. In Belgien, Dänemark, Estland, Frankreich und Spanien ansässige Spieler können jetzt schon ihre Funds von Full Tilt zu PokerStars transferieren und sich gegebenenfalls auszahlen lassen, in Italien steht die Genehmigung der Spielkontrollbehörde AAMS noch aus, wird aber demnächst erwartet.

Gus Hansen – das neue alte Gesicht von Full Tilt

Mittwoch, Oktober 3rd, 2012
Gus Hansen

Da hat einer gut lachen ...

Was für ein Comeback! Verblüfft lauschte die Poker-Community in der vergangenen Woche der Lobrede, die Howard Lederer im Sensationsinterview mit Matthew Parvis auf Gus Hansens scharfen Verstand und seine Solidarität mit den ehemaligen Full Tilt-Spielern hielt. Wenige Tage später folgten Krokodilstränen der Anteilnahme wegen der Verlustr in Höhe von fast einer Million Dollar, die der September für ihn auf den High Stakes gebracht hatte. Und nun das: Gus Hansen wird Full Tilt Poker repräsentieren, wenn der Room am 6. November wieder online geht.

„Gus ist eine bekanntesten und meistrespektierten Persönlichkeiten in der Poker-Community“, sagte Sarne Lightman, der neue Marketingchef von Full Tilt Poker. „Gus stand immer für die besten Eigenschaften der Marke Full Tilt Poker, und wir sind begeistert ihn als ihren Botschafter zurückkommen zu sehen.“

„The Great Dane“ zeigte sich „sehr glücklich darüber“, den Brand repräsentieren zu können. „Für mich fühlt sich das an, als würde ich heimkommen“ sagte der Braceletträger und viermalige WPT-Titelträger, der seit Black Friday unter dem Nickname „broksi“ auf den Highstakes bei PokerStars spielte. Gus Hansen ist 38 Jahre alt. 2007 gewann er die Aussie Millions. In dem vielbeachteten Buch „Hand for Hand“ analysierte er scharfsinnig und unterhaltsam jede einzelne Hand, die er in diesem Turnier gespielt hatte. Abgesehen davon, dass er für seine routinemäßig bis zu siebenstelligen Swings im Cashgame bekannt war, gilt der ehemalige semiprofessionelle Backgammon-Spieler als eine der intelligentesten Persönlichkeiten des Circuits.

In dem oben genannten Interview hatte Howard Lederer erwähnt, dass Gus Hansen ihn auf einen kardinalen Denkfehler aufmerksam gemacht habe: Als es darum gegangen war, dass die Pros, die Schulden Full Tilt Poker hatten, diese begleichen sollten, habe Lederer von den 1.000.000 Dollar nur 700.000 zurückerstattet, da sich bei Schließung des Rooms noch Geld in seinem Account befand. Gus habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er damit seine eigenen Interessen über die der auf ihr Geld wartenden Spieler stelle und ihn letztlich bewogen, die fehlenden 300.000 Dollar ebenfalls zurückzugeben. Gus Hansen, so Lederer ist „ein scharfsinniger Kerl“, der „wirklich für die Spieler eintrat“.

Woche der Moves von WPT, Full Tilt und Cake

Montag, September 24th, 2012
Der MGM-Löwe in China

Der MGM-Löwe in China

WPT in China: Noch in diesem Jahr wird das MGM Grand Sanya Resort auf der Insel Hainan Schauplatz einer World Poker Tour Etappe sein. Vom 14. bis zum 17. Dezember macht die WPT damit zum ersten Mal Station in China. Das Main Event – selbstredend ein No Limit Texas Hold’em-Turnier – soll auf 500 Teilnehmer beschränkt sein und über diese vier Tage laufen. Steve Heller, CEO der WPT, und Turnierdirektor Matt Savage setzen fest darauf, dass dies Startschuss für vieler kommende WPT-Events sein wird.

Die Full Tilt-Hardware ist bei PokerStars auf der Isle of Man angekommen. Eine Hälfte des bis vor auf der Kanalinsel Alderney stationierten 30 Tonnen schweren Equipments des Pokerrooms wurde mit einem extra dafür gecharterten Militärflugzeug (einer Lockheed C-130 Hercules) auf die Insel zwischen Irland und Großbritannien geflogen, der Rest folg „auf konventionellerem Weg“, wie Lee Jones vom PokerStars-Management heute in einem Blogbeitrag schrieb. „Fünf Kilometer Kabel“ hätten die ITler in diesen Tagen zu verlegen, um nur die wichtigsten Anschlüsse wieder zu verbinden, damit der Relaunch-Termin am 6. November eingehalten werden kann.

