Kaum hat man sich von den Auswirkungen der zungenbrecherischen Versuche erholt, den Namen richtig auszusprechen, unter dem Daniel Negreanu in dem Horrorstreifen “Detention” (USA 2011, demnächst auch hierzulande als DVD erhältlich) wenige Sekunden lang die Nachrichten verliest –
da schneit einem schon das nächste Pokerhorrormovie ins Haus: „Game Theory“, so der Teaser auf der Website zum Film, „ist eine dramatische Webserie über das Leben eines Rounders nach dem Aus für Onlinepoker in den USA. Weil er irgendwie zurechtkommen muss, sieht er sich gezwungen wieder nach Hause zu ziehen und bei Null anzufangen. Dass sein Vater ihn als einen Loser betrachtet, bestärkt ihn in seinem Erfolgsstreben. Er fängt an Cashgames live zu spielen um eine Bankroll aufzubauen“ usf. Wer sich die zwölf Minuten und vierzehn Sekunden lange erste Episode dieser ergreifenden Story ansehen will, kann das für $1.99 auf www.gametheorytv.com tun. Einen winzigen Vorgeschmack liefert der Trailer:
Um eine waschechte Pokergewinnerin geht es in einer neuen Reality-Show des US-amerikanischen Senders „The Learning Channel“ (TLC): Jennifer Harman ist eine von fünf „Powerfrauen“ in der Serie „Vegas High Rollers“. Die 47jährige gewann als erste Frau zwei WSO-Bracelets, hat bis heute alleine in Pokerturnieren ca. $2,5 Millionen erspielt und gehört zu den gefürchtetsten Cashgamespielern an den Highstakes-Tischen in Sin City. Harman ist mit ihrem Berufskollegen Marco Traniello verheiratet, mit dem sie Zwillinge hat, überlebte zwei Nierentransplantationen und hostet alljährlich ein Charity-Turnier für die Tierschutzorganisation Nevada SPCA. 2009 posierte sie zusammen mit Phil Hellmuth, Daniel Negreanu und Scotty Nguyen oben ohne für eine Ausgabe des ESPN MAgazines (das Foto dürfte allerdings selbst in den prüden USA als jugendfrei eingestuft sein, da alle „interessanten“ Körperteile hinter hohen Chipstapeln versteckt sind). Die Ausstrahlung der achtteiligen Serie will TLC im Spätherbst beginnen. Außer Jennifer Harman werden drei bekannte Geschäftsfrauen und eine Lokalreporterin vorgestellt.
Heldenmythen, Höhenflüge und Rekorde: Manchmal ist beim Pokern eben nur der Himmel die Grenze, und selbst die wird hin und wieder überschritten.
Fangen wir mit dem Mega-Event des nächsten Jahres an – der International Stadiums Poker Tour (ISPT), die vom 31. Mai bis zum 6. Juni im Londoner Wembley Stadium angesetzt ist. Bis zu 30.000 Spieler soll das Turnier anlocken, man rechnet mit einem Preispool in Höhe von sagenhaften 20 Millionen Euro, allein die Hälfte davon wird der Sieger erhalten.
Auch bei den Stars, die diese Tour promoten sollen, kleckert Veranstalter Laurent Tapie nicht gerade. Als ISPT-Botschafter wurde zunächst Michael „The Grinder“ Mizrachi verpflichtet, der soeben zum zweiten Mal bei einer WSOP die Krone der $50.000 Poker Players Championship errungen hatte. Ebenfalls zum Team gehört nun auch Sam Trickett. Der 26jährige Pro wurde letztes Jahr als Englands „Cash Player of the Year“ ausgezeichnet und steht derzeit mit mehr als 16 Millionen Dollar Pokergewinnen in der „All Time Money List“ auf Platz Vier. Sams britisch-lakonischer Kommentar zur Ernennung zum ISPN-Ambassador: „Als Pokerspieler bin ich mit einem solchen Event einfach eng verbunden. An einem solchen Turnier teilzunehmen bedeutet dabei zu sein wenn Pokergeschichte geschrieben wird.”
