Thema des Monats: Die October Nine treten zum WSOP-Finale an

Finale der WSOP 2012 in den letzten Oktobertagen

Nach exakt 104 Tagen und 5 Stunden ist es morgen endlich soweit: Die Verbleibenden des WSOP Turniers #61 No-Limit Hold’em Main Event finden sich zum letzten Mal in der laufenden Saison im Rio in Nevada zusammen und pokern um den um den wohl prestigeträchtigsten Titel der internationalen Pokerszene. Der Startschuss zum Mega Event fiel am 7. Juli 2012, die Teilnahme kostete jeden der 6.598 Partizipanten 10.000 US-Dollar. Der Preispool von insgesamt $62.031.385 wird auf 666 bezahlte Plätze aufgeteilt. Die Spieler kamen aus 82 verschiedenen Nationen, 211 Frauen auf 6.387 Männer, der jüngste Teilnehmer liegt mit 21 Jahren an der unteren Altergrenze, während Ellen Graham Deeb, Shaun Deebs Großmutter und älteste Teilnehmerin, mit 92 Jahren wohl kaum Schwierigkeiten bei der Alterskontrolle gehabt haben wird.

Nun waren nach 10 Spieltagen aus den knapp 6.600 Teilnehmern 9 Finalisten geworden, die noch dran glauben können, Nachfolger des deutschen WSOP Champs von 2011 werden zu können. Pius Heinz wird seinen Triumph vom letzten Jahr jedenfalls nicht wiederholen, er musste das Feld bereits am dritten Spieltag räumen und verließ das Turnier ohne gecasht zu haben. Heinz gewann 2011 als erster Deutscher das Main Event und sahnte neben den mehr als 8 Millionen Dollar auch das güldene, mit zahlreichen Diamanten besetzte Bracelet ab. Auch für seine Landsmänner ist der Zug abgefahren: Nicco Maag, Wilfrid Härig und Jan Heitmann schafften es zwar unter die ersten 27, mussten sich allerdings mit den Plätzen 27 (Heitmann), 26 (Maag) und 15 (Härig) zufrieden geben. Während sich die ersten Bust-Outs von Tag 7 mit $294.601 trösten mussten, ergatterte Wilfried Härig immerhin $465.159.

Als letzte Frau verabschiedete sich die Franzosin Gaelle Baumann als Final Table Bubble -ehm- Girl. Sie überlebte etwas länger als die aus Norwegen stammende Elisabeth Hille. Beide nahmen nach einem fantastischen Turnier knapp 600.000 US Dollar mit nach Hause.

Kommen wir nun zu denen, deren Traum, in die Fußstapfen von Pius Heinz, Jonathan Duhamel und Joe Cada zu treten, noch immer anhält. Es sind 8 US-Amerikaner und ein Ungar, die noch um den Titel kämpfen.

Aktueller Chipleader ist Jesse Sylvia. Der Amerikaner führt im Chipcount deutlich mit fast 44 Millionen Chips. Als relativ neues Gesicht in der Pokerszene -er cashte bisher erst ein einziges Mal bei der WSOP, $3.000 auf dem 175. Platz beim $1.500 No Limit Hold’em – Six Handed überschreiten seine Gesamtgewinne beim Poker die 20.000 Dollar Marke nicht. Vieleicht ist das der Grund dafür, dass sein Plan B darin besteht, nach Los Angeles zu ziehen um dort Filme zu drehen.

Sein erster Verfolger ist der dreißigjährige Ungar Andras Koroknai. Dieser zählt mit gut 29 Millionen Chips ca 15.000.000 weniger als der Führende. Korknai gewann 2010 die WPT L.A. Poker Classic und fuhr über über 1,78 Millionen Dollar ein. Im selben Jahr erreichte er Rang 337 beim Main Event der WSOP. Seine Chancen, als erster Ungar mit WSOP Titel in die Geschichte einzugehen, sind also alles andere als minderwertig.

Nächster in der Reihe ist Greg Merson. Mit 24 Jahren zählt er keineswegs zu den Unbekannten dieses Turniers. Hat er doch dieses Jahr mit dem Finaleinzug im Main Event, sowie durch seinen Sieg beim Event #57 schon mindestens für $2.000.000 gecasht.

Der Chipleader vom siebten Tag, Russel Thomas, ist ebenfalls noch mit gut 25 Millionen Chips mit von der Partie. Auch er nahm mit mäßigem Erfolg (Rang 248) am letzten Main Event Teil und ist mit Jesse Sylvia nicht nur befreundet, sondern half diesem auch, seinen Pokerstil zu finden.

Steven Gee aus Sacramento ist mit 57 Jahren der mit Abstand älteste Player der October Nine. Der Softwareentwickler fand erst vor kurzem wieder an den Pokertisch und schafft es an den Final Table des WSOP Main Events. Na, das ist doch mal ein Comeback!

Michael Esposito ist 43 Jahre alt, Triathlet und Pokerpro. Auch er bestreitet nicht sein erstes Main Event – allerdings sein erstes mit größerem Erfolg.

Robert Salaburu, 27,  macht mit dem Finaleinzug ebenfalls seinen größten Live-Cash. Nach seinem Schulabschluss und einigen Finanzierungsproblemen können wir ihn an diesem Final Table zurück im Pokergeschäft wilkommen heißen.

Der 21jährige Politikstudent aus Arizona ist der jüngste am Tisch. Jacob Balsiger wäre auch der jüngste Sieger eines WSOP Main Events.

Low Stack Jeremy Ausmus liegt als einziger unter der 10.000.000 Chips Marke. Nach 8 Jahren Poker Erfahrung erwartet seine Frau ein Kind von ihm. Der Einzug ins Finale war für ihn der größte Pokererfolg bisher und auch bei der Familienplanung sicherlich hilfreich.

Also, bis dann, wenn es wieder heisst: Shuffle Up an Deal! Zum letzten Mal bei der WSOP 2012

Chipcounts am Final Table:

1. Jesse Sylvia, USA: 43.875.000 Chips
2. Andras Koroknai, Ungarn: 29.375.000 Chips
3. Greg Merson, USA:  28.725.000 Chips
4. Russel Thomas, USA: 24.800.000 Chipsa
5. Steven Gee, USA: 16.860.000 Chips
6. Michael Esposito, USA: 16.260.000 Chips
7. Robert Salaburu, USA: 15.155.000 Chips
8. Jacob Balsiger, USA: 13.115.000 Chips
9. Jeremy Ausmus, USA: 9.805.000 Chips

Tags: ,

Leave a Reply