Archive for the ‘Online Poker’ Category

Hausputz auf der Full Tilt Website

Montag, August 13th, 2012
Full Tilt im Web

So langsam tut sich was ...

Die Vorbereitungen für den Relaunch von Full Tilt Poker nehmen deutlich an Fahrt auf. Spätestens ab dem 6. November soll der Room laut PokerStars wieder offen sein. Für eine Zahlung von 255 Millionen Dollar an die Regierung der USA erhält PokerStars sämtliche Aktivposten von Full Tilt.

Zur Zeit sind auf der fulltiltpoker.com PokerStars-Statements zum Relaunch und zur Rückerstattung der Player Funds zu lesen, außerdem gibt eine FAQ-Teil erste Auskünfte zu Details wie dem Transfer von Geldern zwischen den Rooms. Diesen Erklärungen ist auch zu entnehmen, dass die Spielergelder mit Neueröffnung von Full Tilt sofort und in voller Höhe ausgecasht werden können, und zwar auf die gleiche Weise, wie das vor Black Friday möglich war. Darüber hinaus steht PokerStars derzeit in Verhandlungen mit den Glücksspielbehörden von Belgien, Dänemark, Estland, Frankreich und Italien, wo Full Tilt Poker nicht ohne Weiteres zugänglich sein wird, da diese Länder abgegrenzte eigene Onlinepoker-Märkte haben. Auch dort sollen die Funds innerhalb von spätestens 90 Tagen nach Abschluss des Deals mit dem DoJ wieder frei sein.

Das Angebot an Pokervarianten wird dem Anschein nach in seiner ganzen Breite erhalten bleiben. Nicht zugänglich ist im Moment die „Team Full Tilt“-Sektion. poker-king.com dazu: „Alle Spuren von Namen wie Lederer, Ferguson und Furst wurden komplett von der Seite getilgt. Außerdem wurde die gewaltig nervende Mitteilung ,The System is Currently Down‘ entfernt.“ Im Moment ist lediglich auf der „Our Team“-Seite zu lesen, dass „einige der weltbesten PokerPros Mitglieder des Teams Full Tilt” sind.

Für besondere Erleichterung dürfte der Full Tilt Deal bei den etwa 200 offiziell noch übrigen Angestellten des Rooms gesorgt haben. Bereits 450 beim Head Quarter in Dublin Beschäftigte waren bereits entlassen worden. Nun wird, so Head of Corporate Communications Eric Hollreiser, schon in Kürze wieder nach Arbeitskräften in Dublin gesucht, wo das Bureau of Operations auch weiterhin bleiben soll.

Mad Marvin bleibt vorerst ohne WPT-Triple. PokerStrategy verklagt Pocket Kings.

Sonntag, August 12th, 2012
WPT Parx Casino

Die WPT im Parx Casino

Diesmal wurde es leider noch nichts mit dem WPT-Triple für Marvin Rettenmaier. Der junge Deutsche hatte erst vor wenigen Tagen als erster Spieler überhaupt zwei aufeinanderfolgende Siege bei Main Events der World Poker Tour feiern können. Er war am Freitag, direkt nach dem Gewinn der Eröffnungsrunde von Season XI, den Merit Cyprus Classics, von der Mittelmeerinsel zu den Parx Open Poker Classics nach Philadelphia geflogen. Das Rebuy-Turnier (wer rausflog, konnte es bis zum Level Fünf noch einmal probieren), hatte ein Startfeld von 500 Teilnehmern. Marvin schied lange vor dem Geld noch am Tag 1B aus, befand sich aber an den Rails mit Olivier Busquet, Joseph Cheon, Andy Frankenberger, Kathy Liebert und Dan Shak in illustrer Gesellschaft. Am heutigen Tag 2 befinden sich noch 196 Spieler im Rennen, aktueller Chipleader ist Henry Lu. Drei – allerdings nicht aufeinanderfolgende – Titel bei der WPT haben bisher übrigens nur Carlos Mortensen und Gus Hansen geholt.