Ein anderes „Mega-Event“ machte diese Woche ebenfalls Schlagzeilen, wenn auch die Protagonisten weniger bekannt sind als Trickett und The Grinder. Peter Konas aus Tschechien gewann die $600 „Iron Man Poker Challenge“. Das besondere an diesem Turnier: Veranstalter Delaware Park Gaming Venue ging es um einen Eintrag ins Guinness Buch der Weltrekorde – mit dem längsten ununterbrochen gespielten Pokerturnier, einem Versuch, der bereits 2011 gestartet worden war und scheiterte, weil sich die Verantwortlichen bei Guinness durch eine Spieldauer von 32 Stunden nicht besonders beeindruckt zeigten. Nun ging’s nochmal zur Sache, und zwar mit Erfolg. 192 Teilnehmer kämpften ohne Pause auf episch langen Levels um einen Preispool von $100.608 und gaben sich alle Mühe, über jede Hand möglichst lange zu sinnieren. Schließlich, nach 36 Stunden, 34 Minuten und 41 Sekunden, war’s geschafft: Sieger Peter Konas bekam eine Prämie von $27.160, und die „Iron Man Poker Challenge“ kommt ins Guinness Buch.
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Die WPT im Parx Casino
Diesmal wurde es leider noch nichts mit dem WPT-Triple für Marvin Rettenmaier. Der junge Deutsche hatte erst vor wenigen Tagen als erster Spieler überhaupt zwei aufeinanderfolgende Siege bei Main Events der World Poker Tour feiern können. Er war am Freitag, direkt nach dem Gewinn der Eröffnungsrunde von Season XI, den Merit Cyprus Classics, von der Mittelmeerinsel zu den Parx Open Poker Classics nach Philadelphia geflogen. Das Rebuy-Turnier (wer rausflog, konnte es bis zum Level Fünf noch einmal probieren), hatte ein Startfeld von 500 Teilnehmern. Marvin schied lange vor dem Geld noch am Tag 1B aus, befand sich aber an den Rails mit Olivier Busquet, Joseph Cheon, Andy Frankenberger, Kathy Liebert und Dan Shak in illustrer Gesellschaft. Am heutigen Tag 2 befinden sich noch 196 Spieler im Rennen, aktueller Chipleader ist Henry Lu. Drei – allerdings nicht aufeinanderfolgende – Titel bei der WPT haben bisher übrigens nur Carlos Mortensen und Gus Hansen geholt.
PokerStrategy reichte in der vergangenen Woche eine Klage auf 1,2 Millionen Dollar gegen Pocket Kings Ltd. ein. Wofür genau pokerstrategy.com Geld von den ehemaligen Eignern von Full Tilt Poker erwartet, wurde nicht klar, höchstwahrscheinlich geht es dabei um Anzeigeschaltung oder/und nicht erstattetet Affiliate-Honorare. Angeblich seien über die Site vor Black Friday monatlich 30.000 neue Spieler zu Full Tilt gekommen, danach sei sie immer noch die Hauptquelle des Pokerrooms für neue Nicht-US-Spieler gewesen, bis ihm die Aldernay Gambling Control Commission (AGCC) die Lizenz entzogen habe. Wie es auf egrmagazine.com (EGR) heißt, habe PokerStrategy laut eigenem Bekunden mit der Klageerhebung gewartet, bis der Verkauf an PokerStars in trockenen Tüchern gewesen sei, um den Deal nicht zu gefährden. Vermutlich, so EGR weiter, werden demnächst noch etliche ehemalige Full Tilt-Affiliates mit ähnlichen Ansprüchen rechtliche Schritte zur Erlangung ihrer Prämien einleiten.
