Online Casinos weit besser als ihr Ruf?!

aceshigh am Sonntag, den 10. März 2013

Viele Leute stehen noch immer den Casinos im Internet mit einem gewissen Misstrauen gegenüber. Sie fürchten, mit manipulierter Software um ihre Gewinne gebracht zu werden oder haben Angst, dass Missbrauch mit ihren sensiblen persönlichen Daten getrieben wird. Diese Zweifler können aber ganz unbesorgt im Internet ihr Glück versuchen und müssen auch keine Angst haben, ihre Gewinne nicht ausbezahlt zu bekommen, vorausgesetzt man spielt in einem seriösen Online Casino. Hier wacht eine sehr strenge Lizenzbehörde immer darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht und dass ja kein Spieler übervorteilt wird. Seriöse Casinos erkennt man etwa daran, dass ein vollständiges Impressum, welches auch die Lizenzgeber und die verwendete Software zeigt, vorliegt. Natürlich bietet auch das Internet viele Möglichkeiten, sich über diverse Casinos zu informieren. Wenn man etwa den CasinoClub hernimmt, ein bei deutschen Spielern besonders beliebtes Online Casino, findet mann all diese Daten. Ausserdem unterzieht sich dieses Casino alle 3 Monate einem Test durch die unabhängigen Gaming Laboratories International oder kurz GLI genannt. Diese international anerkannte Testbehörde führt laufend unabhängige Tests und Beratungen für viele Unternehmen der Glücksspielbranche durch. Durch diese strengen Tests kann jeder Spieler sicher sein, dass in diesem Casino absolut faire und sichere Spielbedingungen gegeben sind. Ein weiterer Punkt, der viele Spieler interessiert, ist dieAuszahlungsrate. Dieser Wert zeigt an, wieviel Prozent des Einsatzes als Gewinn oder Jackpot wieder an die Spieler ausgeschüttet wird. Obwohl diese natürlich immer zum Vorteil des Casinos ausfallen muss, zeigen sich hier doch beträchtliche Differenzen. Ganz schlecht schneiden hier zum Beispiel Spielhallen ab, wo nur magere 60% oder noch weniger den weg zurück in die Taschen der Spieler finden. Die meisten Online Casinos retournieren zumindest 90%, meist aber deutlich mehr an die Spieler. Auch hier liegt der CasinoClub mit einer beachtlichen Auszahlungsrate von 97,3 an der Spitze der getesteten Casinos im deutschen Web. Wer hier spielt, hat sehr grosse Chancen, als Gewinner das Casino zu verlassen. Unser Tip: Anfänger sollten sich an einem Spiel mit hohen Chance probieren. Roulette spielen mit den Farben Schwarz und Rot. Da stehen die Chance bei beinahe 50%. Danach kann man sich an Systemen probieren und höhere Risiko spiele wie Spielautomaten ausprobieren. Zum Online Roulette im Casino Club, hier clicken. Viel Glück!

Gus Hansen entfacht Stürme auf Twitter und andernorts

am Freitag, den 28. Dezember 2012

“Unterschätzt niemals Blödmänner in großen Gruppen” lautete die Aufforderung, die Gus Hansen vor ein paar Tagen twitterte. Philosophisch-kluges zum Jahresende, warum nicht? Der Pro aus Dänemark hängte allerdings noch “Erklärung folgt!” dran und sorgte mit seinen nächsten beiden Tweets für Stürme der Entrüstung.


Gus Hansen treibt Phil Hellmuth in den Wahnsinn

Am Ersten Weihnachtsfeiertag zwitscherte er “Wenn die Gruppe der Lederer-Hasser Banken und Versicherungen hassen würde, hätte ich Sympathien, aber so? Schnallt es verd***t noch mal endlich!” und schicke hinterher: “Hassen die Leute Howard Lederer, weil er wirklich betrogen hat, oder weil Daniel Negreanu und Jason Mercier es ihnen nahelegen?” Mit der Flut an Schmähungen, die er damit auf Twitter und in dem quasselstrippigstem aller Pokerforen, dem altehrwürdigem 2+2, auslöste, könnte man locker noch ein Buch füllen. Wer’s nachlesen will, gehe zu twoplustwo.com und grusele sich.