PokerStrategy reichte in der vergangenen Woche eine Klage auf 1,2 Millionen Dollar gegen Pocket Kings Ltd. ein. Wofür genau pokerstrategy.com Geld von den ehemaligen Eignern von Full Tilt Poker erwartet, wurde nicht klar, höchstwahrscheinlich geht es dabei um Anzeigeschaltung oder/und nicht erstattetet Affiliate-Honorare. Angeblich seien über die Site vor Black Friday monatlich 30.000 neue Spieler zu Full Tilt gekommen, danach sei sie immer noch die Hauptquelle des Pokerrooms für neue Nicht-US-Spieler gewesen, bis ihm die Aldernay Gambling Control Commission (AGCC) die Lizenz entzogen habe. Wie es auf egrmagazine.com (EGR) heißt, habe PokerStrategy laut eigenem Bekunden mit der Klageerhebung gewartet, bis der Verkauf an PokerStars in trockenen Tüchern gewesen sei, um den Deal nicht zu gefährden. Vermutlich, so EGR weiter, werden demnächst noch etliche ehemalige Full Tilt-Affiliates mit ähnlichen Ansprüchen rechtliche Schritte zur Erlangung ihrer Prämien einleiten.

Mad Marvin gewinnt WPT Cyprus. Bwin verklagt Schleswig-Holstein. Mehr TV total Pokernacht

Samstag, August 11th, 2012
Mad Marvin

Back-to-Back-Sieger bei der WPT

Marvin Rettenmaier hat die neue Saison der World Poker Tour mit einem Titel eröffnet: Er gewann das Main Event der Merit Cyprus Classics, nachdem er ein Feld von 324 Teilnehmern hinter sich gelassen und es übernommen hatte, jeden der fünf übrigen Gegner am Final Table eigenhändig an die Rails zu schicken. $287.784 brachte ihm der Sieg, und das zusätzlich zu den $1.196.858, die er mit dem Titelgewinn des Abschlussturniers der Season X, der WPT World Championship im Mai, kassierte. Damit hat Mad Marvin seine Turniergewinne auf mehr als drei Millionen Dollar hochgeschraubt, mehr als die Hälfte davon erzielte er seit Januar 2012. Wenn das kein Lauf ist …

Bwin und MyBet reichen Klage gegen Schleswig-Holstein ein. Während im nördlichsten deutschen Bundesland Überlegungen in Gang sind, wie die neue Landesregierung sich am schnellsten aus dem Alleingang in Sachen Glücksspielstaatsvertrag zurück in die bundesdeutsche Einheitlichkeit bewegen kann, haben Bwin.Party und MyBet bereits Klage eingereicht, und zwar wegen unberechtigter Verzögerung der Erteilung von Lizenzen für Onlinewett- und Onlinepokerangebote, die sie nach dem derzeit noch geltendem Landesrecht längst erhalten haben müssten. Nach der Meinung von Rechtsexperten könnten diese Klagen – insbesondere, wenn sich weitere Firmen dem Beispiel der großen Anbieter anschließen – das Wiedereinscheren der Kieler Koalition in den gemeinsamen Gesetzesentwurf erheblich verzögern.

Vier statt der zwei geplanten Folgen der TV total Pokernacht werden bis Ende 2012 über den Sender gehen. Diese frohe Botschaft für alle Fans von Stefan Raabs Pokertumult auf Pro Sieben ereilte uns soeben. Am 18. September ist es wieder soweit, dann folgt bis Jahresende jeweils eine weitere TV total Pokernacht pro Monat. 25mal bereits spielten (meistens) gut gelaunte Pokeramateure aus der Unterhaltungsbranche, Poker Pros (auch Pius Heinz war natürlich schon dabei) und hoffnungsfrohe Onlinequalifikanten um 50.000 Euro.