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Back-to-Back-Sieger bei der WPT
Marvin Rettenmaier hat die neue Saison der World Poker Tour mit einem Titel eröffnet: Er gewann das Main Event der Merit Cyprus Classics, nachdem er ein Feld von 324 Teilnehmern hinter sich gelassen und es übernommen hatte, jeden der fünf übrigen Gegner am Final Table eigenhändig an die Rails zu schicken. $287.784 brachte ihm der Sieg, und das zusätzlich zu den $1.196.858, die er mit dem Titelgewinn des Abschlussturniers der Season X, der WPT World Championship im Mai, kassierte. Damit hat Mad Marvin seine Turniergewinne auf mehr als drei Millionen Dollar hochgeschraubt, mehr als die Hälfte davon erzielte er seit Januar 2012. Wenn das kein Lauf ist …
Bwin und MyBet reichen Klage gegen Schleswig-Holstein ein. Während im nördlichsten deutschen Bundesland Überlegungen in Gang sind, wie die neue Landesregierung sich am schnellsten aus dem Alleingang in Sachen Glücksspielstaatsvertrag zurück in die bundesdeutsche Einheitlichkeit bewegen kann, haben Bwin.Party und MyBet bereits Klage eingereicht, und zwar wegen unberechtigter Verzögerung der Erteilung von Lizenzen für Onlinewett- und Onlinepokerangebote, die sie nach dem derzeit noch geltendem Landesrecht längst erhalten haben müssten. Nach der Meinung von Rechtsexperten könnten diese Klagen – insbesondere, wenn sich weitere Firmen dem Beispiel der großen Anbieter anschließen – das Wiedereinscheren der Kieler Koalition in den gemeinsamen Gesetzesentwurf erheblich verzögern.
Vier statt der zwei geplanten Folgen der TV total Pokernacht werden bis Ende 2012 über den Sender gehen. Diese frohe Botschaft für alle Fans von Stefan Raabs Pokertumult auf Pro Sieben ereilte uns soeben. Am 18. September ist es wieder soweit, dann folgt bis Jahresende jeweils eine weitere TV total Pokernacht pro Monat. 25mal bereits spielten (meistens) gut gelaunte Pokeramateure aus der Unterhaltungsbranche, Poker Pros (auch Pius Heinz war natürlich schon dabei) und hoffnungsfrohe Onlinequalifikanten um 50.000 Euro.
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Angeklagt: Ray Bitar und Nelson Burtnick
Die Verhandlungen um den Ankauf der Online- Pokerplattform Full Tilt Poker durch PokerStars sind abgeschlossen und FTP geht für eine Summe von über 730 Millionen Dollar über den Tisch. Am Dienstagabend dieser Woche wurde dies von beiden Parteien offiziell bestätigt. Der Prozess zwischen FTP und PS wurde durchgehend vom DOJ überwacht und geleitet. Laut den neuen Besitzern beinhaltet der Plan für die kommenden Wochen unter Anderem die Auszahlung der noch offenen Beträge an alle Spieler, deren Geld online registriert ist und seit etlichen Monaten dort feststeckt. Pro Player Blair Hinkle hat allein eine Summe von über 1,1 Millionen Dollar online. Auf die Frage, wie er auf die Nachricht reagiert habe, dass sein Geld nun doch nicht verloren sei, antwortet der 29-jährige US-Amerikaner mit den Worten: „Das ist besser, als ein Pokerturnier gewonnen zu haben.“
Die Diskussionen um die anfangs fragwürdige Übernahme – schließlich ist PokerStars jetzt nahezu Monopolist auf dem Gebiet Onlinepoker – wurden nicht zuletzt durch die zahlreichen Anklagen gegen die ehemaligen Fullt Tilt Besitzer überschattet. So werden Ex Full Tilt CEO Raymond Bitar und noch-Manager Nelson Burtnick wegen vermeintlicher Geldwäsche und Bankbetrug vom Department Of Justice angeklagt. Bitar gesteht seine Schuld ein und wird sich in den kommenden Monaten seiner Strafe ausliefern. Momentan ist er für eine Kaution von ca. 2,4 Millionen Dollar frei. Burtnick hingegen plädiert auf nicht schuldig. Auch er wurde gefasst, ist aber ebenfalls momentan auf freiem Fuß: Für eine Bürgschaft von $500.000 durfte er die Zelle. Um 2000 rum leitete der FTP Transaktionsabgeordnete für einen kanadische Zahlungsdienstleistungsfirma, bevor er bei PokerStars tätig war und schließlich 2009 zu Full Tilt wechselte.