Anders als die Onlinepoker-Szene im ROW (“Rest of World”) warten nämlich die Spieler in den USA nach wie vor auf die Auszahlung der vom US Department of Justice eingefrorenen Gelder.

Ach Gus. Einer der Cleversten, wenn nicht sogar DER cleverste Pokerspieler überhaupt. Unvergessen die Momente, in denen er Phil Hellmuth mit einem fiesen Dauer-All-in zur Weißglut brachte. Oder sein Triumph bei den Aussie Millions 2007, der in einem der unterhaltsamsten Pokerbücher mündete, die Profis je geschrieben haben. “Hand für Hand” schildert es seinen Weg zum Titel und zu $1.192.919.

In letzter Zeit war dem Repräsentanten des kürzlich wieder eröffneten Full Tilt Poker das Kartengklück nicht gerade hold. Wie es heißt, hat er seit dem Relaunch Anfang November dort mehr als zwei Millionen Dollar verloren. Da kann man schon mal melancholisch werden. Vielleicht machte er sich ja in einer Spielpause so seine Gedanken über dieses Minus und fand, dass er doch eigentlich viel mehr verloren hat als die Doofis in der großen Lederer-Hasser-Gruppe …

 

Klara Kent

Thema des Monats: Die October Nine treten zum WSOP-Finale an

am Sonntag, den 28. Oktober 2012

Finale der WSOP 2012 in den letzten Oktobertagen

Nach exakt 104 Tagen und 5 Stunden ist es morgen endlich soweit: Die Verbleibenden des WSOP Turniers #61 No-Limit Hold’em Main Event finden sich zum letzten Mal in der laufenden Saison im Rio in Nevada zusammen und pokern um den um den wohl prestigeträchtigsten Titel der internationalen Pokerszene. Der Startschuss zum Mega Event fiel am 7. Juli 2012, die Teilnahme kostete jeden der 6.598 Partizipanten 10.000 US-Dollar. Der Preispool von insgesamt $62.031.385 wird auf 666 bezahlte Plätze aufgeteilt. Die Spieler kamen aus 82 verschiedenen Nationen, 211 Frauen auf 6.387 Männer, der jüngste Teilnehmer liegt mit 21 Jahren an der unteren Altergrenze, während Ellen Graham Deeb, Shaun Deebs Großmutter und älteste Teilnehmerin, mit 92 Jahren wohl kaum Schwierigkeiten bei der Alterskontrolle gehabt haben wird.

Nun waren nach 10 Spieltagen aus den knapp 6.600 Teilnehmern 9 Finalisten geworden, die noch dran glauben können, Nachfolger des deutschen WSOP Champs von 2011 werden zu können. Pius Heinz wird seinen Triumph vom letzten Jahr jedenfalls nicht wiederholen, er musste das Feld bereits am dritten Spieltag räumen und verließ das Turnier ohne gecasht zu haben. Heinz gewann 2011 als erster Deutscher das Main Event und sahnte neben den mehr als 8 Millionen Dollar auch das güldene, mit zahlreichen Diamanten besetzte Bracelet ab. Auch für seine Landsmänner ist der Zug abgefahren: Nicco Maag, Wilfrid Härig und Jan Heitmann schafften es zwar unter die ersten 27, mussten sich allerdings mit den Plätzen 27 (Heitmann), 26 (Maag) und 15 (Härig) zufrieden geben. Während sich die ersten Bust-Outs von Tag 7 mit $294.601 trösten mussten, ergatterte Wilfried Härig immerhin $465.159.

Als letzte Frau verabschiedete sich die Franzosin Gaelle Baumann als Final Table Bubble -ehm- Girl. Sie überlebte etwas länger als die aus Norwegen stammende Elisabeth Hille. Beide nahmen nach einem fantastischen Turnier knapp 600.000 US Dollar mit nach Hause.