Cake Poker schickt US-Amerikaner fort. Nicht sehr weit allerdings, denn die Spieler aus den USA werden zur Schwesterplattform Juicy Stakes Poker migriert. Was in den letzten Tagen als Gerücht durch die Pokermedien geisterte, wurde nun von der Firmenleitung bestätigt. Bisher sind allerdings weder die genauen Gründe noch andere Details bekannt worden als dass der Switch der Accounts bereits am Donnerstag, dem 27. September durchgeführt sein soll, und zwar automatisch, so dass die Spieler selbst dabei gar nicht „Hand anlegen“ müssen. Cake Poker, so ein Firmensprecher, will sich künftig hauptsächlich auf den europäischen Markt konzentrieren.

Full Tilt Relaunch für erste Novemberwoche angesetzt

Freitag, September 14th, 2012
full-tilt-logo

Bald wieder online ...

Auch wenn es sehr schwerfällt, das Ganze für bare Münze zu nehmen – vom 6. November an soll Full Tilt unter der Leitung des neuen Inhabers PokerStars den Onlinebetrieb wieder aufnehmen. PokerStars prüft zur Zeit alle Full Tilt Poker Accounts gründlich und hat, wie es auf onlinepoker.net heißt, eMails an die nicht-USamerikanischen Kunden des Rooms verschickt und sie gebeten, die zur Auszahlung erforderlichen Angaben zu liefern.

In der Mail heißt es unter Anderem:

„Mit der Vorlage gültige Dokumente werden die eindeutige Verifikation und Reaktivierung Ihres Accounts zum Zeitpunkt des Relaunchs gewährleistet. Nach dem Relaunch und dem Ende der Testphase erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf Ihr Full Tilt Poker Konto, einschließlich aller Funktionen des Cashiers und der Pokerspiele.“

Für die Überprüfung der Accounts benötigt werden qualitativ hochwertige Fotos oder gescannte Kopien (maximal 3MB) einer Bank- oder Kreditkarte, zur Absicherung außerdem eine Strom- / Telefonrechnung, Versicherungsunterlagen oder Gehaltsnachweis. Die Kopie eines gültigen Lichtbildausweises wurde ebenfalls angefordert.

Das, was aber netweit endgültig für Verblüffung sorgte, war die prompte und HÖFLICHE Antwort durch den Support (erinnert sich noch jemand an die erbärmlichen, ruppigen oder gar nicht erst stattfindenden Antworten des Rooms auf Anfragen per eMail?):

„Danke für die Zusendung der angeforderten Dokumente.
Wir können hiermit bestätigen, dass Sie zum Relaunch am 6. November vollen Zugriff zu Ihrem Full Tilt Konto heben werden.
Wir wissen Ihr Verständnis und Ihre Kooperation in dieser Angelegenheit sehr zu schätzen.
Beste Grüße
Full Tilt Poker Support“

Übrigens: Obwohl die Autorin dieser Zeilen $ 4 (vier Dollar) auf ihrem Full Tilt Poker Account hatte, als der Room vom Netz ging, erhielt sie bis heute noch keine diesbezügliche Mail. Wie der Full Tilt Poker Support auf Anfrage mitteilte, wurden zunächst nur Spieler angeschrieben, die am 29. Juni 2011 mehr als $ 3.500 / € 3.000 auf ihrem FT-Account hatten.

Titanpoker.fr gibt Lizenz zurück. Full Tilt Accountholder ziehen Sammelklage zurück

Dienstag, September 11th, 2012

Titan.fr - c'est fini

Die steuerlichen Rahmenbedingungen in Frankreich sind vielen Onlinegaming-Anbietern zu problematisch. ARJEL (Autorité de Régulation des Jeux en Ligne), die dortige Spielaufsichtsbehörde, hat vier Lizenzen eingezogen, deren Inhaber künftig nicht mehr auf dem Onlinegaming-Markt des Landes vertreten sein wollen. Neben den beiden Sportwettenanbietern partybets.fr (bwin.party) und gamebookers.fr gingen auch PokerXtrem und TitanPoker.fr offline. Letzteres schloss sein Onlinepokerportal schon am 30. Juli. Seit 2010 sind Onlinepoker und Sportwetten in Frankreich staatlich geregelt zugelassen. Erteilte Lizenzen gelten für fünf Jahre. Mittlerweile haben jedoch Abgaben an die Staatskasse bis zu 40 Prozent, daraus resultierende geringere Gewinnweitergaben an die Spieler und entsprechend zurückgehende gespielte Hände (von über 25 Prozent weniger innerhalb eines einzigen Jahres ist die Rede) dazu geführt, dass immer mehr Firmen ihre Lizenzen vorzeitig zurückgeben.