PokerStars: Ankauf von Full Tilt Poker und Einigung mit dem DoJ jetzt offiziell, US-Markt ist nächstes Ziel

Dienstag, Juli 31st, 2012
full-tilt-logo

Bald wieder online - PokerStars macht's möglich

„Wir planen die die Wiedereröffnung der Full Tilt Webseite und, ganz wichtig, wir werden alle Gelder für Spieler außerhalb der USA innerhalb von 90 Tagen nach dem formellen Abschluss, der in den kommenden sieben Tagen stattfinden wird, zur Verfügung stellen.“ Dies und mehr erklärt heute Abend Eric Hollreiser, dem Head of Corporate Communications for PokerStars, auf pokerstarsblog.de. Unter der Überschrift „PokerStars einigt sich mit dem U.S. Department of Justice“ verkündet Hollreiser den Ankauf von Full Tilt Poker und erläutert weiter: „Das an die US-Regierung bezahlte Geld wird teilweise dafür genutzt, frühere Full Tilt Poker-Kunden in den Vereinigten Staaten zu entschädigen. Dieser Prozess wird durch das Departement of Justice verwaltet.“ Um ein wenig Geduld wird gebeten, aber der Relaunch werde „die innovative(n) Features und die topaktuelle Software … (zurückbringen), die bei vielen Spielern so populär war“.

Bereits am Wochenende hatte die auf pokerplayernewspaper.com veröffentlichte Ankündigung der renommierten Rechtsberaterin Wendeen H. Eolis hohe Wellen geschlagen, in der es hieß, dass der Deal abgeschlossen sei und binnen Kurzem en detail bekanntgegeben werde. Parallel zur Pressemeldung von PokerStars ist nun auf der normalerweise topaktuellen Pokernewsseite pokerfuse.com zu lesen, zum Deal mit DoJ/FBI gehöre es ebenfalls, dass PokerStars-Gründer Isai Scheinberg als Geschäftsführer zurücktrete und künftig auch niemand aus der im Zuge des Black Friday ebenfalls angeklagten Führungsriege von Full Tilt, namentlich Ray Bitar, Howard Lederer, Rafael Furst, Chris Ferguson und Nelson Burtnick, unter Vertrag genommen werde.

Dies ist vor allem im Zusammenhang mit einem weiteren Knüller zu verstehen, den sich Eric Hollreiser für den Schluss seines Statements aufgespart hat: „Ein letztes Wort noch zum US-Markt. Unsere Einigung (mit dem DoJ) sieht vor, dass beide, PokerStars und Full Tilt, berechtigt sind sich für eine Lizenz in den USA zu bewerben um Echtgeld-Spiele anzubieten, wenn diese künftig legalisiert werden.“

Die Alderney Gambling Commission verschärft die Bestimmungen zur Lizenzvergabe

Sonntag, Juli 29th, 2012
Logo der AGCC

... aus Schaden klug geworden?

Knapp ein Jahr nach dem endgültigen Lizenzentzug für Full Tilt Poker hat die Alderney Gambling Control Commission (AGCC) ein modifiziertes Regelwerk zur künftigen Vergabe von Lizenzen an Gaming-Firmen erarbeitet. Darin geht es vor allem darum, Operatoren mit Sitz auf Alderney künftig nur unter der Auflage eGaming-Angebote zu ermöglichen, dass die Spielergelder auf separaten Bankkonten deponiert und nicht etwa durch die Tagesgeschäfte der Unternehmens potentiell gefährdet in Umlauf gehalten werden.

Wir erinnern uns: Als das US Department of Justice letztes Jahr die .com-Domaines der drei größten Pokerrooms beschlagnahmte und die Spieleraccounts einfror, war einzig PokerStars in der Lage, den Run der um ihre Funds fürchtenden Spieler zu bewältigen und bis auf den letzten Penny alle zurückverlangten Gelder innerhalb weniger Tage auszuzahlen. Die Gambling Supervision Commission der Isle of Man, wo der Branchenriese ansässig ist, verlangt von ihren Lizenznehmern, die von den Spielern auf die Seiten eingezahlten Gelder stets in vollem Umfang verfügbar zu halten.