Kommen wir nun zu denen, deren Traum, in die Fußstapfen von Pius Heinz, Jonathan Duhamel und Joe Cada zu treten, noch immer anhält. Es sind 8 US-Amerikaner und ein Ungar, die noch um den Titel kämpfen.

Aktueller Chipleader ist Jesse Sylvia. Der Amerikaner führt im Chipcount deutlich mit fast 44 Millionen Chips. Als relativ neues Gesicht in der Pokerszene -er cashte bisher erst ein einziges Mal bei der WSOP, $3.000 auf dem 175. Platz beim $1.500 No Limit Hold’em – Six Handed überschreiten seine Gesamtgewinne beim Poker die 20.000 Dollar Marke nicht. Vieleicht ist das der Grund dafür, dass sein Plan B darin besteht, nach Los Angeles zu ziehen um dort Filme zu drehen.

Sein erster Verfolger ist der dreißigjährige Ungar Andras Koroknai. Dieser zählt mit gut 29 Millionen Chips ca 15.000.000 weniger als der Führende. Korknai gewann 2010 die WPT L.A. Poker Classic und fuhr über über 1,78 Millionen Dollar ein. Im selben Jahr erreichte er Rang 337 beim Main Event der WSOP. Seine Chancen, als erster Ungar mit WSOP Titel in die Geschichte einzugehen, sind also alles andere als minderwertig.

Nächster in der Reihe ist Greg Merson. Mit 24 Jahren zählt er keineswegs zu den Unbekannten dieses Turniers. Hat er doch dieses Jahr mit dem Finaleinzug im Main Event, sowie durch seinen Sieg beim Event #57 schon mindestens für $2.000.000 gecasht.

Der Chipleader vom siebten Tag, Russel Thomas, ist ebenfalls noch mit gut 25 Millionen Chips mit von der Partie. Auch er nahm mit mäßigem Erfolg (Rang 248) am letzten Main Event Teil und ist mit Jesse Sylvia nicht nur befreundet, sondern half diesem auch, seinen Pokerstil zu finden.

Steven Gee aus Sacramento ist mit 57 Jahren der mit Abstand älteste Player der October Nine. Der Softwareentwickler fand erst vor kurzem wieder an den Pokertisch und schafft es an den Final Table des WSOP Main Events. Na, das ist doch mal ein Comeback!

Michael Esposito ist 43 Jahre alt, Triathlet und Pokerpro. Auch er bestreitet nicht sein erstes Main Event – allerdings sein erstes mit größerem Erfolg.

Robert Salaburu, 27,  macht mit dem Finaleinzug ebenfalls seinen größten Live-Cash. Nach seinem Schulabschluss und einigen Finanzierungsproblemen können wir ihn an diesem Final Table zurück im Pokergeschäft wilkommen heißen.

Der 21jährige Politikstudent aus Arizona ist der jüngste am Tisch. Jacob Balsiger wäre auch der jüngste Sieger eines WSOP Main Events.

Low Stack Jeremy Ausmus liegt als einziger unter der 10.000.000 Chips Marke. Nach 8 Jahren Poker Erfahrung erwartet seine Frau ein Kind von ihm. Der Einzug ins Finale war für ihn der größte Pokererfolg bisher und auch bei der Familienplanung sicherlich hilfreich.