Mit der Auszahlungsgarantie beginnen sich die Wogen zu glätten: Steven Segal, Rechtsberater der U.S. Full Tilt Poker Player Accountholder hat nach sorgfältiger Prüfung des Abkommens zwischen dem U.S. Department of Justice und PokerStars die Sammelklage gegen den seit Mitte letzten Jahres zahlungsunfähigen Room zurückgezogen. Man sei, so Segal, zu dem Schluss gekommen, dass den Interessen der Spieler am besten gedient sei, wenn die vereinbarte Abwicklung ohne zusätzliche juristische Stolpersteine von statten gehen könne.
Inzwischen laufen die Vorbereitungen für den Relaunch von Full Tilt Poker auf vollen Touren. So sucht die Dubliner Dienstleistungsfirma Rational FT Services (Ireland) Ltd für Full Tilt Poker Mitarbeiter in Bereichen wie Support, Software-Entwicklung, Marketing, Überwachung des Spielablaufs und einigen mehr. Mittlerweile sind auch auf der deutschsprachigen Website fulltiltpoker.com/de Erklärungen und Antworten auf FAQs zum bevorstehenden Neustart des Rooms nachzulesen, der im November wieder online gehen soll.

Hausputz auf der Full Tilt Website

Montag, August 13th, 2012
Full Tilt im Web

So langsam tut sich was ...

Die Vorbereitungen für den Relaunch von Full Tilt Poker nehmen deutlich an Fahrt auf. Spätestens ab dem 6. November soll der Room laut PokerStars wieder offen sein. Für eine Zahlung von 255 Millionen Dollar an die Regierung der USA erhält PokerStars sämtliche Aktivposten von Full Tilt.

Zur Zeit sind auf der fulltiltpoker.com PokerStars-Statements zum Relaunch und zur Rückerstattung der Player Funds zu lesen, außerdem gibt eine FAQ-Teil erste Auskünfte zu Details wie dem Transfer von Geldern zwischen den Rooms. Diesen Erklärungen ist auch zu entnehmen, dass die Spielergelder mit Neueröffnung von Full Tilt sofort und in voller Höhe ausgecasht werden können, und zwar auf die gleiche Weise, wie das vor Black Friday möglich war. Darüber hinaus steht PokerStars derzeit in Verhandlungen mit den Glücksspielbehörden von Belgien, Dänemark, Estland, Frankreich und Italien, wo Full Tilt Poker nicht ohne Weiteres zugänglich sein wird, da diese Länder abgegrenzte eigene Onlinepoker-Märkte haben. Auch dort sollen die Funds innerhalb von spätestens 90 Tagen nach Abschluss des Deals mit dem DoJ wieder frei sein.

Das Angebot an Pokervarianten wird dem Anschein nach in seiner ganzen Breite erhalten bleiben. Nicht zugänglich ist im Moment die „Team Full Tilt“-Sektion. poker-king.com dazu: „Alle Spuren von Namen wie Lederer, Ferguson und Furst wurden komplett von der Seite getilgt. Außerdem wurde die gewaltig nervende Mitteilung ,The System is Currently Down‘ entfernt.“ Im Moment ist lediglich auf der „Our Team“-Seite zu lesen, dass „einige der weltbesten PokerPros Mitglieder des Teams Full Tilt” sind.

Für besondere Erleichterung dürfte der Full Tilt Deal bei den etwa 200 offiziell noch übrigen Angestellten des Rooms gesorgt haben. Bereits 450 beim Head Quarter in Dublin Beschäftigte waren bereits entlassen worden. Nun wird, so Head of Corporate Communications Eric Hollreiser, schon in Kürze wieder nach Arbeitskräften in Dublin gesucht, wo das Bureau of Operations auch weiterhin bleiben soll.

Mad Marvin bleibt vorerst ohne WPT-Triple. PokerStrategy verklagt Pocket Kings.

