Posts Tagged ‘AGCC’

Die Alderney Gambling Commission verschärft die Bestimmungen zur Lizenzvergabe

Sonntag, Juli 29th, 2012
Logo der AGCC

... aus Schaden klug geworden?

Knapp ein Jahr nach dem endgültigen Lizenzentzug für Full Tilt Poker hat die Alderney Gambling Control Commission (AGCC) ein modifiziertes Regelwerk zur künftigen Vergabe von Lizenzen an Gaming-Firmen erarbeitet. Darin geht es vor allem darum, Operatoren mit Sitz auf Alderney künftig nur unter der Auflage eGaming-Angebote zu ermöglichen, dass die Spielergelder auf separaten Bankkonten deponiert und nicht etwa durch die Tagesgeschäfte der Unternehmens potentiell gefährdet in Umlauf gehalten werden.

Wir erinnern uns: Als das US Department of Justice letztes Jahr die .com-Domaines der drei größten Pokerrooms beschlagnahmte und die Spieleraccounts einfror, war einzig PokerStars in der Lage, den Run der um ihre Funds fürchtenden Spieler zu bewältigen und bis auf den letzten Penny alle zurückverlangten Gelder innerhalb weniger Tage auszuzahlen. Die Gambling Supervision Commission der Isle of Man, wo der Branchenriese ansässig ist, verlangt von ihren Lizenznehmern, die von den Spielern auf die Seiten eingezahlten Gelder stets in vollem Umfang verfügbar zu halten.

Nach Meinung vieler Branchenspezialisten hätte es zu Full Tilt Desaster gar nicht erst kommen können, wenn die AGCC bei der Lizenzvergabe ähnlich strenge Regelungen zugrundegelegt hätte. Diese Lektion hat man auf der Kanalinsel mittlerweile gelernt. Schließlich ist das Geschäft mit den Lizenzen die lokale Haupteinnahmequelle, Zweifel an der Seriosität der lizenzierten Firmen sind dem Ruf einer Gambling-Jurisdiktion nicht eben zuträglich. Es wurde eine Passage in die Statuten aufgenommen, wonach „ein eGaming-Lizenznehmer der Kategorie 1 oder ein Mitarbeiter eines eGaming-Lizenznehmers der Kategorie 1, der Gelder eines registrierten Kunden als Guthaben verwaltet … zu jeder Zeit diese Gelder auf einem Bankkonto verfügbar haben muss, das (a) ausschließlich dem Zweck der Erhaltung dieses Guthabens dient und auch ausschließlich für die Gelder existiert, die den registrierte Kunden dieses Lizenznehmers gehören, und (b) getrennt von allen anderen Bankkonten geführt wird, die nicht den Anforderungen nach Absatz (a) entsprechen“. Die AGCC behält es sich allerdings vor, in Ausnahmefällen auch dann eine Lizenz zu erteilen, wenn der Antragsteller zwar nicht selbst in der Lage ist, die Garantiesummen auf einem separaten Konto zu führen, jedoch die verbriefte Bürgschaft einer dritten Person über die gesamte benötigte Summe vorlegen kann.

Turbo Poker News: DoJ hält Erstattung der Spielergelder „für möglich“. Liv Boerees Lauf auf PokerStars. ChiliPoker zieht’s auf den US Markt.

Freitag, September 30th, 2011

Logo des DoJPresserklärung des DoJ. Das US Department of Justice hat sich gestern, am selben Tag, an dem die AGCC den endgültigen Entzug der Lizenz von Full Tilt Poker bekanntgab, in einer Presseerklärung zur potentiellen Rückzahlung der Spielergelder geäußert. Darin heißt es, das DoJ versuche gemeinsam mit dem FBI einen möglichst großen Teil der Gelder „aufzuspüren und zu sichern“, die Full Tilt Poker und dessen Vorstandsmitglieder laut Klageschrift „erschwindelt“ hätten. Die Rückzahlung der verschwundenen Gelder an die Spieler „kann möglich sein“, hänge aber von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen müsse der Rechtsstreit erfolgreich im Sinne des DoJ abgeschlossen werden, zum Anderen würde die Bücher und Aufzeichnungen von FTP zu finanziellen Operationen teilweise außerhalb der USA aufbewahrt, was es schwierig gestalte, ihrer habhaft zu werden. Pressetext im Original hier >>