Nach Meinung vieler Branchenspezialisten hätte es zu Full Tilt Desaster gar nicht erst kommen können, wenn die AGCC bei der Lizenzvergabe ähnlich strenge Regelungen zugrundegelegt hätte. Diese Lektion hat man auf der Kanalinsel mittlerweile gelernt. Schließlich ist das Geschäft mit den Lizenzen die lokale Haupteinnahmequelle, Zweifel an der Seriosität der lizenzierten Firmen sind dem Ruf einer Gambling-Jurisdiktion nicht eben zuträglich. Es wurde eine Passage in die Statuten aufgenommen, wonach „ein eGaming-Lizenznehmer der Kategorie 1 oder ein Mitarbeiter eines eGaming-Lizenznehmers der Kategorie 1, der Gelder eines registrierten Kunden als Guthaben verwaltet … zu jeder Zeit diese Gelder auf einem Bankkonto verfügbar haben muss, das (a) ausschließlich dem Zweck der Erhaltung dieses Guthabens dient und auch ausschließlich für die Gelder existiert, die den registrierte Kunden dieses Lizenznehmers gehören, und (b) getrennt von allen anderen Bankkonten geführt wird, die nicht den Anforderungen nach Absatz (a) entsprechen“. Die AGCC behält es sich allerdings vor, in Ausnahmefällen auch dann eine Lizenz zu erteilen, wenn der Antragsteller zwar nicht selbst in der Lage ist, die Garantiesummen auf einem separaten Konto zu führen, jedoch die verbriefte Bürgschaft einer dritten Person über die gesamte benötigte Summe vorlegen kann.

Nevada macht Ernst in Sachen Onlinepoker

Samstag, Juli 28th, 2012
Welcome to Nevada

Da sitzt er und wartet auf die Silbermine Onlinepoker ...

Poker soll im „Silver State“ noch vor Beginn 2013, möglicherweise noch in diesem Herbst, online gehen, vielleicht sogar mit Staats- und Landesgrenzen überschreitenden Angeboten. Ende der Woche fand dazu ein öffentliches Hearing unter Vorsitz von Governor Brian Sandoval statt. Mark Liparelli, Mitglied der Gaming Control Behörde von Nevada, erklärte gestern, dass die ersten Lizenzen für Real Money Poker innerhalb der nächsten 60 bis 90 Tage vergeben würden, und zwar ausschließlich an Casinos. Derzeit liegen der Behörde Anträge von Software- und Technologie-Dienstleistern und Pokeranbietern wie Paddy Power zur Prüfung vor. Diese Firmen werden zwar nicht selbstständig in Nevada mit Onlinepoker auf den Markt gehen können, höchstwahrscheinlich aber die Genehmigung erhalten, entsprechende Deals mit den Casinos abzuschließen. Bis jetzt haben mit Bally Technologies, International Game Technology und Shuffle Master erst drei Firmen die Genehmigung erhalten, als Lieferanten von Onlinepoker-Software in Nevada zu agieren.

Praktisch zeitglich schlug das Richtlinienkomitee für Gaming Governor Sandoval vor, mit Nachbarstaaten und gegebenenfalls auch im Ausland Verträge über gemeinsame Spieler- und Liquidity-Pools abzuschließen. Das Komitee prüft zur Zeit die Möglichkeit von Deals State-to-State (also innerhalb der USA) und State-to-Nation (mit nicht-US Jurisdiktionen). Dahinter steht vor allem die Befürchtung der Gaming Lobby des US-Bundesstaates, dass im Falle des endgültigen Ausfalls einer Regulierung auf US-Bundesebene die einzelnen Staaten mit stark voneinander abweichenden Richtlinien für Onlinegaming dastehen und sich unweigerlich einen Konkurrenzkampf um die Gamingoperatoren liefern würden, der letztlich zum Niedergang der Standards überhaupt führen könnte.

Ein von Nevada ausgehendes Cross-Border-Angebot von Onlinepoker hätte auch den nicht zu übersehenden Vorteil einer wesentlich größeren Zielgruppe: Schließlich hat das Pionierland des Gamblings nur 2,7 Millionen Einwohner, während Nachbarstaat Kalifornien mit 37,7 Millionen Bürgern aufwarten kann.