Sonntag, August 12th, 2012
WPT Parx Casino

Die WPT im Parx Casino

Diesmal wurde es leider noch nichts mit dem WPT-Triple für Marvin Rettenmaier. Der junge Deutsche hatte erst vor wenigen Tagen als erster Spieler überhaupt zwei aufeinanderfolgende Siege bei Main Events der World Poker Tour feiern können. Er war am Freitag, direkt nach dem Gewinn der Eröffnungsrunde von Season XI, den Merit Cyprus Classics, von der Mittelmeerinsel zu den Parx Open Poker Classics nach Philadelphia geflogen. Das Rebuy-Turnier (wer rausflog, konnte es bis zum Level Fünf noch einmal probieren), hatte ein Startfeld von 500 Teilnehmern. Marvin schied lange vor dem Geld noch am Tag 1B aus, befand sich aber an den Rails mit Olivier Busquet, Joseph Cheon, Andy Frankenberger, Kathy Liebert und Dan Shak in illustrer Gesellschaft. Am heutigen Tag 2 befinden sich noch 196 Spieler im Rennen, aktueller Chipleader ist Henry Lu. Drei – allerdings nicht aufeinanderfolgende – Titel bei der WPT haben bisher übrigens nur Carlos Mortensen und Gus Hansen geholt.

PokerStrategy reichte in der vergangenen Woche eine Klage auf 1,2 Millionen Dollar gegen Pocket Kings Ltd. ein. Wofür genau pokerstrategy.com Geld von den ehemaligen Eignern von Full Tilt Poker erwartet, wurde nicht klar, höchstwahrscheinlich geht es dabei um Anzeigeschaltung oder/und nicht erstattetet Affiliate-Honorare. Angeblich seien über die Site vor Black Friday monatlich 30.000 neue Spieler zu Full Tilt gekommen, danach sei sie immer noch die Hauptquelle des Pokerrooms für neue Nicht-US-Spieler gewesen, bis ihm die Aldernay Gambling Control Commission (AGCC) die Lizenz entzogen habe. Wie es auf egrmagazine.com (EGR) heißt, habe PokerStrategy laut eigenem Bekunden mit der Klageerhebung gewartet, bis der Verkauf an PokerStars in trockenen Tüchern gewesen sei, um den Deal nicht zu gefährden. Vermutlich, so EGR weiter, werden demnächst noch etliche ehemalige Full Tilt-Affiliates mit ähnlichen Ansprüchen rechtliche Schritte zur Erlangung ihrer Prämien einleiten.

Die Alderney Gambling Commission verschärft die Bestimmungen zur Lizenzvergabe

Sonntag, Juli 29th, 2012
Logo der AGCC

... aus Schaden klug geworden?

Knapp ein Jahr nach dem endgültigen Lizenzentzug für Full Tilt Poker hat die Alderney Gambling Control Commission (AGCC) ein modifiziertes Regelwerk zur künftigen Vergabe von Lizenzen an Gaming-Firmen erarbeitet. Darin geht es vor allem darum, Operatoren mit Sitz auf Alderney künftig nur unter der Auflage eGaming-Angebote zu ermöglichen, dass die Spielergelder auf separaten Bankkonten deponiert und nicht etwa durch die Tagesgeschäfte der Unternehmens potentiell gefährdet in Umlauf gehalten werden.

Wir erinnern uns: Als das US Department of Justice letztes Jahr die .com-Domaines der drei größten Pokerrooms beschlagnahmte und die Spieleraccounts einfror, war einzig PokerStars in der Lage, den Run der um ihre Funds fürchtenden Spieler zu bewältigen und bis auf den letzten Penny alle zurückverlangten Gelder innerhalb weniger Tage auszuzahlen. Die Gambling Supervision Commission der Isle of Man, wo der Branchenriese ansässig ist, verlangt von ihren Lizenznehmern, die von den Spielern auf die Seiten eingezahlten Gelder stets in vollem Umfang verfügbar zu halten.