Liv BoereeLiv Boerees Lauf auf PokerStars hält an und an und an. Sie hatte schon mehr als $ 2 Millionen bei Life Turnieren (darunter der Sieg beim EPT San Remo Main Event 2010) gewonnen, doch 2011 hat sich zum „Online-Jahr“ der Britin gemausert. Ihre Siegesserie begann im Februar, als ihr erste Plätze beim Sunday Warm-Up und einem $ 45.000 Guaranteed über $ 160.000 einbrachten. Letzter großer Coup der 24jährigen ist ein Bracelet bei der soeben zu Ende gegangenen WCOOP auf PokerStars, dem Event #21 Second Chance Hold’em. Alles in allem gewann sie allein bei den bisherigen fünf großen Turniersiegen in 2011 mehr als $ 240.000.
Team PokerStars-Kollege Daniel Negreanu hat übrigens ebenfalls eine beeindruckende Leistung bei der WCOOP hingelegt, die er selbst ja als einen Prüfstein für sein Onlinepokerspiel bezeichnet hatte: Er cashte in 15 von 52 Events, mit einem Gesamtergebnis von $ 119.193.

Logo ChiliPokerBlitzlicht: ChiliPoker demnächst mit Social Network-Pokerangebot in USA. Mit kostenlosem  Onlinepoker und virtuellen Spielgeld will sich der iPoker-Client für die in Aussicht stehende Legalisierung von Onlinepoker auf dem US-Markt positionieren.

Full Tilt Poker hat ab sofort keine Lizenz mehr

Donnerstag, September 29th, 2011

Logo der AGCCDie Alderney Gambling Control Commission AGCC hat gesprochen: Zehn Tage nach Beginn des zweiten Hearings wurde heute derEntschluss der AGCC bekanntgegeben, den bis dato vorläufigen Entzug der Lizenz von Full Tilt Poker für endgültig zu erklären. Wichtigster Beweggrund dafür war laut offiziellem Statement die Tatsache, dass der Pokerroom den Lizenzgeber über die tatsächliche finanzielle Situation der Firma falsch irregeführt hab.

„Die AGCC … hat heute die Lizenz von Vantage Limited, Filco Limited und Oxalic Limited, die als Ful Tilt Poker (FTP) agieren, mit sofortiger Wirkung wieder eingezogen … Im Laufe eines sechsttägigen Hearings in London stellte es sich heraus, dass FTP die AGCC grundlegend über seine Handlungsfähigkeit täuschte, indem es finanzielle Liquidität von Konten vorspiegelte, die tatsächlich bereits vollständig von den US Behörden beschlagnahmt worden waren oder für die Firma aus anderen Gründen nicht mehr verfügbar waren. Ernsthafte Verstöße gegen die Regulierungsbestimmungen stellen unwahre Berichte, unerlaubte Gewährung von Krediten sowie das von Unterlassung von Berichterstattung über bereits erfolgte Geschehnisse.

Zu Beginn des Verfahrens am 26. Juli machte die AGCC deutlich, dass sie das Hearing im Hinblick auf Spieler und die Medien öffentlich zu halten wünschte. Das Gericht ließ sich jedoch davon überzeugen, es sei besser, das Hearing hinter verschlossenen Türen abzuhalten, weil FTP erklärte, dies würde die Chancen auf die Wiederherstellung der finanziellen Handlungsfähigkeit im Interesse der Spieler maximieren. Aus diesem Grunde wurde ein Aufschub um 54 Tage gewährt.

Es ist wichtig festzuhalten dass der Entzug der FTP Lizenzen nicht etwa verhindert (wie vermutet wurde), dass das Unternehmen im Falle eines Besitzerwechsels und mit neuem Management reaktiviert werden könnte. Die nicht beglichenen Ansprüche der Spieler FTP gegenüber sind eine Sache von Polizei und zivilrechtlichen Behörden. Jetzt, wo die Lizenz wieder eingezogen ist, unterliegt FTP nicht mehr der Rechtsprechung der AGCC.“

Soweit die von der AGCC herausgegebene Kurzversion des Statements. Eine 26seitige ausführliche Erklärung ist hier>> zu finden.

Im Klartext heißt das, dass die Verkaufsverhandlungen fortgeführt werden können. Ob sie – wofern sie nicht bereits abgeschlossen sind – durch den Lizenzentzug komplizierter werden, bleibt abzuwarten. Schließlich ist damit ja zumindest in einer Hinsicht Klarheit geschaffen.