Ist der Kauf von Full Tilt durch PokerStars unter Dach und Fach?

Samstag, Juli 28th, 2012
full-tilt-logo

Christmas-Shopping mit Geld vom Full Tilt Account?

„Die Kunden von Full Tilt werden ihr Geld rechtzeitig für die Weihnachtseinkäufe wiedersehen.“ – Noch ist es nur eine kurze Mitteilung, aber sie hat nach Meinung vieler Branchenkenner den Charakter einer offiziellen Erklärung durch PokerStars: Wendeen H. Eolis ist Geschäftsführerin der Eolis International Group, die weltweit in Rechtsfragen, unter Anderem bei Regierungsangelegenheiten, berätt. In ihrer Kolumne auf der Titelseite von Pokerautorität pokerplayernewspaper.com hat sie nun geschrieben, das Hin und Her sei vorüber, die „Pannen bei den Verhandlungen zwischen PokerStars und dem US Department of Justice in Sachen Full Tilt Poker sind nun bereinigt“. Noch sei ihr nicht erlaubt, die Identität ihrer Quelle zu enthüllen, tatsächlich aber seien entsprechende Pressemitteilungen bereits in Arbeit. Einzig die Tatsache, dass die Zeitschriftenausgabe des Poker Player Newspaper gerade in Druck gehe, hindere sie daran, ins Detail zu gehen, die Leser seien aber „versichert, die Story ist ein Thriller und wird erzählt werden“.

Als haltlos erwiesen hatten sich Gerüchte, wonach der Deal beinahe daran gescheitert werde, PokerStars Gründungsschef Isai Scheinberg in den USA als flüchtiger Straftäter gelte, hätten sich nicht bewahrheitet. Erst vor wenigen Tagen wurde Brent Beckley, Mitgründer von Absolute Poker, zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt worden, nachdem er sich des Bankbetrugs für schuldig erklärt hatte. Anfang Juli hatte sich Full Tilt CEO Ray Bitar den US-Behörden gestellt. Bei seiner Verhaftung hatte er, so Forbes.com, erklärt, er sei „freiwillig aus Irland in die USA zurückgekommen“, um sich den Anklagen zu stellen. „Full Tilt Poker hätte niemals in die Lage geraten dürfen, die Player Funds nicht zurückerstatten zu können … In den letzten 15 Monaten habe ich hart an möglichen Lösungen dieses Problems gearbeitet. Meine heutige Rückkehr ist Teil dieses Prozesses. Ich glaube, wir sind am Ende eines langen Weges angekommen.“

Auch gambling911.com bestätigt, dass der Aufkauf von Full Tilt Poker durch PokerStars nun vom DoJ genehmigt wurde. Möglicherweise schon nächste Woche werde Staatsanwalt Preet Bharara eine offizielle Erklärung abgeben, in der bestätigt werde, dass für die US Regierung die Auszahlung aller Spielergelder höchste Priorität habe. Gambling911 beruft sich auf einen schon 2009 erstrittenen Gerichtsbeschluss, wonach dem Nachrichtenmagazin und seiner Mutterfirma Costigan Media von Regierungsseite Zugang zu allen Informationen gewährt werden muss, die Full Tilt betreffen.

Michael Mizrachi für ISPT

Donnerstag, Juli 26th, 2012

Michael Mizrachi bei der WSOP 2010

The Grinder wird offizieller Botschafter für die International Stadium Poker Tour. Die ISPT soll jedes Jahr in einem weltberühmten Fußballstadion ausgetragen werden,  die Premiere erlebt sie vom 31. Mai bis zum 6. Juni 2013 im Wembleystadion in London. Es wird das größte Pokerturnier aller Zeiten: Mit bis zu 30.000 Teilnehmern, einem Preispool von über 20 Millionen US-Dollar ist es nicht nur ein bombastisches Event, sondern auch das erste seiner Art. Die Partizipanten sitzen sich erstmals sowohl an Live-, als auch an Onlinetischen gegenüber. Erwartet werden Teilnehmer aus aller Welt, in 28 verschiedenen Ländern soll das live  im Fernsehen ausgestrahlt.