Nach Meinung vieler Branchenspezialisten hätte es zu Full Tilt Desaster gar nicht erst kommen können, wenn die AGCC bei der Lizenzvergabe ähnlich strenge Regelungen zugrundegelegt hätte. Diese Lektion hat man auf der Kanalinsel mittlerweile gelernt. Schließlich ist das Geschäft mit den Lizenzen die lokale Haupteinnahmequelle, Zweifel an der Seriosität der lizenzierten Firmen sind dem Ruf einer Gambling-Jurisdiktion nicht eben zuträglich. Es wurde eine Passage in die Statuten aufgenommen, wonach „ein eGaming-Lizenznehmer der Kategorie 1 oder ein Mitarbeiter eines eGaming-Lizenznehmers der Kategorie 1, der Gelder eines registrierten Kunden als Guthaben verwaltet … zu jeder Zeit diese Gelder auf einem Bankkonto verfügbar haben muss, das (a) ausschließlich dem Zweck der Erhaltung dieses Guthabens dient und auch ausschließlich für die Gelder existiert, die den registrierte Kunden dieses Lizenznehmers gehören, und (b) getrennt von allen anderen Bankkonten geführt wird, die nicht den Anforderungen nach Absatz (a) entsprechen“. Die AGCC behält es sich allerdings vor, in Ausnahmefällen auch dann eine Lizenz zu erteilen, wenn der Antragsteller zwar nicht selbst in der Lage ist, die Garantiesummen auf einem separaten Konto zu führen, jedoch die verbriefte Bürgschaft einer dritten Person über die gesamte benötigte Summe vorlegen kann.

Ist der Kauf von Full Tilt durch PokerStars unter Dach und Fach?

Samstag, Juli 28th, 2012
full-tilt-logo

Christmas-Shopping mit Geld vom Full Tilt Account?

„Die Kunden von Full Tilt werden ihr Geld rechtzeitig für die Weihnachtseinkäufe wiedersehen.“ – Noch ist es nur eine kurze Mitteilung, aber sie hat nach Meinung vieler Branchenkenner den Charakter einer offiziellen Erklärung durch PokerStars: Wendeen H. Eolis ist Geschäftsführerin der Eolis International Group, die weltweit in Rechtsfragen, unter Anderem bei Regierungsangelegenheiten, berätt. In ihrer Kolumne auf der Titelseite von Pokerautorität pokerplayernewspaper.com hat sie nun geschrieben, das Hin und Her sei vorüber, die „Pannen bei den Verhandlungen zwischen PokerStars und dem US Department of Justice in Sachen Full Tilt Poker sind nun bereinigt“. Noch sei ihr nicht erlaubt, die Identität ihrer Quelle zu enthüllen, tatsächlich aber seien entsprechende Pressemitteilungen bereits in Arbeit. Einzig die Tatsache, dass die Zeitschriftenausgabe des Poker Player Newspaper gerade in Druck gehe, hindere sie daran, ins Detail zu gehen, die Leser seien aber „versichert, die Story ist ein Thriller und wird erzählt werden“.

Als haltlos erwiesen hatten sich Gerüchte, wonach der Deal beinahe daran gescheitert werde, PokerStars Gründungsschef Isai Scheinberg in den USA als flüchtiger Straftäter gelte, hätten sich nicht bewahrheitet. Erst vor wenigen Tagen wurde Brent Beckley, Mitgründer von Absolute Poker, zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt worden, nachdem er sich des Bankbetrugs für schuldig erklärt hatte. Anfang Juli hatte sich Full Tilt CEO Ray Bitar den US-Behörden gestellt. Bei seiner Verhaftung hatte er, so Forbes.com, erklärt, er sei „freiwillig aus Irland in die USA zurückgekommen“, um sich den Anklagen zu stellen. „Full Tilt Poker hätte niemals in die Lage geraten dürfen, die Player Funds nicht zurückerstatten zu können … In den letzten 15 Monaten habe ich hart an möglichen Lösungen dieses Problems gearbeitet. Meine heutige Rückkehr ist Teil dieses Prozesses. Ich glaube, wir sind am Ende eines langen Weges angekommen.“

Auch gambling911.com bestätigt, dass der Aufkauf von Full Tilt Poker durch PokerStars nun vom DoJ genehmigt wurde. Möglicherweise schon nächste Woche werde Staatsanwalt Preet Bharara eine offizielle Erklärung abgeben, in der bestätigt werde, dass für die US Regierung die Auszahlung aller Spielergelder höchste Priorität habe. Gambling911 beruft sich auf einen schon 2009 erstrittenen Gerichtsbeschluss, wonach dem Nachrichtenmagazin und seiner Mutterfirma Costigan Media von Regierungsseite Zugang zu allen Informationen gewährt werden muss, die Full Tilt betreffen.

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