Full Tilt Poker: Jetzt wird’s wohl doch ein bisschen eng

Mittwoch, September 21st, 2011

Das DoJ gegen Full TiltNatürlich haben in einem Land, das Filme wie Gone with the Wind, The Good, the Bad and the Ugly und „Shrek, Part I to XXVII“ hervorgebracht hat, selbst die Behörden Sinn für gutes Timing. Während die Weltöffentlichkeit, also, genauer gesagt: die Onlinepokerszene, nicht gerade mit angehaltenem Atem, aber doch recht erwartungsvoll der Neuigkeiten vom Hearing harrte, das die Alderney Gambling Control Commission AGCC hinter verschlossenen Türen seit zwei Tagen mit Full Tilt Poker hält – und hastenichtgesehen! lässt das US Department of Justice eine Bombe platzen, wie sie (un)passender nicht hätte kommen können: Der Pokerroom steht jetzt nicht mehr „nur“ wegen Bankbetrugs, Geldwäsche und der Veranstaltung von illegalem Glücksspiel (letzteres ohnehin ein eher wackeliger Vorwurf, das die UIGEA von 2006 nicht die Veranstaltung von Onlineglücksspiel, sondern den entsprechenden Zahlungsverkehr verbietet) unter Anklage, sondern muss sich jetzt auch noch wegen Diebstahls von Spielergeldern, Verschleierung und Massenschwindels verantworten (Fraud Tilt Poker titelten denn auch die Gerüchteküchenmeister von pokerfuse.com).

Ponzi Scheme (Schneeballsystem) lautet das Stichwort des Tages, herausgegeben von Preet Bharara, US Staatsanwalt des Southern District of New York: Geldschiebereien seien begangen worden, indem Spielern niemals von ihren Bankkonten eingezogene Gelder gutgeschrieben worden waren, reine Phantomgelder, die sich nie auf den Full Tilt Accounts befanden, um die aber trotzdem gespielt werden konnte. Gleichzeitig hätten sich die Eigentümer innerhalb der letzten vier Jahre 440 Millionen Dollar ausgezahlt. Es sei seit 2007 zu keinem Zeitpunkt genug Geld bei Full Tilt Poker flüssig gewesen, um die Spielergelder gegebenenfalls auszahlen zu können – und genau das habe dann zu Verschleierung und offenkundigem Betrug geführt: Immer wieder war, in Internetforen, Presseerklärung et cetera, versichert worden, die Spielergelder würden in verschiedenen über den Erdball verteilten Konten sicher verwahrt. Als das DoJ am 15 April 2011 die Seite beschlagnahmte, befanden sich gerade mal 60 Millionen Dollar realiter auf Full Tilt Accounts – 390 Millionen hätten es sein müssen. Was die AGCC wohl dazu sagt? Und wer wohl jetzt noch die Marke kaufen will, so ausnehmend schön die Software auch ist? Wo das weniger glanzvolle aber offenbar grundsolide PokerStars doch insgeheim (ebenfalls lautlaut pokerfuse.com) an einer eigenen Version von Rush Poker tüftelt…

Die erweiterte Anklageschrift des DoJ im Fall Full Tilt Poker ist im Original hier zu lesen: www.scribd.com/doc/65666240/Amended-Full-Tilt-Poker-Complaint-PR
Mehr über Carles Ponzi, der als „Erfinder“ der betrügerischen Schneeballsysteme gilt, gibt es zum Beispiel auf de.wikipedia.org.

Turbo Poker News: Partouche November Nine: Sam Trickett führt. Montag: Full Tilt-Hearing der AGCC. Donnerstag: Ländertreffen zum Glücksspielwesen

Sonntag, September 18th, 2011

Titan-Pro Sam TrickettTitan-Pro und frischgebackener „Cash Player of the Year“ Sam Trickett aus Großbritannien hält mit 2.650.000 Chips die Führung der neunköpfigen Truppe, die sich gestern für den Final Table der Partouche Poker Tour in Cannes qualifizieren konnte. Der wird, wie auch das Finale des WSOP Main Events, erst im November starten. € 1.000.000 bekommt der Sieger, für den Neunten geht es immerhin noch um € 100.000. Letztes Jahr wurde das Turnier überschattet von dem Betrugsskandal um Ali Tekintamgac, der zu den neun Finalisten gehörte und kurz vor dem Start disqualisiziert wurde. Gewonnen wurde das Event 2010 von Vanessa Selbst.