Also, bis dann, wenn es wieder heisst: Shuffle Up an Deal! Zum letzten Mal bei der WSOP 2012

Chipcounts am Final Table:

1. Jesse Sylvia, USA: 43.875.000 Chips
2. Andras Koroknai, Ungarn: 29.375.000 Chips
3. Greg Merson, USA:  28.725.000 Chips
4. Russel Thomas, USA: 24.800.000 Chipsa
5. Steven Gee, USA: 16.860.000 Chips
6. Michael Esposito, USA: 16.260.000 Chips
7. Robert Salaburu, USA: 15.155.000 Chips
8. Jacob Balsiger, USA: 13.115.000 Chips
9. Jeremy Ausmus, USA: 9.805.000 Chips

Thema des Monats: Das Lederer-Interview

am Mittwoch, den 26. September 2012

Die Akte Lederer – in diesem Monat hat kein anderes Thema die Pokergemeinde so sehr bewegt wie das als siebenteilige Videoserie veröffentlichte Interview von Matthew Parvis, einem der führenden Köpfe des Nachrichtenmagazins PokerNews, mit Howard Lederer, dem Gründungsmitglied und ehemaligem Co-Eigentümer von Full Tilt Poker.

Ein Pokerroom ohne Bankrollmanagement

Der erste Eindruck beim Verfolgen der Interviews bestätigt, was seit Mitte 2011 immer wieder vermutet worden ist: Wir haben es mit der umfangreichen Dokumentation einer überwältigenden Inkompetenz in finanziellen Fragen zu tun, die man bei mit allen Wassern gewaschenen Pokerspielern wie Ray Bitar, Chris Ferguson, Rafe Furst und Howard Lederer eigentlich nicht erwartet hätte. Von den allerersten Gründungstagen des Pokerrooms im Jahr 2001 an scheint die blanke Ahnungslosigkeit geherrscht zu haben, angefangen bei der Art, wie ein solches Unternehmen im Detail zu führen ist, bis hin zum Umgang mit den Geldern der Kunden. Kaum jemand scheint je ernsthaft bereits gewesen zu sein oder auch nur die Notwendigkeit gesehen zu haben Verantwortung zu übernehmen. Selbst die Gründungsmitglieder, die ja auch den Aufsichtsrat stellten, fühlten sich nach Lederers Worten selten zuständig, wenn es ums einfache Tagesgeschäft ging: „Wir dachten, unser Job wäre es, ab und zu mal anzurufen um zu sehen, wie es so läuft, und um über die Unternehmensziele zu reden … Zu keiner Zeit rechnete man damit, dass der Aufsichtsrat Tag für Tag beschäftigt sein würde.“

Alle sieben Videos hier: http://tinyurl.com/cc9jvc6 (gelistet von pokerfuse.com)

Als es um die Verteilung der in den ersten Jahren hereinströmenden Gelder ging, waren natürlich alle plötzlich sehr aktiv – im Handaufhalten. Nur ein einziger, so Lederer, machte eine Ausnahme: Chris Ferguson. Es ist eine der wenigen echten Überraschungen dieses Interviews, und dazu noch eine wohltuende, zu hören, dass „Jesus“ von Anfang an dagegen war, Auszahlungen in Zig-Millionenhöhe an das Management vorzunehmen.

Chris Ferguson

Zahlte als Einziger alles zurück: Chris Ferguson

„Chris … warnte, jede einzelne Auszahlung, die die Firma vornahm, würde sie auch schwächen … (er) hielt Auszahlungen für eine wirklich schlechte Idee, und im Nachhinein muss man ihm Recht geben“. Chris Ferguson selbst nahm 14 Millionen Dollar in Empfang, benutzte sie aber ausschließlich zur Förderung seines Charity-Projekts in Afrika und war später der einzige, der das erhaltene Geld wieder zurückgab. Ohne die Rückzahlung dieser Summe, so Lederer in Teil IV des Interviews, wäre PokerStars seiner Ansicht nach nicht an der Übernahme von Fll Tilt interessiert gewesen. Ray Bitar, Phil Ivey, John Juanda Erick Lindgren, und David Oppenheim seien zwar zur Rückgabe ihrer Ausschüttungen aufgefordert worden, hätten dies aber nicht getan.