Die Firma Full Tilt Poker ließ, ausgehend von dem Hauptbüro in Dublin, Irland, eine offizielle Entschuldigung an die Spieler und eine Danksagung an alle Mitarbeiter verkünden. Zudem wurde den neuen Inhabern für die Bemühungen bedankt und viel Glück für die Zukunft gewünscht.
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Dieses arme Kerlchen wirbt für die iGame Open
Gestern war Finaltag bei den der iGame Open, die vom 24. bis zum 29. Juli im King’s Casino in Prag ausgetragen wurden. Sieger wurde Slavi Kalov aus Bulgarien. Zwei Stunden lang dauerte das Heads-up, dann kam es zum All-in. Slavi deckte AK auf. Das Board half finnischem Gegner Joni Jouhkimainen nicht weiter, der mit AJ aufs Ganze gegangen war, und Slavi durfte über den Titel und eine Siegprämie von € 71.412 jubeln.
An zwei Starttagen waren insgesamt 254 Spieler zum dreitägigen Main Event, einem € 1.300 No Limit Hold’em Turnier mit einem garantierten Preispool von € 240.000, angetreten. Am Final Table saß als einzig noch übriger deutschsprachiger Teilnehmer der Österreich Jefri Islam. Ebenfalls um den Sieg kämpfte ein waschechter Braceletträger: Mats Rahmn aus Schweden hatte bei der WSOP 2006 das $1.500 No Limit Hold’em Event und damit stolze $655.141 gewonnen. bester Deutscher wurde Rene Freymann, der sich auf Platz 18 verabschieden durfte aber immerhin noch € 4.408 mit nach Hause nahm.
Platzierungen und Payouts
1. Slavi Kalev, Bulgarien: 71.412 €
2. Joni Jouhkimainen, Finnland: 47.020 €
3. Jefri Islam, Österreich: 30.563 €
4. Linus Hjulström , Schweden: 24.098 €
5. Timothy Härold, Schweden: 19.102 €
6. Mats Rahmn, Schweden: 16.163 €
7. Joni Nenonen, Finnland: 13.225 €
8. Zbigniew Wiezorek, Polen: 10.286 €
9. Ladislav Mika, Tschechei: 7.347 €
10. Marek Krupar, Slowakei: 5.584 €
11. Anton Karasinsky, Slowakei: 5.584 €
12. Jaroslav Lipien, Polen: 5.584 €
13. Pekka Sandgren, Finnland: 4.408 €
14. Ory Weihs, Israel: 4.408 €
15. Rene Freymann, Deutschland: 4.408 €
16. Ivan Duska, Tschechei: 3.233 €
17. Andre Moreira, Portugal: 3.233 €
18. Niko Mykkänen, Finnland: 3.233 €
19. Marian Murcek, Polen: 3.233 €
20. Henric Stenholm, Schweden: 2.351 €
21. Petr Subik, Tschechei: 2.351 €
22. Martin Cibulka, Tschechei: 2.351 €
23. Maris Cilitis, LTH: 2.351 €
24. Matias Knaapinen, Finnland: 2.351 €

Kein Bracelet, sondern eine Uhr gab's für den Sieger von "The Big One". Und der schenkte sie flugs seinem Vater.