So scheint es durchaus angemessen, dass der frisch ernannte ISPT-Ambassador kein Geringerer ist als Michael Mizrachi. Als zweifacher Sieger der $50.000 Championship der WSOP, zweifacher Braceletträger und WSOP Final Table Veteran gehört er zu den großen Namen der Pokerszene. The Grinder belegt in der All Time Money List derzeit den siebten Rang. Er twittert als TheGrinder44: I just want to announce I will be @ispt_poker official ambassador Will be one of the Biggest tournaments ever held May 31, 2013! Bereits jetzt sind über 2.542 Spieler registriert und weitere 28.000 werden erwartet. Das Buy In ist in drei verschiedenen Kategorien möglich, gestaffelt von $600 bis $6.000. Bei der letzteren sichert man sich mit dem Erwerb des Tickets unmittelbaren Zutritt zu einem der Live Tische, die in der Mitte des Stadions aufgebaut werden.

Hinter der Mega–Veranstaltung steht Bernard Tapie, zuletzt im Licht der Poker-Öffentlichkeit aufgetreten in Zusammenhang mit der gescheiterten Übernahme von Full Tilt Poker durch die Groupe Bernard Tapie. Nach den Vorstellungen von Bernard Tapie und Sohn Laurent hätten die Onlinepartien des Mega-Events auf der Full Tilt Software ausgetragen werden sollen. In der Pokerszene hat es nie Einigkeit darüber gegeben, ob Tapie der glorreiche Retter in der Not und damit Geldsegen für die vielen auf eingefroreren Accounts sitzenden ehemaligen Spieler des Rooms oder vielmehr ein Wolf in einem Schafspelz gewesen wäre. Zur Zeit ist wieder einmal wenig in Sachen Full Tilt zu vernehmen, ob der größte Online Pokeranbieter PokerStars die nicht länger zugelassene Plattform tatsächlich aufkaufen wird/aufgeauft hat, ist nach wie vor unbekannt.

Aus für Schleswig-Holsteins Alleingang in Sachen Glücksspielgesetz

Mittwoch, Juli 25th, 2012
Flagge Schleswig-Holsteins

Das war's: auch im Norden kein modener Glücksspielstaatsvertrag

Man hat es ja schon geahnt, nachdem die Landtagswahlen im Mai diesen Jahres mit einem Regierungswechsel für Schleswig-Holstein endeten: Das nördlichsten Bundesland vollzieht noch doch einen Kurswechsel und gibt den Alleingang in Sachen Glücksspiel-gesetzgebung auf. Unter Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) wird die Kieler Regierungskoalition sich dem Staatsvertrag anschließen, auf den sich die übrigen 15 Bundesländer geeinigt haben. „Zügig und einwandfrei“, so erklärte Albig, wolle man dieses Vorhaben umsetzen, schon für Anfang August wurde im Landtag eine Lesung mit dem Ziel angesetzt, die für den Rest der Bundesrepublik gültige Regelung auch in schleswig-holsteinisches Landesrecht überzuführen.

Seit Juli ist die neue Gesetzgebung der Länder in Kraft. Im Wesentlichen hält sie am vielkritisierten staatlichen Lottomonopol fest, 20 Lizenzen für Sportwettenangebote im Internet sollen vergeben werden. Die damalige CDU/FDP-Regierung im Norden hatte ihre eigene Variante beschlossen, die auch Onlinepoker legalisiert und dem Staat ein ordentliches Sümmchen an Steuer- und Lizenzeinnahmen aus diesem Bereich garantiert hätte. Hans-Jörn Arp, Vizechef der CDU-Landtagsfraktion, sah denn auch in der Kieler Regelung den richtigen Weg, „um einen unregulierten Markt aus der Grauzone oder Illegalität über eine Lizenzierung unter staatliche Kontrolle zu bringen”. Damit sei Schleswig Holstein „das erste Land, das die Realität des Internet anerkennt und daraus die richtigen Schlüsse zieht”. Schön wär’s gewesen.