Dass Howard Lederer selbst ebenfalls Dollar in zweistelliger Millionenhöhe erhalten und nicht rückerstattet hatte, wurde überraschenderweise von Matthew Parvis nicht thematisiert. Natürlich hagelte es dafür Kritik von allen Seiten. Überhaupt warfen ihm viele vor, er sei zu sanft mit seinem Interviewpartner umgegangen. Der Pokerjournalist hat mittlerweile auf PokerNews.com ausführlich Stellung zu vielen Vorwürfen genommen, von denen er sich übrigens etliche schon selbst gemacht hatte. So habe er mehrere wichtige Fragen nicht etwa bewusst ausgelassen um Lederer zu schonen, sondern sie seien ihm im richtigen Moment einfach nicht eingefallen, und mit dem jetzigen Erfahrungshintergrund würde er sich das nächste Mal noch um Vielfaches intensiver vorbereiten und auch wesentlich mehr Zeit für so ein Interview veranschlagen.

Kein Kreuzverhör

Bei aller zum Teil sicher berechtigten Kritik an der Art der Fragestellung: Das war ein Interview und keine Befragung vor Gericht. Erwartete denn wirklich überhaupt irgendjemand, der halbwegs Zwei und Zwei zusammenzählen kann, dass Lederer sich selber an den Pranger stellt, seine Sünden gesteht und darum bettelt, geteert und gefedert zu werden?

Matthew Parvis leistete mit diem siebenstündigen Gespräch echte Pionierarbeit. Etwas in dieser Art hat es in Sachen Poker noch nie zuvor gegeben. Wie inzwischen bekannt wurde, wird Howard Lederer von nun an in mehreren Medien Rede und Antwort zum Thema Full Tilt stehen. Und er wird sicher nicht der einzige aus der Führungsriege des Pokerrooms bleiben.

Thema des Monats: US-Richter und das deutsche Finanzamt Hand in Hand für Onlinepoker?

am Freitag, den 31. August 2012

Siegel des Federal District Court in Brooklyn„Wenige Dinge werden in unserem Land so sträflich vernachlässigt wie das Pokern … Ich kenne Geistliche, gute Männer, freundlich im Herzen, liberal und vertrauenswürdig, die nicht wissen, was ein Flush ist. Da möchte man sich doch für seine eigene Spezies schämen“, schrieb vor etwa 150 Jahren Mark Twain, seines Zeichens Schriftsteller und begeisterter Pokerspieler. „Jetzt müssen wir uns wohl ein bisschen weniger schämen“, merkte James McManus, Kolumnist von „The New York Times“, in seinem Artikel „No More Bluffing“ vom 24. August an. Der Autor von „Positively Fifth Street“ und „Cowboys Full – A History of Poker“ freute sich wie viele andere Poker Aficionados über die Entscheidung von Jack B. Weinstein, Richter am Federal District Court in Brooklyn, der zufolge Poker als Geschicklichkeits- und nicht etwa als Glücksspiel zu betrachten ist.

Dem Veranstalter einer privaten Pokerrunde hatten bis zu zehn Jahren Gefängnis wegen der Ausrichtung von verbotenem Glücksspiel gedroht, zumal er fünf Prozent der Pokergewinne – Rake also – für sich in Anspruch genommen hatte. Noch ist kein endgültiges Urteil gefällt, ein erstes Statement von Richter Weinstein allerdings gibt es bereits: Poker, so erklärteer, sei kein „game of chance“, sondern ein „game of skill“. Weder Wortlaut noch bisherige Handhabung des Illegal Businesses Gambling Acts (IGBA, Gesetz gegen Geschäfte mit illegalem Glücksspiel) ließen „den Schluss zu, dass der Kongress habe es in der Absicht geschaffen habe, es gegen jede Art von Gambling anzuwenden … Auch trifft die Definition von Gambling auf Spiele wie etwa Poker, die im Wesentlichen Geschicklichkeitsspiele sind, nicht zu“. Erst im Dezember letzten Jahres hatte das Department of Justice ein für allemal festgestellt, dass Pokerangebote im Internet keine illegale Aktivitäten im Sinne des Wire Acts von 1962 sind. Schnuppern wir da Morgenluft in Sachen Onlinepoker?