Nicht lang ist es her, da gewann Antonio Esfandiari das Big One, wurde mit einem Preisgeld von über 18 Millionen Dollar belohnt und praktisch über Nacht zum bestverdienenden Pokerspieler. Er überholte damit Erik Seidel in der All Time Money List, der mit Gesamtgewinnen von $16.968.220 knappe 7 Millionen US- Dollar weniger einfuhr als Antonio. Es folgen Phil Ivey, Sam Trickett, Daniel Negreanu, Phil Hellmuth mit ähnlichen Pokereinkünften, und Michael Mizrachi liegt mit gewonnen $14.074.765 auf Rang 7 der Liste der erfolgreichsten, beziehungsweise jener Spieler, die durch Poker am meisten Geld machten. Die Plätze 13 und 14 werden von den besten Europäern besetzt: Gus Hansen und Peter Eastgate gewannen je etwas mehr als 11 Millionen Dollar auf internationalen Pokerturnieren.
Bester Deutscher ist der Gewinner des Main Events der WSOP 2011, Pius Heinz. Der 23jährige zählt Gesamtgewinne in Höhe von $8.893.098, von denen ca. 8,7 Millionen Dollar vom Finale der letzten World Series stammen. All das sind Zahlen, die wohl die meisten von uns denken lassen: Warum mache ich das eigentlich nicht, nach Vegas fliegen, pokern, absahnen? Die Antwort liegt auf der Hand: Ein Flugticket in die Stadt der bunten Lichter ist bei der Lufthansa ab 650€ zu haben, dazu kommen dann noch Verpflegung, Unterkunft und letztendlich der Rückflug.
Buy Ins sind damit noch lange nicht bezahlt. Das günstigste Turnier der WSOP hat einen Eintrittspreis von $1.000, der Erste geht mit $440.829 aus dem Rio. Natürlich gehen die Buy Ins in sphärische Höhen, nicht zuletzt durch den Mega-High-Roller “Big One for One Drop”, mit einem Buy In von satten $1.000.000. Das Ganze hat selbstverständlich eine Schattenseite: Cashe ich nicht, ist das Geld futsch.
Der Deutsche Morad Qushqar zum Beispiel nahm bei dieser WSOP an sieben Turnieren teil und zahlte Buy Ins in Höhe von insgesamt $78.000 – ohne ein einziges Mal ins Geld zu kommen. Der Schweizer Anton Allemann verspielte rund $50.000 ohne zu cashen während Florian Langmann in 17 Turnieren zwar hin und wieder ITM war, jedoch Verluste in Höhe von $36.481 hinnehmen musste. Auch nicht so toll, oder?
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Was wäre die WSOP ohne ...
Die 43rd World Series of Poker wird nach einhelliger Auffassung der Medien nicht als Highlight ihrer Art in die Annalen eingehen – und wenn doch, dann nur aufgrund der aufregenden Kombination von Charity- und Super-Highroller-Event beim „The Big One for One Drop“, das Funds in Höhe von sage und schreibe $5.333.328 für die Verbesserungen der Trinkwasserversorgung in den ärmsten Ländern auf dem Globus erbrachte.
Dem Event fehlte die Aufbruchsstimmung, die in der Pokerszene vom Beginn des Pokerbooms an bis zum April 2011 herrschte. Auch bei der 42nd WSOP hatte die Atmosphäre im Rio vor Spannung geknistert angesichts der Ereignisse, die mit dem Black Friday ihren Anfang genommen hatten. Aber dieses Jahr … seien wir ehrlich: Natürlich gab es den einen oder anderen Aufreger oder Hingucker, Phil Iveys fünf Final Tables in zwölf Tagen zum Beispiel, Phil Hellmuths endlich endlich endlich erreichtes zwölftes Bracelet und Mizrachis unglaubliches zweites Poker Players Championship Bracelet. Aber mal ernsthaft, hatte das Main Event jemals einen derartig uninteressanten Final Table? Kennt man (Freunde und Verwandte ausgenommen) überhaupt IRGENDEINEN der October Nine? Auch Insider der Szene reiben sich vor so viel Unspektakulärem die Augen: Bis auf einen osteuropäischen Kandidaten nur US-Amerikaner, und einer unbekannter als der andere (selbst die beiden Braceletgewinner Greg Merson und Stephen Gee sind nicht gerade Publikumsmagneten). Satiriker Mark von meltedfelt.com schrieb unverblümt, es sei allemal interessanter, „rauszugehen und seinem Rasen beim Wachsen zuzusehen“ als einen Artikel über die aktuellen Finalisten des ME zu schreiben.