Dem Kabinett um den jetzigen Ministerpräsident Albig hingegen ist diese Pionierarbeit hingegen zu viel des Guten, im Gegenteil: „Wir beginnen, das Minenfeld in der deutschen Glücksspielgesetzgebung zu räumen, das unsere Vorgänger den Schleswig-Holsteinern hinterlassen hat. Am Ende wird es in Schleswig-Holstein gemeinsam mit den anderen 15 Bundesländern ein gemeinsames Glücksspielrecht geben”, sagte er. Noch gibt es keine Äußerung der Landesregierung dazu, wie nun mit den bereits begonnenen Lizenzgebungsverfahren – 28 Anträge für Sportwetten und 21 für Casinospiele befinden sich derzeit in Bearbeitung – weiter verfahren wird. Sollten diese nun tatsächlich aufgrund einer neuen Gesetzeslage eingestampft werden, ist wohl mit rechtlichen Schritten etlichen der betroffenen Unternehmen zu rechnen.

Italien vs. Spanien – bald ein Klassiker im Onlinepoker?

Dienstag, Juli 24th, 2012
Italien vs Spanien

Italien vs Spanien - vielleicht schon 2013 wieder gemeinsam am virtuellen grünen Tisch

Pokerspieler aus Italien und Spanien werden vielleicht schon ab Anfang 2012 wieder zusammen an den Onlinetischen sitzen können. Damit wollen die Glücksspielbehörden dem Abwanderungstrend der Spieler von national begrenzten Pokersites begegnen.

Im vergangenen Juni hatten sich Experten der Kontrollbehörden von Italien (AAMS), Frankreich (ARJEL), Portugal (SCML) und Spanien (DGOJ) in Barcelona getroffen um über Kooperationsmöglichkeiten „in Sachen Regulierung und Verbesserung des Infomationsaustauschs zu beraten“. Dabei ging es neben Verbraucherschutz, Betrugs- und Suchtprävention auch und vor allem um die Erkenntnis, dass die Durchsetzung nationaler Grenzen für Glücksspiel die Steuereinnahmen immer drastischer vermindern. „Voraussichtlich nach dem Sommer, im Herbst oder im Oktober, werden wir uns mit den Italienern treffen. Bis dahin dürfte es uns möglich sein, genauer einzuschätzen wie lange es dauert, ein entsprechendes Agreement auszuarbeiten“, erklärte Enrique Alejo, der Leiter der spanischen Glücksspielbehörde in einem Interview mit dem Onlinepokerroom Poker Red.

Anders als bei den meisten anderen Formen des Gamings lebt Poker, gerade in seiner Online-Variante, ja vor allem von der Möglichkeit, gegen Spieler auf der ganzen Welt antreten zu können. In Italien beispielsweise, wo Turnierpoker seit 2009 und Cash Games seit 2011 staatlich reguliert werden und nur Bewohner des Landes gegeneinander antreten dürfen, gehen die Spielerzahlen seit sechs Monaten kontinuierlich zurück. Ähnlich verhält es sich in Frankreich, wo der Branche noch zusätzlich das Leben durch hohe Umsatzsteuersätze erschwert wird. Spanien mit seinem erst Anfang Juni 2012 national reguliertem Glücksspielmarkt hat ebenfalls schon zum Einen die bittere Pille schlucken müssen, dass die Pokerfans keine Lust haben, immer nur unter sich zu zocken, zum Anderen existiert noch keine wirklich eindeutige Gesetzgebung zur Besteuerung von Glücksspieleinnahmen, weswegen vielen Highroller und High Volume Player gar nicht erst auf den .es-Sites spielen. In Portugal gibt es noch keine staatliche Regulierung des Onlinepokerbetriebs. Zur Zeit stehen den Portugiesen noch alle international operierenden Rooms zur Verfügung. Über kurz oder lang allerdings wird sie auch dort in Hinblick auf die darbende Staatskasse eingeführt werden, und so beobachten die Portugiesen ganz genau, was bei den spanischen Nachbarn und in anderen Ländern Europas schiefläuft oder funktioniert.

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