„Einkommenssteuer – auch so ein Glücksspiel“ (Heute Nacht)

Und hierzulande? Dem Ex-Piloten und langjährigem Pokerspieler Eddy Scharf steht die Besteuerung seiner Gewinne ins Haus, genau wie Hunderten anderer, die mit ihrem Lieblingszeitvertreib erfolgreich waren und „ähnliche Steuernachforderungen wie Scharf“ (SPIEGEL ONLINE) erhalten hatten. Hier wird nun wirklich verkehrte Welt gespielt: Pokerbrain Scharf besteht auf Anwendung des aktuell geltenden Rechts, wonach Pokern ein reines Glücksspiel, seine Ausübung nur auf Kasinos beschränkt und Gewinne wie andere Glücksspielerlöse auch nicht zu versteuern sind. Das Finanzamt seinerseits zitiert unter Anderem Aussagen des zweifachen WSOP-Braceletgewinners (in Limit Omaha 2001 und 2003), die zumindest den Verdacht nahelegen, dass Pokern nicht überwiegend vom Glück dominiert wird.

Selbst wenn das Gericht, das bis Jahresende entscheiden soll, ob die Pokergewinne zu versteuern sind, dem Finanzamt Recht gibt – was ist dann mit der Abzugsfähigkeit von Reise- und Übernachtungskosten, weiteren Spesen und Turnier-Buy-ins? Mehr noch, denn wie Eddy Scharfs Anwalt in der ZDF-Sendung „Heute Nacht“ Anfang der Woche feststellte: „Wenn Poker als Geschicklichkeitsspiel eingestuft wird, dann fällt Poker aus dem Glücksspielmonopol heraus … und vor allem wird sich der ganze Onlinemarkt legalisieren dadurch, und das ist eigentlich ordnungspolitisch vom Staat nicht gewollt.“

Blick nach Norden

Wer weiß? In Schleswig-Holstein, dem Bundesland, das in Sachen Legalisierung von Onlinepoker, -sportwetten und -gaming Pionierarbeit geleistet hatte und wo dank des politischen Machtwechsels zurück ins Rudel der anderen Länder gerudert werden soll, haben sich schon die ersten Zweifel am Kurs der Regierungskoalition in den eigenen Reihen gemeldet. Einerseits soll das neue liberalisierte Glücksspielgesetz Schleswig-Holsteins gekippt werden, andererseits stellt es derzeit geltendes Recht dar – weswegen seit seinem Inkrafttreten im Mai bereits zwölf Lizenzen für Internetgaming (namentlich Sportwetten) vergeben wurden, fünf davon Ende letzter Woche an unter Anderem Admiral Sportwetten, Ladbrokes International PLC und 888 Germany. 44 weitere Lizenzanträge liegen zur Bearbeitung vor, und Innenminister Andreas Breitner versicherte in einer Presserklärung: „Die Anträge werden weiterhin unverzüglich bearbeitet, die Entscheidungen fallen selbstverständlich nach geltendem Recht und Gesetz.“ Das wird auch Zeit, denn schon sind die ersten Klagen wegen ungerechtfertigter Verzögerung bei der Bearbeitung von Lizenzanträgen eingereicht worden.

Sollte das Glücksspielgesetz nun annulliert werden und der Glücksspielstaatsvertrag der anderen Bundesländer auch in Schleswig-Holstein wirksam werden, muss das nördlichste Bundesland mit einer Flut von Schadenersatzforderungen von Seiten der um ihre Lizenzen geprellten Firmen rechnen. Wollen wir hoffen, dass die neue Landesregierung aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband bald wieder über „Klaar Kimming“ (für Landratten: das ist Friesisch für „klarer Horizont“) verfügt, und vielleicht doch einen anderen Kurs als das bundesdeutsche restriktive Glücksspielrecht wählt. Und was bei allen Pokergöttern soll man Eddy Scharf bloß wünschen? Glück oder so?