... The Big One gewesen?
Gottlob gab’s wenigstens ein wirklich spannendes Ereignis: Das größte Poker Charity Event aller Zeiten, „The Big One“ vom 1. bis zum 3. Juli 2012. Achtundvierzig Spieler traten an, jeder von ihnen legte entweder die $1.000.000 Buy-in hin oder qualifizierte sich über eines der Satellites für $25.000. Monatelang war über die Identität nicht im Voraus bekannt werden wollender Teilnehmer, über Stakings und Sponsorings spekuliert worden. Es sollte ein Turnier der Extraklasse werden, von dem sich so Mancher erhoffte, es würde den Pokerglamour wieder neu entfachen, der vor allem seit dem letzten Jahr durch die Eliminierung einiger Branchengrößen wie Full Tilt oder der Epic Poker League erheblich gelitten hatte.
Und was für eine unglaubliche Besetzung ergab sich dann! Superreiche Geschäftsleute traten an, um sich mit Phil Hellmuth, Gus Hansen, Daniel Negreanu und überhaupt dem halben Who-is-Who der Szene zu messen. Jede Sekunde des Turniers konnte auf ESPN im Live Stream mitverfolgt werden, was allein schon von der Bedeutung und zeugt, die die Medienwelt dem Event beimaß. Dass Antonio „The Magician“ Esfandiari und Sam Trickett am Final Table Phil Hellmuth und Organisator Guy Laliberté überdauerten und im Heads-up um die größte Siegprämie kämpften, die es je in einem Pokerturnier zu gewinnen gab, ist, wie Steve Ruddock es auf pokernewsboy.com formuliert, „besser als jedes erdenkliche Drehbuch, das man für sich für den Verlauf von The Big One hätte ausdenken können.“ Was nach diesem Monsterpreispool wohl nächstes Jahr DAS WSOP-DING wird?
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Der Global Poker Index bewertet langfristig Turnierergebnisse
Die WSOP 2012 ist (fast) ausgespielt, und damit hat sich auch der Global Poker Index neu formiert. Alles ist anders, und doch irgendwie beim Alten, denn die Top 20 sind bis auf eine Ausnahme dieselben wie vor den 62 Events. Dass es von KW 29 auf KW 30 Verschiebungen in der Rangfolge gab, obwohl das relevante internationale Turniergeschehen nach der WSOP kurz pausierte, liegt am Berechnungsmodus. Die GPI-Points berechnen sich aus den Turnierergebnissen in den letzten 36 Monaten. Die aktuelleren Platzierungen bedeuten einen höheren Multiplikationsfaktor. Wenn Ergebnisse aus der Wertung fallen, weil sie mehr als drei Jahre zurückliegen, erhalten die neueren automatisch mehr Punkte, unter Umständen ohne dass neue Turniere in die Wertung kommen.
So blieb Vanessa Selbst nicht auf Rang Drei, den sie letzte Woche mit ihrem erfolgreichen Abschneiden bei der WSOP erhalten hatte, sondern rutschte zwei Plätze nach unten, weil Dan Smiths und Stephen O’Dwyers Turnierergebnisse neu berechnet wurden. Smith machte auf diese Weise einen Sprung von Rang Zwölf in die Top Ten. Ebenfalls abwärts, allerdings nur um eine Stufe, ging es dadurch für Marvin Rettenmaier, der lange Zeit auf Rang Fünf geführt worden war. Newcomer in den Top 20 ist Shannon Shorr. Der britische Pro verbesserte sich um sechs Plätze auf Rang 24 und verdrängte damit Roberto Romanello auf Platz 21.