Zum Final Table der Partouche Poker Tour treffen sich dann am 12. November

Sam TrickettGroßbritannien2.605.000 Chips
Alexandre CoussyFrankreich2.473.000
Fouad BehbehaniUSA2.446.000
Mads WissingDänemark2.144.000
Mustapha KanitaItalien2.047.000
Roger HairabedianFrankreich1.89.000
Oleksii KovalchukUkraine1.626.000
Ilan BoujenahFrankreich1.241.000
Alexander DovzhenkoUkraine944.000

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Zwei “im Prinzip” für die Onlinepokerwelt wichtige Meetings stehen diese Woche an:

Full Tilt LogoFür den morgigen Montag ist das Hearing von Full Tilt vor der Alderney Gambling Control Commmission AGCC angesetzt – auf Antrag des Pokerrooms unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie André Wilsenach, Executive Director der AGCC in einem separaten Statement unter deutlichem Bedauern erklärte. Angesichts des bisherigen Verlaufs der Ereignisse bleibt es fraglich, ob dieses Hearing bahnbrechende Ergebnisse zeitigen wird.

Das andere erwähnte Meeting findet in Deutschland statt, und zwar am Donnerstag in in Quedlinburg/Sachsen-Anhalt. Dort treffen sich die Staatskanzleien der 15 Bundesländer, um über die Modifikationen des Glücksspielstaatsvertrags zu beraten. Laut nwzonline.de Wappen von Quedlinburgwerde die EU-Kommission, die den ursprünglichen Vertragsentwurf als „rechtlich untauglich“ abgelehnt hatte, spätestens im November „die deutschen Bundesländer zu einer Liberalisierung des Wettmarktes verpflichten“, so der Europa-Abgeordnete Jürgen Creutzmann (FDP). Weiter sagte der EU-Berichterstatter, er sei „bin ich für ein Lizenzierungsverfahren mit Mindeststandards für den Verbraucherschutz“. Möglicherweise stellt der Alleingang Schleswig-Holsteins in Sachen Glücksspielstaatsvertrag die Weichen für einen ähnlichen gemeinsamen bundesdeutschen Beschluss.

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Marketingchef Lothar Rentschler verlässt Pocket Kings

Montag, August 22nd, 2011

Full Tilt LogoLothar Rentschler hat seinen Rücktritt als Chief Marketing Officer von Pocket Kings Ltd. (PKL)bekanntgegeben. In einer E-Mail an Medien und Geschäftspartner erklärte er „Nach fast drei Jahren in dieser Firma war das kein leichter Schritt… Jahre mit vielen Herausforderungen und auch viele Erfolgen… Unter den gegebenen Umständen jedoch halte ich es für einen längst überfälligen Schritt in die richtige Richtung.“ Full Tilt-Tochter Pocket Kings Ltd. ist in Dublin/Irland ansässig und fungiert(e) als Dienstleister in Sachen Marketing, IT und Verwaltung für den Pokerroom. Zur Geschäftsführung gehört auch Fult Tilt-Mitbegründer Ray Bitar.

Es kursieren unbestätigte Gerüchte, wonach Rentschlers zum Teil astronomisch hohe Marketingausgaben mitverantwortlich dafür gewesen seien, dass Full Tilt die Spielergelder nicht zurückzuerstatten kann, was zum vorläufigen Entzug der Lizenz des Rooms durch die Alderney Gambling Control Commission beitrug. Die Kündigung von Lothar Rentschler tritt zum 13. September in Kraft, zwei Tage vor dem neuen Termin, der für das nächste Hearing von Full Tilt Poker vor der AGCC angesetzt ist.

In seiner Rücktrittsbotschaft bittet Rentschler die Adressaten seiner Mail um Entschuldigung für all die Unannehmlichkeiten, „die Ihnen sowohl auf persönlicher als auch auf Firmenebene durch die derzeitige Situation bei Pocket Kings entstanden sind. Uns im Marketing waren die Hände gebunden, und am Ende wurde die Kommunikation ganz gestoppt. Ich kann mich nur noch einmal für diese Situation entschuldigen. Die Zukunft wird hoffentlich eine bessere, gut organisierte Struktur und die Rückkehr zum business as usual bringen. Es tut weh, dem Markennamen Full Tilt bei einem derartigen Niedergang zuzusehen.“

Wie quadjacks.com aus bei PKL verifizierten Quellen wissen will, findet bereits seit Black Friday eine Abwanderung der Servicemitarbeiter, insbesondere der höher qualifizierten IT-Fachleute, von Full Tilt zu Paddy Power statt. Der (Internet-)Wett-, Casino- und Pokeranbieter hat seinen  Sitz ebenfall in Dublin. Neben den Anfang August bekannt gewordenen Kündigungen für den Staff in den USA seien auch auf internationaler Ebene etliche Manager entlassen worden. Mitte August hatte der aus Österreich stammende Red Pro Erich Kollmann die Auflösung seines Vertrags mit Full Tilt publik gemacht.

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