Über mich – Klara Kent

am Dienstag, den 5. Juni 2012

Mein Name ist Klara Kent, und ich bin auf der dänischen Insel Ærø geboren. Das war ein Versehen und kostete meine Mutter 100 dänische Kronen, denn sie hatte mit meinem künftigen Großvater gewettet, dass ich erst nach den Sommerferien zur Welt kommen würde, wenn sie wieder zurück im bayrischen Murnau wäre. So fing das mit meinem Spielerdasein (Spielerinnendasein?) an. Einige Jahrzehnte später entdeckte ich Onlinepoker – und mittlerweile habe ich mich voll und ganz dieser meiner Lieblingssucht verschrieben, im wörtlichen Sinne: Ich spiele so oft wie möglich, und ich lebe vom Schreiben. Neben diversen Artikeln für Pokermagazine habe ich auch ein paar Kinderbücher verfasst. Falls sich jemand wundert, wie das zusammengehen kann, möge er sich bitte daran erinnern, wie er als Kind begonnen hat, die Welt zu begreifen. Und weil ich immer auf der Suche nach interessanten Spielwiesen bin, habe ich hierher gefunden. Für Poker-Institut werde ich die (Online-)Pokerwelt durchforsten und meine Funde präsentieren.

Eins noch: Klara Kent ist nicht ganz mein wirklicher Name. Mein echter ist aus verschiedenen Gründen total unpraktisch. Als Kinder hatten meine vier Geschwister und ich den Dreh raus, völlig fremde Leute in einen unseren-Namen-vollständig-und-fehlerfrei-aufsagen-nachdem-man-ihn-höchstens-dreimal-gehört-hat-Wettbewerb zu verwickeln und dabei regelmäßig ein paar Pfennige zu gewinnen. Er besteht nämlich aus etwa 27 Silben, und es kommen Bestandteile wie „d’Eon“, „Gondorff“ und „Ballinger“ darin vor, die laut Familientradition mit französischem Akzent ausgesprochen werden müssen (ohne dass in den letzten 100 Jahren auch nur ein einziger Franzose – aber gut, das würde jetzt zu weit führen). Wie auch immer, wenn ich mal genug Zeit habe, schreibe ich ihn auf. Ich glaube, er ist sogar länger als der von Kara Ben Nemsis Begleiter Hadschi Halef Omar Ben Hadschi …

Ach ja, und am liebsten spiele ich Pot Limit Omaha, auch in der HiLo-Variante. Natürlich kommt man an No Limit Hold’em nicht vorbei – ich muss aber zugeben, dass ich dafür eigentlich zu ungeduldig bin und viel zu gerne herumprobiere. Meine Lieblingsformate, egal ob Turnier oder Cashgame, sind dementsprechend zwar gerne Deepstacks, aber maximal 6handed. Demnächst mehr.

Aussie Millions: Am Sonntag starten die ersten großen Events

am Sonntag, den 6. November 2011

Aussis MillonsZehn Jahre Aussie Millions – zur Feier des historischen Datums sind für morgen gleich zwei Mega Events der Series angesetzt. Um 12:30 Ortszeit beginnt Flight 1 von Day 1 des $10.600 No Limit Hold’em Main Events, mit einem Starting Stack von 30.000 Chips für jeden Teilnehmer und 90 Minuten Leveldauer. In jedem Flight wird möglichst schnell auf 8-handed Tables umgestellt. Wenn noch 36 Spieler übrig sind, geht es 6-handed weiter. Bis zum Day 5 des Events am kommenden Samstag sollte dann der Final Table klargemacht sein.

Das erste Super High Roller-Turnier dieses Jahr in Down-Under startet 90 Minuten nachB eginn des Main Events. Bei der $100.000 Challenge geht jeder Teilnehmer mit 100.000 Chips ins Rennen. Die Levels dauern 60 Minuten, und das Spiel ist Hold’em. Spektakuläre Preflop All-ins sind zumindest in den Anfangsstunden nicht zu erwarten, da die erste Setzrunde als Pot Limit gespielt wird. Postflop wird dann zu No Limit geswitcht.