Die aktuellen Top 20 des GPI mit Punkten
1. Jason Mercier: 2847,86
2. Bertrand Grospellier: 2753,39
3. Dan Smith: 2631,75
4. Stephen O’Dwyer: 2597,80
5. Vanessa Selbst: 2594,34
6. Marvin Rettenmaier: 2586,06
7. Erik Seidel: 2545,21
8. Eugene Katchalov: 2506,22
9. Andrew Lichtenberger: 2482,07
10. Jonathan Duhamel: 2468,54
11. Mike McDonald: 2409,86
12. Matt Marafioti: 2386,37
13. David Sands: 2370,71
14. Noah Schwartz: 2363,50
15. Shawn Buchanan: 2347,15
16. Emanuel Failla: 2345,68
17. Michael Mizrachi: 2323,62
18.. Sorel Mizzi: 2316,84
19. Shannon Shorr: 2268,56
20. Chris Klodnicki: 2267,34
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Michael Mizrachi bei der WSOP 2010
The Grinder wird offizieller Botschafter für die International Stadium Poker Tour. Die ISPT soll jedes Jahr in einem weltberühmten Fußballstadion ausgetragen werden, die Premiere erlebt sie vom 31. Mai bis zum 6. Juni 2013 im Wembleystadion in London. Es wird das größte Pokerturnier aller Zeiten: Mit bis zu 30.000 Teilnehmern, einem Preispool von über 20 Millionen US-Dollar ist es nicht nur ein bombastisches Event, sondern auch das erste seiner Art. Die Partizipanten sitzen sich erstmals sowohl an Live-, als auch an Onlinetischen gegenüber. Erwartet werden Teilnehmer aus aller Welt, in 28 verschiedenen Ländern soll das live im Fernsehen ausgestrahlt.
So scheint es durchaus angemessen, dass der frisch ernannte ISPT-Ambassador kein Geringerer ist als Michael Mizrachi. Als zweifacher Sieger der $50.000 Championship der WSOP, zweifacher Braceletträger und WSOP Final Table Veteran gehört er zu den großen Namen der Pokerszene. The Grinder belegt in der All Time Money List derzeit den siebten Rang. Er twittert als TheGrinder44: I just want to announce I will be @ispt_poker official ambassador Will be one of the Biggest tournaments ever held May 31, 2013! Bereits jetzt sind über 2.542 Spieler registriert und weitere 28.000 werden erwartet. Das Buy In ist in drei verschiedenen Kategorien möglich, gestaffelt von $600 bis $6.000. Bei der letzteren sichert man sich mit dem Erwerb des Tickets unmittelbaren Zutritt zu einem der Live Tische, die in der Mitte des Stadions aufgebaut werden.
Hinter der Mega–Veranstaltung steht Bernard Tapie, zuletzt im Licht der Poker-Öffentlichkeit aufgetreten in Zusammenhang mit der gescheiterten Übernahme von Full Tilt Poker durch die Groupe Bernard Tapie. Nach den Vorstellungen von Bernard Tapie und Sohn Laurent hätten die Onlinepartien des Mega-Events auf der Full Tilt Software ausgetragen werden sollen. In der Pokerszene hat es nie Einigkeit darüber gegeben, ob Tapie der glorreiche Retter in der Not und damit Geldsegen für die vielen auf eingefroreren Accounts sitzenden ehemaligen Spieler des Rooms oder vielmehr ein Wolf in einem Schafspelz gewesen wäre. Zur Zeit ist wieder einmal wenig in Sachen Full Tilt zu vernehmen, ob der größte Online Pokeranbieter PokerStars die nicht länger zugelassene Plattform tatsächlich aufkaufen wird/aufgeauft hat, ist nach wie vor unbekannt.
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