Gericht verbietet Sachpreisturnier in Münster

Das Verwaltungsgericht Münster hat per Eilbeschluss ein Turnier der Poker-Bundesliga verboten. Nachdem zuerst ein Sachpreisturnier nicht genehmigt wurde, überlegten sich die Veranstalter einen Freeroll oder ein Charity Event zu organisieren. Doch auch da gegen hatten die Herren Richter etwas einzuwenden und so wurde ein generelles Verbot ausgesprochen. Nachdem zuvor schon in Frankfurt und Darmstadt Pokerturniere verboten wurden, ist dies ein erneuter Rückschlag für die Poker Community in Deutschland. Allerdings ist das letzte Wort in Münster noch nicht gesprochen, da das Verbot im Eilverfahren durchgesetzt wurde, muss erst noch in einem Hauptverfahren geklärt werden, ob zukünftig in Münster Turniere veranstaltet werden dürfen.

Es bleibt zu hoffen, dass man sich im Hauptverfahren mal wirklich mit der Sachlage auseinander setzt und Poker nicht immer pauschal als Glücksspiel abstempelt. Wenn man sich überlegt, dass 90% aller Spielsüchtigen in Deutschland ihr Geld an Automaten verlieren, dann ist das Argument der Suchtprävention doch sowieso mehr als scheinheilig.

Auf jeden Fall könnte das Urteil besonders für die Pokerspieler in NRW weitreichende Konsequenzen haben. Ein Verbot könnte Schule machen und Sachpreisturniere in Zukunft nicht mehr veranstaltet werden. Damit währe für viele Spieler die einfachste Methode genommen einen Einstieg ins Live Pokern zu finden.

This entry was posted on 9. April 2008 at 17:52 and is filed under Poker Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

One Response to “Gericht verbietet Sachpreisturnier in Münster”

  1. Grouser Says:

    Die Sachpreistuniere der Poker Budesliga finden auch bei uns in der Umgebung statt. Da wir uns ebenfalls in NRW befinden, bleibt nur zu hoffen, dass diese Art von Tunieren nicht grundsätzlich verboten wird, da diese Tuniere die wohl bequemste Art für viele Spieler in der Umgebung sind, Livepokererfahrungen zu sammeln und nicht ewig alleine vor ihren Bildschirmen zu hocken, um ihrem Hobby nachzugehen.
    Dabei geht es auch um die Bildung einzelner Gruppen, die zwar das selbe Hobby haben, ohne solche Veranstaltungen oftmals jedoch nie zusammenfinden würden. Der Verbot von Pokertunieren hätte somit weitreichende Konsequenzen, die eine Bildung und Vereinigung einer Pokergemeinschaft in Deutschland zusätzlich hindern würden.

    Dabei möchte ich die Vorsicht, die dem Thema Glücksspiel in Deutschland gewidmet wird nicht grundsätzlich verachten. Jedoch sollte dieses Thema deutlich differenzierter betrachtet werden! Slotemachines, Roulette und Poker lassen sich nunmal kaum auf eine Ebene stellen, werden jedoch von unserem geliebten Staat vollkommen gleich behandelt. Da stellt sich doch die Frage, wo vor der Staat Angst hat? Ist es wirklich die Angst davor, dass tausende Menschen ihr Hab und Gut verzocken, oder tut man sich einfach nur schwer, eine objektive, angstbefreite Beurteilung zu erzielen?

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