Das teuerste Turnier der Aussie Millions 2012 startet am Freitag mit einem Buy in von $250.000 und ebenso vielen Starting Chips, und weil soviel Geld natürlich schleunigst unter die Leute gebracht werden muss, dauern die Levels auch nur 40 Minuten. Geradezu bescheiden dagegen ist mit $25.500 das Startgeld für das Semi-Shootout am nächsten Samstag. Es ist auf zwei Tage angelegt. Mit 40.000 Chips geht es 8-handed los, die ersten sechs Level haben 40, die folgenden 60 Minuten. Sobald wie möglich wird 6-handed gespielt. Wenn nur noch 18 Spieler übrig sind, wird in den Shootout-Modus gewechselt: Die letzten Beiden vom jedem Tisch kommen an den Final Table.

Die dicksten Gewinne bei den Aussie Millions machte bis dato Erik Seidel letztes Jahr: Sein Dritter Platz bei der $100.000 Challenge ($618.000) war nur eine Fingerübung für die $250.000-Challenge, aus der er er als Sieger hervorging und $2.400.000 nach Hause trug. Sein Ex-Full Tilt-Kollege Gus Hansen (Sieger beim Main Event der Aussie Millions 2007) hat gestern auf seinem Blog gushansen.me kurz notiert, dass er bereits vor ein paar Tagen Australien angekommen sei und sich allmählich akklimatisiere. Alle vier großen Events würden ihn interessieren – „möglicherweise spiele ich sie alle“. Das dürfte spannend werden

Jared Tendler: Gratis Lessons in der Mental Game Radio Show

am Donnerstag, den 6. Oktober 2011

Jared TendlerFür diejenigen unter uns (sofern es sie tatsächlich gibt), die das Gefühl haben, ihre mentale Stärke, Tiltresistenz, Ausdauer und/oder Leistungsfähigkeit könnten noch etwas Verbesserung brauchen, hier eine ganz besondere Empfehlung: Seit Anfang Dezember hat Jared Tendler, Mental Coach und Autor von „The Mental Game of Poker“, dem aktuellen Standardwerk zum Thema, eine wöchentliche Radiosendung auf QuadJacks.com. Jeden Mittwoch um 5:00 pm ET (23:00 Uhr unserer Zeit) diskutiert er mit PokerPros Fragen der mentalen Stärke, die ein Spieler braucht um erfolgreich zu sein. Gäste der ersten beiden Folgen waren Tri “slowhabit” Nguyen und wie Dusty „Leatherass“ Schmidt.
Lex Veldhuis

Lex „RaSZi“ Veldhuis

„Im Wesentlichen“, so Jared, „bekommt man (in der Show, Anm. d.A.) Gratis-Seminare darüber, wie man sein Mental Game besser unter Kontrolle halten kann.“ Aber auch Fragen von Zuhörern werden beantwortet. Gast der nächsten Sendung am 21. Dezember ist Team PokerStarsPro Lex “RaSZi” Veldhuis. Der 25Jährige Holländer räumt seit einigen Jahren erfolgreich an den No Limit Hold’em Cashgame-Tischen von $2/$4 bis $100/$200 ab (zumindet tat er das an letzteren, bis Full Tilt dichtmachte, seitdem spielt er auf PokerStars $50/$100). Laut pokertableratings.com hat er bis dato ein Plus von über $200.000 auf PokerStars gemacht. Wer Fragen an Jared Tendler oder an Lex Veldhuis hat, kann sie hier in Jareds Forum stellen und auf die Diskussion am Mittwochabend warten.

Bereits jetzt und quasi als Vorgeschmack lohnt es sich, die beiden ersten Sendungen anzuhören, in denen Jared mit Pokercoach Tri “slowhabit” Nguyen (Daily Variance Publishing) über unerwartete mentale Leaks selbst bei so großartigen Spielern wie Tom Dwan spricht und, eine Woche später, mit Dusty „Leatherass“ Schmidt über dessen Weg zum „ultimate grinder“.